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Archive for April 2011

Kabarett, Comedy und Chanson – Wohin in Berlin diese Woche? – 17

26. April 2011 1 Kommentar

In Berlin ist einfach furchtbar viel los. Zur Orientierungshilfe habe ich eine Auswahl mit meinen Highlights der nächsten Tage zusammengestellt.

Christoph Sieber: Alles ist nie genugErnsthaft komisch und herzlich böse
Christoph Sieber: Alles ist nie genug
Der Kabarettist und Comedian präsentiert in Bonbonpapier gehüllten Zynismus. In Zeiten, in denen nicht nur die Politikverdrossenheit immer weiter um sich greift, sondern auch die Politiker genug vom Bürger haben, zeigt er, dass in jeder Aussage, in jeder Tat eine Komik steckt, über die es sich zu lachen lohnt. Eine Mischung aus Kritik und Unfug, aus Ernst und Klamauk. Bei ihm ist Kabarett auch Wut, über die man lachen kann.
Mehringhoftheater // Mi, 27. – Sa, 30.4. // 20 h // Karten je nach Wochentag 15 – 20 € // ermäßigt 10 – 15 €
www.mehringhoftheater.de

Coco LoresHeimspiel an Kassler und Hornhaut – klug und komisch
Coco Lorès: Cocooning
Der Kokon ist das, worin sich die Seidenraupe einspinnt, um nicht gefressen zu werden. Sie klebt sich unappetitlich eingewickelt hinter ein Blatt und will ihre Ruhe haben. Der Mensch versucht das gleiche angesichts der Bedrohungen in der Welt: Er wickelt sich in seinen Jogginganzug ein und klebt sich in die Sofa-Ecke – damit er nicht von Osama bin Laden oder Hartz IV gefressen wird. Der Begriff „Cocooning“ wurde in den achtziger Jahren von der amerikanischen Trendforscherin Faith Popcorn geprägt und geistert seitdem in allen möglichen Lebensbereichen herum.
Früher hat man die Höhlen mit Gras ausgelegt. Heute gibt es Laminat und statt des Wintervorrats, ganzjährig Tiefkühl-Pizza. Dem Indoor-Cocooning steht noch das Outdoor-Cocooning gegenüber: Die Tendenz zum Kleingarten ist selbst in linken und autonomen Kreisen nicht mehr zu kaschieren.
Comedy Club Kookaburra // Do, 28. – Sa, 30.4. // 20:30 h // Karten 10 € // ermäßigt 8 €
www.comedyclub.de

Bérangère Palix © Foto Isa DeviseFiligrane Chansons für Berlin
Bérangère Palix: Le bleu de Berlin
Das Berliner Blau ist legendär, viel zitiert und weltberühmt. Die charmante Südfranzösin macht es sich zum Motto und erzählt von ihrem Leben und von dem ihrer Mitmenschen im Blau der Großstadt. Denn die Stadt ist blau. Blau wie der Himmel über der Bösebrücke, wie die Ferne und die Sehnsucht, wie einsame Stunden und hoffnungsvolle Träume.
Mit ihrer klaren Stimme singt sie über Armut und Anonymität in der Großstadt, über das verfrühte Erwachsenwerden, über die Liebe, den Schmerz und die Frage nach dem Sinn des Lebens. Dabei begleiten sie Thibault Falk am Klavier und Denis Jabusch am Kontrabass. Bérangère Palix lebt und musiziert seit über 10 Jahren in Berlin.
Corbo Kleinkunstbühne // Fr, 29.4. + Sa, 30.4. // 20.15 h // Karten 15 bzw. 12 €
http://www.corbo-berlin.de

Michael FeindlerKabarett nach Versmaß
Michael Feindler: Allein unter Menschen
Kabarett und Dichtkunst können einander ergänzen. Michael Feindler verknüpft ein breites Spektrum lyrischer Texte mit zeitgenössischen Beobachtungen, klärt über alltägliche Ungereimtheiten auf und jongliert dabei mit ironischer Ernsthaftigkeit und nachdenklicher Komik. Größtenteils in Versform unternimmt er einen Streifzug durch unsere Gesellschaft und greift hin und wieder zur Gitarre, um Mitmenschen zu besingen. Auch Kritik am Publikum ist durchaus gewollt.
In Allein unter Menschen lässt Michael Feindler Goethes Erlkönig über die Autobahn rasen, modernisiert alte Philosophen und inszeniert metaphorische Wortgefechte. Ungewöhnliche Liebeserklärungen wechseln sich mit politischen Anmerkungen ab. Lyrik kann lebensnah und abwechslungsreich sein!
Zebrano-Theater // Sa, 30.4. // 19.30 Uhr // Karten 14 € // ermäßigt 9 €
www.zebrano-theater.de

