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Posts Tagged ‘Kritik’

„Voll auf die Ohren“ beim Köln Comedy-Festival

21. Oktober 2014 Hinterlasse einen Kommentar

Köln lacht 2. Abend - Collage by Carlo WankaWDR 5 Radiogala mit Mathias Tretter, Lars Reichow, Nils Heinrich, Tobias Mann und Dieter Nuhr

von Marianne Kolarik

KÖLN – Ein Mann im Schottenrock ist ein erhebender Anblick: besonders wenn er Mathias Tretter heißt. Der Kabarettist mit dem breiten Kreuz verfügt über sehr wenige weibliche Anteile, zumindest rein äußerlich.

Zu sehen ist er beim Auftritt in der WDR 5 Radiogala „Voll auf die Ohren“ im Rahmen des Köln Comedy-Festival im Gloria Theater – mit angeblich nix drunter. Das lässt sich aber nicht nachprüfen.
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Kategorien:Comedy, Kabarett, Kritik, Radio

Fulminantes Opening: 24. Köln Comedy-Festival

20. Oktober 2014 1 Kommentar

Köln lacht - Collage by Carlo Wanka16. Oktober bis 1. November 2014

von Marianne Kolarik

KÖLN – Was für ein Start ins 24. Köln Comedy Festival: richtig gute Künstler, eine perfekte Dramaturgie und ein Moderator, der sowohl einen ganz eigenen Stil besitzt als auch den Gästen einen blitzblanken Boden für ihre Auftritte bereitet.

Jess Jochimsen ragt haushoch aus der Menge jener Plaudertaschen heraus, die ihre Rolle als Conférencier dazu missbrauchen, sich selbst in Szene zu setzen. Und gewitzt ist der Wahlfreiburger auch noch. Weil er keine Lust auf ein Warm-up als Possenreißer hat, bekommen die Zuschauer im Kölner Gloria-Theater eine Dia-Show zu sehen. Und was für eine: Bilder aus der Provinz, die in ihrer Komik und Tristesse gleichzeitig fröhlich als auch wehmütig stimmen. Weiterlesen…

Kategorien:Comedy, Kritik

Bis zur Pause in Boshaft – Kritik Max Uthoff

18. Oktober 2014 1 Kommentar

Max UthoffMax Uthoff: „Gegendarstellung“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Mit seinem dritten Solo-Programm „Gegendarstellung“ ist Max Uthoff schon ganz schön rumgekommen. Nach der Premiere am 10. Oktober 2014 im Bonner Pantheon und drei Vorstellungen im Hamburger Polittbüro und im Münchener Lustspielhaus gastiert der smarte „Anstaltsleiter“ für vier Abende im Berliner Mehringhoftheater.

„Wer immer dasselbe sagt, hat Recht!“, postuliert er in sein Megaphon und versorgt die Zuschauer minutenlang mit Plattitüden. Der Witz dabei: Diese Plattitüden kann man täglich hören. Ob am Stammtisch oder in der Talkshow. Solche Sprüche, wie „Der Markt wird es schon richten“, fallen im Alltag gar nicht mehr auf. Hier setzt Uthoff an. Er hat nachgedacht, die Sprüche entlarvt und wurde dabei wütend. Diese Wut entlädt sich im ersten Teil des Abends. Weiterlesen…

Kategorien:Kabarett, Kritik

Selfie mit Weltgeschehen – Kritik Mathias Tretter

14. Oktober 2014 1 Kommentar

Mathias Tretter - Foto © Julia KobalzMathias Tretter: „Selfie“

von Harald Pfeifer

LEIPZIG – Die Gegenwart ist auf eine seltene Art verfahren. Nie ist so viel CO2 in die Welt gepustet worden wie heute, die Chinesen wollen den gleichen Lebensstandard wie wir, wo man hinsieht, gibt es Kriege, Flüchtlinge ohne Zahl, und man strebt nicht etwa nur nach Macht, es muss Weltmacht sein.

