Archiv

Artikel getaggt mit ‘Besprechung’

Thomas Nicolai: Sächsisch für Anfänger – Buchbesprechung

Sächsisch für Anfänger - Cover„Häng disch off!“
Comedian Thomas Nicolai erklärt den sächsischen Dialekt

Angeblich hat Sächsisch keinen guten Ruf. Ist laut Umfragen der unbeliebteste Dialekt. Da kann es sich nur um Neid handeln. Denn diese Mundart kommt nur Sachsen über die Zunge. Um zumindest das Verständnis zu erleichtern (und nicht, weil der MDR ohne Untertitel sendet), gibt es Wörterbücher – nun auch „Sächsisch für Anfänger“ von Thomas Nicolai.

Der Comedian ist gebürtiger Leipziger, also Muttersprachler, und weiß, dass Kult in diesem Fall auf Kultur beruht. Sächsisch hat nicht allein mit Aussprache zu tun, sondern mit Charakter. Und mit Witz natürlich.

Nicolai gliedert sein „1 x 1 des Sächsischen“ in Crashkurse, Wortschatz, Interpretationshilfen, Weiterlesen…

Helmut Schleich: Nicht mit mir! – Kritik

23. Februar 2012 Hinterlasse einen Kommentar

Helmut Schleich - Nicht mit mirGelungenes Auswärtsspiel einer zerrissenen Persönlichkeit

BERLIN (gc) – Das Berliner Mehringhoftheater hat in dieser Woche Besuch aus Bayern: Helmut Schleich gastiert mit seinem aktuellen Solo-Programm „Nicht mit mir!“. Kann das gutgehen, ein Bayer in Preußen? Ist die Gesellschaft wirklich schon so integrationsbereit?

Das Kreuzberger Publikum jedenfalls braucht seine Zeit, ehe es mit diesem kaum zu bändigenden Vollblut-Komiker warm wird. Weiterlesen…

Horst Schroth: Was weg ist, ist weg – Kritik

22. Februar 2012 Hinterlasse einen Kommentar

Horst Schroth 01 - Foto  © Oliver FantitschEin abendfüllender Geburtstag

BERLIN (gc) – Mutig ist er schon, der Horst Schroth! In anderthalb Jahren im (theoretischen) Rentenalter angekommen, ist er sich für keinen modischen Gag zu schade. Violette Wildlederschuhe sind es, die er bei seiner ausverkauften Vorstellung in den Berliner Wühlmäusen zum schwarzen Anzug trägt. Und sie passen perfekt zu seinem Einstecktuch. Respekt!

Welche Farbe haben noch gleich die Schuhe von Benedikt XVI.? Religionsübergreifend erzählt der Katholik Horst Schroth in „Was weg ist, ist weg“ erneut eine seiner atemberaubenden Geschichten. Sein Auto ist durch einen Brand zerstört worden und damit auch sein Laptop und seine Ausweispapiere. Weiterlesen…

Annamateur & Außensaiter: Screamshots – Ein musikalisches Overhead-Projekt – Premierenkritik

1. Februar 2012 Hinterlasse einen Kommentar

live-lustig-banner-staatsschauspiel-dresden-annamateur-screamshots-2012-01-28-foto-© 2012 bonmot-berlin ltd.jpgKopfüber ins Herz

DRESDEN (bm) – Tageslichtprojektoren gehören nicht gerade zu den üblichen Requisiten auf der Bühne. Aber was ist schon üblich bei Annamateur? Sie benutzt ihn, weil sie heute eben mal Schule spielen will. Links und rechts von ihr sitzen die Außensaiter, ihre exzellenten musikalischen Begleiter: Stephan Braun mit dem Jazz-Cello und Samuel Halscheidt mit der akustischen Gitarre – zwei Virtuosen. Weiterlesen…

Bodo Wartke: Klaviersdelikte – Premierenkritik

28. Januar 2012 1 Kommentar

Bodo Wartke - Klaviersdelikte © bodowartke.deStehende Ovationen bei der Uraufführung