Romy Haag © Foto Lado AlexiGrandiose Erscheinung
Romy Haag: Everybody Knows
Sie ist einmalig – ein selbst inszeniertes Ereignis. Romy Haag bezeichnet sich als „eine Frau und mehr“. Und wie viel mehr das ist, das spürt man in jedem Moment. Ihr Berliner Nachtclub ‚Chez Romy Haag‘ war der Inbegriff von Glamour und Verruchtheit. Im vergangenen Jahr feierte sie ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum und bewies, dass sie nichts von ihrem Charisma eingebüßt hat. In ihrem Programm Everybody Knows öffnet sie ihren riesigen Schatz an Erfahrungen und Erlebtem. Mühelos spannt sie den Bogen über die Jahrzehnte ihrer Karriere.
Gern hört man ihren erstaunlichen Anekdoten zu. Virtuos interpretiert sie Lieder von Bertolt Brecht, Jacques Brel und Leonard Cohen, Lou Reed und David Bowie sowie ihre eigenen Songs. Unverwechselbar mit ihrer rauchigen Stimme.
Bar jeder Vernunft // Di, 26.4. – So, 1.5. // 20 h // Karten 21,50 – 29,50 € // ermäßigt 12,50 €
http://www.bar-jeder-vernunft.de

Kategorien:News und Termine

In memoriam Reinhard Hippen

Reinhard Hippen (Foto: Carlo Wanka)Heute ist es schon ein Jahr her, dass Reinhard Hippen gestorben ist. Der Gründer des deutschen Kabarettarchivs, das bis heute in Mainz besteht. Unser Freund.

Das Portal http://www.liveundlustig.de haben wir ihm gewidmet. Wir denken jeden Tag an ihn.

Vor einem Jahr hat Beate Moeller ihm auf Bayern 2 nachgerufen. Das kann man hier noch einmal anhören. Den Nachruf lesen und Fotos sehen kann man hier.

„Heute abend trinken wir ein Hütchen auf Dich – aus Deinen Lieblingsgläsern.” Beate und Carlo

Kategorien:in memoriam

Neuer Service: Terminkalender Berlin

20. April 2011 1 Kommentar

Beate Moeller (c) foto carlo wankaLiebe Freundinnen und Freunde der Unterhaltungskunst, liebe Berlinerinnen und Berliner, herzlich willkommen Ihr Touristinnen und Touristen,
rechtzeitig vor Ostern legt Euch allen live & lustig ein echtes Überraschungsei ins Nest! Eine kleine, bescheidene, subjektive Auswahl dessen, was man in dieser komischen Großstadt so erleben kann. Einfach mal oben auf den Reiter Was wird gespielt? Berlin im April 2011 klicken!
Viel Vergnügen
wünscht
Beate Moeller

Kategorien:News und Termine

Matthias Deutschmann im Interview

Nach einem Jahr Bühnenpause hat Matthias Deutschmann ein neues Programm rausgebracht: Deutsche, wollt ihr ewig leben? Der Titel spielt auf Thilo Sarrazins Bestseller Deutschland schafft sich ab an. Seitdem er den Text für die Premiere im Münchener Lustspielhaus am 25. März geschrieben hat, mußte er ihn mehrfach umschreiben. Das hatte natürliche und politische Gründe, die er im Interview mit dem Berliner Tagesspiegel erläutert.

Hier geht’s zum Interview mit Matthias Deutschmann

Bissig und gut – Bernd Regenauer

14. April 2011 4 Kommentare

Bernd Regenauer - Foto-Montage Carlo Wanka ©2011 BonMoT-Berlin Ltd

Bernd Regenauer: Alles eine Frage der Antwort – Kritik

BERLIN (bm) – Orientierungshilfe zu geben – im politischen Welt- und Nationaltheater genauso wie im überschaubaren Mikrokosmos des Alltags – ist einer der Ansprüche, die ans Kabarett gestellt werden. Bernd Regenauer macht ihn zum Thema des Abends. Kann Kabarett überhaupt Antworten geben? Oder nur die richtigen Fragen stellen? Wer war zuerst da: Das Huhn oder das Ei? Die Antwort oder die Frage?