Und all das zählt der Kabarettist, von Tretter gespielt, in einem Ton auf, als wäre alles anders, wenn man ihn nur fragte. Er redet viel von Post, vor allem von Postdemokratie.

Am 9. Oktober hat er sein neues Programm „Selfie“ in Würzburg uraufgeführt, am 11. Oktober war dann Leipzigpremiere im academixer-Keller. Und die endete mit großem Applaus. Ein Programm, das kein Spektakel suchte. Weiterlesen…

Kategorien:Kabarett, Kritik, Premiere

Da, des Pudels Kern – Kritik Butzko versus Seibel

10. Oktober 2014 Hinterlasse einen Kommentar

Seibel & Butzko - Foto © PR Thilo Seibel - Thorsten Kern - © BonMoT-Berlin _ Carlo WankaNeue politische Kabarett-Programme von HG.Butzko und Thilo Seibel

von Marianne Kolarik

KÖLN – Warum geht man eigentlich ins politische Kabarett? Diese Frage stellt HG.Butzko zu Beginn seines neuen Solos „Super Vision“ – und gibt in den folgenden eineinhalb Stunden eine plausible Antwort darauf: Hier wird dem Zuhörer klar gemacht, was Freund und Feind im Innersten zusammenhält. Ist schließlich nicht so einfach, den einen vom anderen zu unterscheiden.

Auch Thilo Seibel dröselt in seinem Programm „Das Böse ist verdammt gut drauf“ die – nur auf den ersten Blick komplizierten – Wechselwirkungen auf, mit denen sich die Guten von den Schlechten, die Heilsbringer von den Teufelchen, die Gottgesandten von den Verdammten trennen lassen. Weiterlesen…

Kategorien:Kabarett, Kritik, Premiere

Sächsisch und bolidisch – Kritik Uwe Steimle

6. Oktober 2014 Hinterlasse einen Kommentar

Uwe Steimle - Foto Guido WernerUwe Steimle: „Heimatstunde“

von Hans-Jürgen Lenhart

FRANKFURT – Wenn der Dresdner Kabarettist Uwe Steimle im Westen auftritt, dann kann er sich in größeren Städten wie Frankfurt am Main zumindest sicher sein, auf eine Gemeinde ehemaliger Ostdeutscher zu stoßen, die seinen Auftritt zu einem halben Heimspiel machen.

Deshalb sprach Steimle bei seinem Auftritt im Neuen Theater in Frankfurt-Höchst auch gleich nach einer Handzeichenprobe vom „Vertriebenentreffen“ und betonte, wie wichtig ihm ist, was ihn und ehemalige DDR-Mitbürger zusammenbringt: Das Gefühl von Heimat. Weiterlesen…

Kategorien:Kabarett, Kritik

Moresco – eine Frau, die weiß wo der Hammer hängt!

3. Oktober 2014 Hinterlasse einen Kommentar

2014-09-26 Patrizia Moresco _ Foto © BonMot-Berlin_ Carlo Wanka 001Patrizia Moresco: “Bissfest – Dolce Vita im Sparschwein“

von Carlo Wanka – mit Fotostream am Ende

BERLIN – Das Licht geht aus, das Licht geht an. Moresco kommt in einem raffinierten schottisch angelegtem Outfit auf die Bühne und legt ein schwungvolles Opening hin. Je oller, je doller, das hält die nie durch. Doch! Bis zum letzten Atemzug der Zugaben, erlebt man einen Wirbelwind an Komik, Wortwitz, Gesang und alle Arten von Charakteren.

Das Publikum des gut besuchten Kookaburra Comedy Club macht es ihr dabei am Anfang echt schwer. In bräsiger Gemütlichkeit sitzt es fast anteilnahmslos an den Tischen mit der Einstellung: “Nu, Mädel mach mal, unterhalte uns jetzt, wir haben ja bezahlt.” Die Moresco nimmt die Herausforderung an. Professionell zieht sie ihr Ding durch, unbeeindruckt von den quatschenden, streitenden und gelangweilt wirkenden Zuschauern.