BERLIN (gc) – „Probleme sind in diesem Programm das Leitmotiv“, sagt Bodo Wartke. „Probleme, die ich früher noch nicht hatte“, heißt auch das erste Lied, mit dem er das Publikum sofort für sich einnimmt. Früher sind Frauen das Leitmotiv gewesen – hat er mit diesem Thema etwa abgeschlossen? Keineswegs! Denn Frauen kommen in den „Klaviersdelikten“ reichlich vor: Weiterlesen…

Werner Brix: 40PLUS – Über Männer in den besten Jahren

28. Oktober 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Werner Brix – Foto © jimmidee-production_AZechmeister

Von der Kunst zur Künstlichkeit

WIEN (pb) – Wohin des Weges, Werner Brix ? Das eigene Altern und die damit verbundenen Befindlichkeiten zur Basis von Kabarettprogrammen zu machen, ist zwar nicht der innovativste Ansatz, aber er eröffnet immerhin viele Möglichkeiten. Der Mitt-Vierziger entscheidet sich in seinem neuesten Solo für einen pseudowissenschaftlichen Vortrag eines in seiner Verschrobenheit anfänglich an Kurt Weinzierls „Pilch“ erinnernden Professors über die angeblich schlagartige Emotionalisierung des Mannes über 40, der – gefangen in Geschlechter-Zwängen und Generations-Prägungen – verzweifelt nach Ausgeglichenheit sucht.

Angereichert u.a. mit der Analyse typischer Gesprächsmuster zwischen Ehepartnern, etymologischen und anderen Halblustigkeiten, sowie ein paar als One-Man-Band mit Loop-Machine vorgetragenen Liedern, verkündet er als großer Frauenversteher und Dr. Seltsam der Selbstfindung seine große Erkenntnis : Männer über 40 – wenig schmeichelhaft zur finalen Kategorie der „Uhus“ ( = Unter Hundert) zusammengefasst – wären ja grundsätzlich perfekt, würden ihnen bei ihrem Coming-Out als empfindsame, reife Männer nicht ständig ein paar Jahrtausende Patriarchat in die Quere kommen. Daher lieber gleich : Frauen an die Macht. Und: „Wir haben euch lieb.“

Inhaltlich also streng genommen eine hypothetische Unerheblichkeit nach der anderen. Was bei kabarettistisch bereits reichlich abgehandelten Themen, wie die Midlife-Crisis oder die Unterschiede zwischen Mann und Frau, an sich schon ein Problem ist. Unterhaltsam kann das aber allemal sein. Vorausgesetzt, der Text sprüht vor origineller Gewitztheit und der Vortragsstil vor spielfreudiger Komik. Leider hat sich Brix aber ein zwar formulierfreudig verschachteltes, aber für freie Rede – selbst für Langatmige – nur bedingt geeignetes, und überdies klischeetreues Manuskript auf den Leib geschrieben. Daher liest er es auch über weite Strecken vom Blatt ab. Für abwechslungsreiche darstellerische Komik bleibt dann zwangsläufig wenig Bewegungsfreiheit. Stattdessen versucht er, seinen Sätzen mit eigentümlichen, aber dem Verständnis nicht unbedingt zuträglichen Betonungen Spaß abzugewinnen. Und selbst das klappt nur bedingt.

Es sei eben ein wissenschaftlicher Vortrag, daher sei das Vorlesen legitim, erklärt Brix seinem Premieren-Publikum nach Verklingen des Schlussapplauses. Augenzwinkernd.

Dass er seinem Programm damit, dass er den Text nicht in- und auswendig kann, keinen Gefallen tut, dürfte ihm also klar sein. Er beraubt sich damit einer seiner größten Stärken. Die Kunst und Lockerheit, mit der er einst seine kuriosen Charaktere aufmarschieren ließ, ist einer verkrampften Künstlichkeit gewichen. Und die einst unprätentiöse, famose Unterhaltung einer bemühten Behauptung, der er schlicht und einfach nicht gerecht zu werden vermag. Wohin des Weges, Werner Brix?