Das Finden der objektiven Wahrheit wird gern auch mal durch die subjektive Wahrnehmung massiv behindert. Sei es dieser ständige Brummton im Ohr oder der ebenso nicht verschwinden wollende Gedanke an diesen erfolgreicheren, jüngeren Kollegen, dessen Namen man verdrängt hat und ihn deshalb nur „den Dings“ nennen kann. Und trotzdem hier zum Erkenntnisgewinn beitragen, im Theater der Wühlmäuse, in dem sich an diesem Abend ein Publikum eingefunden hatte, das Regenauers filigranen Gedanken nicht gerade mit Euphorie gefolgt ist. Kein Wunder, bei dem Tempo, das er vorgelegt hat.

Zunächst einmal muß das Vorurteil bedient werden. Der Franke ist von der Mentalität her mürrisch. Ja, Regenauer auch, demonstriert er, aber eben auch aufmüpfig. Warum müssen wir ständig erreichbar sein? „Bist du mal fünf Minuten nicht online, bist du schon raus aus dem Business-Plan.“ Lebst du nur noch in der Benutzeroberfläche deines Computers oder gibt’s da noch was Reelles? „Wir haben online so viele Freunde, daß wir für die echten ein neues Wort brauchen.“

Die Unverschämtheiten mancher Politiker und Prominenter werden vorgestellt, das gehört zum Standard des Kabaretts. Kachelmanns Rohrstock am Rande. Ausgesprochen gelungen auch diese Parodie der Körpersprache unserer Kanzlerin, die in ihrer Kürze alles verraten hat. Bernd Regenauers Stärke besteht darin, in der kleinen Welt den Störfall zu entdecken. Denn von da nimmt der Regelverstoß seinen Lauf. In der tiefsten Provinz, von Franken aus betrachtet also in der Oberpfalz, in Bayerisch Sibirien hat sich der Schwiegersohn konservativ in der Räucherkammer der Metzgerei aufgehängt und damit alle Regelvorschriften seiner Berufsehre eingehalten. Die Speisekarten bleiben am Tisch kleben, die Herrentoiletten strahlen dieses intensive Aroma ab und der fränkische Tourist Regenauer fragt erneut, diesmal die Kellnerin: „Wo steckt eigentlich der Sinn im Leben?“

Gleichzeitig haben sich die Investoren Bauland in der Oberpfalz gesichert und jubilieren schon „Wir wollen den Rasen hier verglasen!“ Mit hübscher Klavierbegleitung von Herrn Regenauer, der auch noch parodiert, wie seine Beifahrerin ihn beim Autofahren stört. „Männer und Frauen haben unterschiedliche Gemeinsamkeiten!“ Bei der Darstellung der absurden Szenen im Mediamarkt und an der Supermarktkasse zeigt er seine schauspielerischen Qualitäten, indem er mehrere Personen spielt.

Antworten gibt es nicht. Nur Fragen. Bernd Regenauer beendet sein Programm mit einem Lied, das nur Fragen aufwirft, mit seiner Version von ‚Blowing In The Wind‘. Als markante Textzeile bleibt bedeutungsschwer in Erinnerung: „Wann kommt endlich Gott aus dem Urlaub zurück?“- Wieder so eine Frage ohne Antwort.

Von seiner langjährigen und ausgesprochen erfolgreichen Bühnenfigur Nützel hat er sich selbstbewußt verabschiedet. In ‚Alles eine Frage der Antwort‘ steht Regenauer nun ganz pur als Regenauer auf der Bühne. Aufrichtige und deshalb so glaubwürdige Empörung. Davon wollen wir in Zukunft noch viel, viel mehr sehen!

Beate Moeller © 2011 BonMoT-Berlin Ltd.