Zehn Minuten später. Man denkt, das alte Publikum sei gegangen und man habe es gegen ein neues, besseres, willigeres ausgetauscht. Die Zuschauer lachen pausenlos und kriegen sich schier nicht ein. Patrizia Moresco hat sie gekriegt, den Bann gebrochen und die Herausforderung für sich entschieden. Weiterlesen…

Kategorien:Comedy, Kabarett, Kritik

Geschichte mal anders, ohne Kriege mit nackten Germanen und Wagner – Kritik Sebastian Schnoy

28. September 2014 1 Kommentar

2014-09-27 Sebastian Schnoy Napoleon Hut - Foto © BonMot-Berlin _ Carlo WankaSebastian Schnoy: “Von Napoleon lernen, wie man sich vorm Abwasch drückt.”

von Carlo Wanka

Warum wir Geschichte in der Schule nie so gerne wollten, läge an den Zahlen und Kriegen. Mit dieser Überzeugung eröffnet der Hamburger Kabarettist und Buchautor Sebastian Schnoy sein Programm.

“333” wirft er in das fast ausverkaufte BKA-Theater, rechts antworten Mehrere prompt: “Bei Issos Keilerei!”
Herr Schnoy begrüßt die Wissenden. Die Unwissenden dürfen dieser Begabtenecke nun applaudieren. Er fragt nicht nach dem geschichtlichen Großereignis. Nett von ihm.
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Kategorien:Kabarett, Kritik

Zwischen Sartre und Selbstoptimierung – Premierenkritik Florian Schroeder

27. September 2014 Hinterlasse einen Kommentar

Florian Schroeder 300 - Foto © Agentur Rampensau _ Gerd WinterleFlorian Schroeder: „Entscheidet Euch!“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Im Berliner Kabarettheater Die Wühlmäuse feiert Florian Schroeder die Premiere seines vierten Soloprogramms. „Entscheidet Euch!“ heißt es und ist eine gelungene Mischung aus Parodie, Politik und Gesellschaftsbetrachtung. Dabei hat Schroeder besonders seine eigene Generation ins Visier genommen: Die jungen Erwachsenen, die mitten im Leben stehen und nun wichtige Entscheidungen für die Zukunft treffen müssen.

Das kann der Kauf eines neuen Notebooks sein, der sich infolge der Weiterlesen…

Kategorien:Kabarett, Kritik, Premiere

Ohne Fracksausen mit dem Butzemann auf Spaß-Tour – Kritik Ass-Dur

19. September 2014 1 Kommentar

Attachment - Foto Jan Wirdeier - PR Bar jeder VernunftAss-Dur: „3. Satz: Scherzo Spirituoso“

von Gilles Chevalier

BERLIN – „Wir haben im dritten Programm den Witz in die Aussprache gelegt“, sagt Benedikt Zeitner in seinem Frack und besteht auf der deutschen Aussprache des italienischen Wortes „scherzo“. Ein Scherz, zweifellos. Dominik Wagner am Stutzflügel trägt Kapuzenpulli und Jogginghose.

Uraufführung ihres dritten Programms war am 11. September 2014 in der Bar jeder Vernunft in Berlin. „Ein knalliges Datum“, bemerkt Zeitner, „denn an diesem Tag hat Franz Beckenbauer Geburtstag.“

Nach einer Weiterlesen…

Stankt Ingberter Pfannen 2014 für René Sydow und Timo Wopp

12. September 2014 Hinterlasse einen Kommentar

2014 - Stankt Ingbert - Die Gewinner - Foto © Rainer Hagedorn Collage Carlo WankaDrei Preise für zwei Gewinner

von Beate Moeller

ST.INGBERT – Nach vier Tagen Wettkampf der zwölf Teilnehmer im saarländischen Sankt Ingbert stehen die Gewinner fest. Die Jury vergibt ihre beiden gleichwertigen Preise an René Sydow und Timo Wopp. Die 800 Besucher des Spektakels in der Stadthalle entscheiden sich mehrheitlich ebenfalls für Timo Wopp.

Jeder der drei Preise ist mit einer exklusiven Kupferpfanne aus französischer Herstellung und 4.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am Freitag, 12. September 2014 in der Stadthalle von Sankt Ingbert statt.