Peter Blau © 2011 KabarettAT

Nächste Premierentermine 40PLUS – Über Männer in den besten Jahren:
Niederösterreichpremiere: Fr, 28.10.: Baden bei Wien, Casino Baden
Steiermarkpremiere: Di, 8.11.: Graz, Theatercafé Hin & Wider
Oberösterreichpremiere: Fr, 11.11.: Linz, Posthof – Zeitkultur am Hafen
Burgenlandpremiere: Fr, 25.11.: Oslip, Cselley Mühle
Kärtenpremiere: Do, 15.12.: Velden, Casino Velden

www.brix.at

Kategorien:Kabarett, Kritik

Andreas Rebers: Ich regel das – Kritik

26. Oktober 2011 1 Kommentar

Andreas Rebers - Foto © Janine Guldener

Die Ente ist weiter

WIEN (pb) – Mit angemessener Schamlosigkeit bedient sich Andreas Rebers in seinem neuen Solo der hohlen Sprache und der ärgerlichen Argumentationsketten von Politikern und Polemikern, Priestern, Propheten und anderen Predigern. Stets im geistreichen Dienste der hinterfotzigen Provokation, versteht sich. Nein, versteht sich offenbar nicht immer. Dass bei den gelegentlich erzreaktionär anmutenden Überzeugungen, der zu Selbstjustiz neigenden Blockwartmentalität oder der kleinkarierten Umweltschutzverhöhnung stets böse Ironie mitschwingt, überfordert gelegentlich sogar das Kleinkunstpublikum. „Die Satirefähigkeit im Kabarett ist eine begrenzte“, stellt er im Anschluss an die Wien-Premiere an der Niedermair-Bar ernüchternd fest. Aussagen auf Umwegen versickern auf dem Weg zum Verständnis Weiterlesen…

Kategorien:Kabarett, Kritik

Newsletter und Informationsfluss

16. Oktober 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Beate Moeller © BonMoT-Berlin Ltd.Liebe Leserinnen und Leser,
oft bin ich in letzter Zeit gefragt worden, ob www.liveundlustig.de einen Newsletter verschickt. Antwort an alle: Nein, das machen wir nicht. Aber:

Damit Sie immer aktuell informiert sein können über Kabarett, Comedy, Chansons, schräges Liedgut, satirische Literatur – und was sich sonst noch so alles auf LIVE und LUSTIG tut – und unabhängig von Zeit und Ort nichts versäumen, haben wir als Service für Sie zwei kostenlose und ausgesprochen praktische Dienste eingerichtet:

Erstens: Mit dem orangen Quadrat oben rechts können Sie den RSS Feed abonnieren. Das Icon setzt sich dann in Ihre Favoriten- bzw. Lesezeichenleiste. Sobald Sie drauf klicken, erscheinen die neuesten Artikelüberschriften, die Sie wiederum anklicken können, um sie zu lesen.

Zweitens: Unten rechts am Bildschirmrand beim grauen Follow-Button können Sie Ihre e-mail-adresse eintragen. Dann erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung per mail bei jeder neuen Veröffentlichung. Sie brauchen nicht zu befürchten, dass wir mit der von Ihnen angegebenen Adresse irgendetwas anderes anfangen. Dafür hätten wir noch nicht einmal die Zeit. Und das entspräche auch nicht unserer Einstellung.

Selbstverständlich können Sie jeden der beiden kostenlosen Dienste auch wieder kündigen – wann auch immer Sie das möchten.

Dass wir Ihnen überhaupt diesen umfangreichen Service der freien journalistischen Berichterstattung unabhängig von Zeit und Ort, also online und kostenlos, zur Verfügung stellen können, verdanken wir der deutschsprachigen Kabarett- und Kleinkunstgemeinschaft, oder Familie?, die www.liveundlustig.de mit Werbebannern und Microbuttons unterstützt.