Fr, 15. April 2011: Postbauer-Heng, Deutschordensschloss
Di + Mi, 17. + 18. Mai 2011: Fürth, Stadttheater
Fr, 3. Juni 2011: Erlangen, Theater fifty fifty

www.regenauer.de

Kategorien:Kabarett

Kabarett mit den drei ??? – Bernd Regenauer

Bernd Regenauer (Foto www.schanzenbach.com)

Bernd Regenauer: Alles eine Frage der Antwort – Berlin Premiere

BERLIN (bm) – Im Januar hatte er zusammen mit seinen Künstlerkollegen Matthias Egersdörfer und Hannes Ringlstetter das literarische Kabarettprogramm ‚Dreizack’ in Berlin zur Premiere gebracht. Jetzt kommt der Franke mit seinem Solo ‚Alles eine Frage der Antwort’ zu den Wühlmäusen. Im Gepäck das erfreuliche Dilemma des denkenden Menschen: ein Wirrwarr von Antworten und Fragen.

Wo lauert die Antwort? Bei Facebook? Wenn die Regierung sagt, sie leiste gute Arbeit, ist das eine Antwort oder ein Witz? CDs mit Bankdaten gibt’s inzwischen bei E-Bay und das Bundesverfassungsgericht korrigiert Gesetze mit Schlupflöchern, groß und undicht wie die Salzstöcke von Gorleben.

Woran liegt es, dass Franken die einzige Gegend in Deutschland ist, bei der Google Street-View die Gesichter freiwillig raus retuschiert? Cannabis wird legalisiert. Weil die CSU feststellte, dass es sich leichter transportiert als Bierkästen und kein Pfand zu zahlen ist? Und warum schalten Frauen so selten in den 5. Gang? Weil sie eine höhere Stimme haben und auch der Motor weiblich klingen soll?

Die Themen überholen sich, wir werden mit Informationen bombardiert, aber das Wissen hat uns längst Google abgenommen. Für jeden Unfug gibt es die passende Antwort – und wenn nicht, war die Frage einfach falsch gestellt.

Wer weiß noch, was er will? Und wer will das noch alles wissen? Wir sind ein Oberflächenstaat, oberflächlich bebaut mit Dreifachgaragen. Und fürs Gewissen gibt’s ja Benefiz-Galas. Ist Schubeck dabei, darf man sich auf Ingwer freuen. Der Erlös geht nach Abzug der Honorare an den Dalai Lama. Die einzige Religion, die akzeptiert werden kann – außer Kreditkarten.

Berlin Premiere:
Dienstag, 12. April 2011: Berlin, Wühlmäuse

www.regenauer.de

Kategorien:News und Termine

Zebrano-Theater feiert Wiederauferstehung!

zebrano theater

Das Zebrano-Theater spielt weiter

 

BERLIN (bm) – In einer der letzten Theatervorstellungen, die eigentlich eine Abschiedsveranstaltung sein sollte, haben sich aus dem Publikum überraschend Gönner gemeldet, denen das kleine Theater im Friedrichshain sehr am Herzen liegt und die bereit sind, in den nächsten drei Jahren die Mehrkosten der Miete zu tragen. Andernfalls hätte das Zebrano-Theater wegen einer erheblichen Mieterhöhung schließen müssen.

Die großzügigen Spenden geben dem neu gegründeten und eingetragenen Zebrano-Theater e.V. die Möglichkeit, bis auf weiteres den Theaterbetrieb fortzuführen. Der Verein ist von jetzt an Betreiber des Theaters, wobei die künstlerische Leitung nach wie vor in den Händen von Hans-Kaspar Aebli und Sebastian Krämer bleibt. An der Linie der Programmgestaltung wird sich also nichts ändern, allein die Termindichte der letzten Monate wird erst allmählich wieder erreicht werden. Alle Arbeiten zur Aufrechterhaltung des Theaterbetriebes erfolgen ehrenamtlich.

Sonntag, 10. April 2011, 19.30 Uhr:
Im außerplanmäßig verschobenen Club Genie und Wahnsinn wird eine Woche vor Ostern die Wiederauferstehung des Zebrano-Theaters gefeiert.

Dienstag, 12. April 2011, 19.30 Uhr:
Die Dienstagspropheten mit dem großen F.W. Bernstein als Gast und eine höchst explosive Kombination aus altem und neuem Showtalent.