 

Für Liveundlustig hat Gilles Chevalier ausführlich über den Wettbewerb in Sankt Ingbert berichtet. Überblick HIER.

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Das große Kleinkunstfestival der Wühlmäuse 2014

12. September 2014 2 Kommentare

Das große Kleinkunstfestival der Wühlmäuse 2014 - Collage & Foto © BonMoT-Berlin/ Carlo Wanka

 

Jurypreis für Torsten Sträter, Publikumspreis für Ole Lehmann, Ehrenpreis für Bastian Pastewka, Berlinpreis für Eckart von Hirschhausen

 

von Beate Moeller

… am Ende des Berichts findet ihr eine lustige Bildersammlung …

BERLIN – Was für ein Marathon! Vier Stunden Kleinkunst, 20 Künstler auf der Bühne, davon vier frisch gekürte Preisträger 2014, zwei Vorjahrespreisträger und sageundschreibe: eine Frau. Das Theater der Wühlmäuse bis auf den letzten Platz besetzt, gleichzeitig Live-Übertragung im RBB mit Voting der Fernsehzuschauer. Weiterlesen…

Der vierte Wettbewerbsabend in Sankt Ingbert 2014

11. September 2014 2 Kommentare

2014 - Stankt Ingbert - 4. Wettbewerbstag - Foto © Rainer Hagedorn Collage Carlo WankaOn stage tonight: René Sydow, Joachim Zawischa und Duo Diagonal

von Gilles Chevalier

ST. INGBERT – Der Auftrittsapplaus für den nimmermüden Moderator Philipp Scharri ist schwach. Die Zuschauer wirken zu Beginn des letzten Wettbewerbsabends müde und abgeschlafft. Keine guten Voraussetzungen für 34-jährigen René Sydow, der Ausschnitte aus seinem Programm „Gedanken! Los!“ zeigt. Doch Sydow steckt voller Energie und lässt sich auch von einem aus tontechnischen Gründen erzwungenen Neustart seines Programms nicht aus der Fassung bringen. Weiterlesen…

Der dritte Wettbewerbsabend in Sankt Ingbert 2014

10. September 2014 2 Kommentare

2014 - Stankt Ingbert - 3. Wettbewerbstag - Romy Seibt - Foto © Rainer Hagedorn Collage Carlo WankaOn stage tonight: Alexandra Gauger,
Timo Wopp und Das Lumpenpack

von Gilles Chevalier

ST. INGBERT – Alexandra Gauger ist Mezzosopranistin mit Opernhintergrund. Den schiebt sie aber ein wenig zur Seite, um Ausschnitte aus ihrem Programm „Spiel mir das Lied vom Glück“ zu zeigen. Gesangsparodie und Sozialkritik sind die Themen ihres Vortrags.

Gut, auf einen neu betexteten „Carmen“- Ausschnitt will sie nicht verzichten. Als sie bei Whitney Houston Wortfindungsstörungen diagnostiziert, hat sie das Publikum schon fast erobert. Weiterlesen…

Die letzte Gardine – Zur Larmoyanz von Abschiedtouren. Teil 1

9. September 2014 1 Kommentar

Die letzte Gardine - Schramm, Priol, Malmsheimer - Collage Carlo WankaJochen Malmsheimer, Urban Priol und Georg Schramm: die Alten aus der Anstalt

von Marianne Kolarik

BONN – Allein der Aufführungsort ist der Hammer: am Kopfende des Alten Plenarsaals des Bundestages in Bonn prangt ein überdimensionaler Adler, die so genannte „Fette Henne“, ein aus Aluminium bestehender Wappenvogel, dessen Gefieder symbolträchtig asymmetrisch und lückenhaft ist. Sehr beeindruckend.

Im Plenum des 1992 eingeweihten Hauses war Platz für 520 Abgeordnete, auf der Tribüne für 400 Zuschauer. Hier also, in diesem transparenten Bau Weiterlesen…

Kategorien:Kabarett, Kritik
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