Dafür bedanken sich ganz herzlich
Beate Moeller & das Liveundlustig-Team

maschek: 101010 – Ein revolutionärer Fernsehtag

14. Oktober 2011 Hinterlasse einen Kommentar
Spott auf Speed

WIEN (pb) – Mit seiner scharf geschliffenen Text-Bild-Schere durchpflügt das preisgekrönte Trio “maschek” auch in seinem neuen Bühnenprogramm “101010 – ein revolutionärer Fernsehtag” wieder mit schnellen Schnitten die weltweiten TV-Bilder eines einzigen Sendetags : Nachrichten, Interviews, Magazin-Beiträge, Talk- und Casting-Shows. Vor den frech-witzigen und vor keinem Unfug gefeiten Neudeutungen und Umvertonungen der Herren Hörmanseder, Salamun und Stachel ist keine Sendung sicher.

maschek 101010 - Foto © katsey.orgDer 10. Oktober 2010 war natürlich alles andere als ein besonders „revolutionärer Fernsehtag“. Sich bei der Suche nach verwertbarem Bildmaterial auf einen Tag des Jahres zu beschränken, mag wie ein besonders bedeutungsvoller Zufallsgenerator oder zumindest wie eine künstlerische Herausforderung anmuten, ist aber in erster Linie eine Arbeitserleichterung. Die Beschränkung ist des Trios unverzichtbarstes Instrument bei der Bewältigung der Bilderflut. Sie ermöglicht ihm, den Überblick über ihren Werkstoff nicht ganz zu verlieren. Und sie schafft die Basis für den kuriosen Witz, der vor allem daraus resultiert, dass aberwitzige Zusammenhänge konstruiert und erstaunliche Bögen oftmals mit erfrischender Brutalität und naheliegenden Pointen gnadenlos übers Knie gebrochen werden müssen.

Durchaus erhellend ist auch – z.B. mittels Bildern von Gaddafi und Mubarak in selbstgefälligen Machtposen – daran erinnert zu werden, was vor einem Jahr noch alles ganz anders war. In der „maschek“-Version versuchen die beiden Ex-Potentaten ihren Kollegen Assad davon zu überzeugen, sich doch H.C. Strache als Double zuzulegen. Ein zweiter Bildungsweg, für den es noch nicht zu spät wäre. Hugo Chavez lassen „maschek“ eine neue Weltwährung aus Tomaten ins Leben rufen, Kim Jong-Il hat eine Blumenallergie und bemüht sich, den Tourismus in Nord-Korea anzukurbeln, die deutsche Bundeskanzlerin Merkel kommandiert ihren türkischen Amtskollegen Erdogan durch eine chaotische Pressekonferenz und der ohnedies schon regelmäßig zu unfreiwilliger Realsatire tendierende ZDF-„Fernsehgarten“ verkommt zu einer lächerlichen Verkaufsshow für japanische Billig-Regenschirme. Grandios.

Höhepunkt der angemessen respektlosen Neu-Synchronisationen – denn die Opfer des „maschek“-Spotts sind ja in erster Linie Politiker und TV-Shows, die durchwegs deutlich Schlimmeres verdient hätten, als zu höheren Ehren der Bühnenunterhaltung durch den Kakao gezogen zu werden – ist ihre akustische Bearbeitung des Festakts „90 Jahre Kärnten“. Die Gespräche und Kommentare der hinter den Rednern auf der Würdenträger-Tribüne platzierten Ehrengäste gingen bei der Premiere von „101010“ fast im Gelächter des Publikums unter.

Auch wenn „maschek“ bei ihrem hemmungslosen Hang zu Blödeleien gelegentlich ihr roter Faden der Weltwirtschaftskrise abhanden kommt und die eine oder andere etwas langatmigere Szene – mit Juliette Lewis beispielsweise – für Spaß-Pausen sorgt, bietet auch das jüngste Ergebnis dieser bereits bestens bewährten und unverändert so was von abendfüllend amüsanten „maschek“-Methode wieder eine sehr empfehlenswerte Mischung aus entlarvender Satire und schwerelosem Nonsens. Der Vorfreude auf ein voraussichtlich von fröhlichen Faschingswitzen schwer gezeichnetem Fortsetzungsprogramm namens „111111“ steht somit nichts im Weg.

Peter Blau © 2011 KabarettAT

nächste Termine:
Fr + Sa, 14. + 15. Oktober: Berlin, BKA-Theater
Di, 18. Oktober: München, Lustspielhaus
Mi + Do, 26. + 27. Oktober: Wien, Rabenhof-Theater

verwandter Beitrag auf www.liveundlustig.de :
Happy Zapping on Doomsday mit maschek

www.maschek.org

Kategorien:Kabarett, Kritik
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 196 other followers