Freitag, 29. April 2011, 19.30 Uhr:
Sebastian Nitsch und Hans Krüger: Freier Fall nach oben. Herr Nitsch trifft auf Rotkäppchen. – Wie seltsam und wie seltsam schön das Leben sein kann, und wie Rotkäppchen, Wolf und Großmutter in Personalunion um dasselbe kommen.

Sonnabend, 30. April 2011, 19.30 Uhr:
Michael Feindler: Allein unter Menschen. Kabarett nach Versmaß

www.zebrano-theater.de

Kategorien:News und Termine

Krachiger Kult in Kreuzberg – Klub Mahoni im BKA Berlin

5. April 2011 1 Kommentar

Toni Mahoni (Foto © Andreas Muehe)

Toni Mahoni & Gäste: Klub Mahoni – Kritik

BERLIN (gc) – Toni Mahoni hat alle zwei Monate seinen Live-Auftritt. Dann setzt der Podcast-Star, Liedermacher und Küchentischphilosoph zum Sprung an, verlässt das Internet und kommt auf der Bühne des BKA (Berliner Kabarett Anstalt) zusammen mit Gästen offline wieder zum Vorschein. Für Kultveranstaltungen muss man eben nach Kreuzberg. Für jeden dieser Abende legt sich Toni Mahoni ein Thema zurecht. Diesmal soll es die Wahrnehmungsfalle sein. Er sitzt dabei an einem Küchentisch, ist leger gekleidet, nippt ab und zu an seinem Bier und zündet sich nur bei seinen selbst empfundenen Höhepunkten die Zigarette an.

Toni Mahoni berlinert sich durch den Abend. Es ist eine besondere Form von Integrationskurs, an der so mancher Ex-Bundesbanker und Möchtegern-Autor seine helle Freude hätte. Mahoni schweift durch das Programm und philosophiert. Seine Kernthese: Wir sehen nichts, und den Rest bilden wir uns ein. Was man halt nach ein paar Bier so philosophiert. Mahoni singt aber auch: Über die Liebe, die Ex des Pianisten und die Dehnbarkeit von Zeit. Er singt so kultig, wie es seine an Tom Waits erinnernde Stimme zulässt.

Manchmal heult er auch wie ein Wolf, und manchmal hat er so frische Texte, dass er vom Blatt singen muss. Seine aus fünf Musikern bestehende Band leistet dabei Großes, wenn sie im selben Stück von der Pop-Schnulze zu finnischem Humppa und wieder zurück wechselt. Kein Zweifel, die Musik dominiert den Abend. Der musikalische Fluss wird aber immer wieder vom Philosophieren mit den Gästen unterbrochen.

Da ist Nicola Rost, eine Sängerin mit fesselnder Stimme und fesselnder Persönlichkeit. Mit beidem begeistert sie das Publikum. Da ist das Bandmitglied Benno aus Brandenburg, das sein Wissen über das heimatliche Bundesland unter Beweis stellen muss. Und Meta, der Hard-Rocker, für dessen musikalischen Beitrag das anfangs verteilte Ohropax überlebenswichtig wurde. Trotz oder wegen der Lautstärke gerät das Publikum in Verzückung.

Einzig das Philosophieren mit Peppe Voltarelli gestaltet sich problematisch. Peppe, ein original italienischer Liedermacher, kommt nicht so recht aus sich und seinem lachsfarbenen Mantel heraus. Das liegt an den mangelnden Deutschkenntnissen. Die Fröhlichkeit seiner Songs hingegen begeistert die Massen. Der Klub Mahoni ist eine Ego-Show für alle teilnehmenden Künstler, garniert mit viel Musik. Manchmal wirkt er wie ein großer Tierversuch unter Bühnenscheinwerfern. Aber er ist eben Kult.

Gilles Chevalier © 2011 BonMot-Berlin Ltd.

nächste Termine:
Do, 26. Mai 2011: Berlin, BKA-Theater
Do, 28. Juli 2011: Berlin, BKA-Theater

www.tonimahoni.com

Kabarett total – Matthias Deutschmann

Matthias Deutschmann: Deutsche, wollt ihr ewig leben?

Matthias Deutschmann (Foto © Sabine Schnell)BERLIN – Nach einem guten Jahr Bühnenabstinenz ist der Großmeister des politischen Kabaretts zurück und mischt sich ein. Uraufführung war vor ein paar Tagen in München, jetzt kommt Deutschmann nach Berlin.

Was ist los in Deutschland? Kaum ist die letzte Finanzkrise abgeflaut, ruft ein Hobbydarwinist unter großem Beifall den deutschnationalen Notstand aus: Das deutsche Humankapital verflüchtigt sich. Der Kampf um’s globalisierte Dasein wird härter. Dummerweise werden die Deutschen immer dümmer. Und das aus eigener Kraft.

Was ist das für ein Land, wo Lobbyisten die Kanzlerin durch und durch regieren? Schwarz und Gelb sind die Schreckfarben der Politik, und Grün leuchtet so hell, dass es fast blendet. Schwaben proben den Aufstand gegen Land, Bund und Bahn, und hinter den Kulissen der CDU ist der Teufel los, denn es kommt was von rechts!

Höchste Zeit, sich den Deutschen Zirkus mit seinen Dompteuren, Nationalakrobaten und Pausenclowns mal näher anzusehen, findet Matthias Deutschmann.

Do, 7. April bis Sa, 9. April 2011: Berlin, Wühlmäuse
Mi, 13. April 2011: Mönchengladbach, Rotes Krokodil
Do, 14. April 2011: Witten, Werkstatt

www.matthiasdeutschmann.de

Saukomisch oder tierisch ernst? – Frederic Hormuth

Frederic Hormuth (Foto © Brigitte Bärenz)

Frederic Hormuth: Charaktersau sucht Trüffelschwein – Premiere

MANNHEIM – Ob Boulevard oder Bundestag, ob Koalition oder Kopulation, es geht doch immer wieder um die große Frage „Wer mit wem?“. Frederic Hormuth zeigt, wer alles zusammengewachsen ist, ohne wirklich zusammengehört zu haben. Denn Deutschland ist oft nur eine Zweck-WG. Mit Möglichkeit zur Teilnahme an Verkaufsveranstaltungen. Weiterlesen…

Kategorien:News und Termine

Schwarze Grütze heute im Fernsehen

2. April 2011 4 Kommentare

Schwarze Grütze: Stefan Klucke und Dirk Pursche (Foto ©Thomas Bartilla)

Das Musikkabarett Schwarze Grütze hat Spaß am Spaß

TV – Eine Stunde der komischsten, verrücktesten und meist gewünschtesten Lieder und Geschichten sendet das MDR-Fernsehen pünktlich zum 15. Bühnenjubiläum des Musikkabarett-Duos ‚Schwarze Grütze‘: ‘Humor im Anzug’. Einschalten!

Zwei rote Gitarren, ein Klavier, Humor der feinen englischen Art, verpackt in eingängige Melodien – das ist ‚Schwarze Grütze‘. Satirisch und skurril überhöht schrammen die Texte des Potsdamer Musik-Duos haarscharf am wirklichen Leben vorbei und hinterlassen mit wortverspielten Liedern im farbenfrohen Schwarz ein hingerissenes Publikum.

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Scharfkantige Wortspiele und charmante Fettnäpfchenexkursionen

Sa, 2. April 2011, 23 bis 24 Uhr, MDR
Spaß am Spaß – Humor im Anzug von und mit Schwarze Grütze

Empfangsmöglichkeiten MDR

www.schwarze-gruetze.de

www.einlaecheln.com

Mit AgentuRiRo auf Erfolgskurs – Chaostheater Oropax

1. April 2011 2 Kommentare

Oropax (Foto © Oropax)

„FIRST WE TAKE DRESDEN THEN WE TAKE NEW YORK“

BERLIN/ FREIBURG/ MÜNCHEN (bm) – Das Chaostheater Oropax aus Freiburg hat nach langer Suche endlich eine neue Agentur gefunden. Sogar eine, die sich extra seinetwegen gegründet hat: die AgentuRiRo mit Niederlassungen in Berlin und München. Noch im Februar hatte das Comedy-Duo diese Aufgabe mit einer ganzseitigen Annonce im Katalog der Internationalen Kulturbörse Freiburg auf Seite 219 ausgeschrieben. „International tätiges Chaos-Theater sucht Management/erinin (???, bm) (…) Für diese Bereiche suchen wir ein sehr extrem gutes Management mit Hang zur Lebensfreude.“ Weiterlesen…

Kategorien:Comedy, News und Termine
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