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Posts Tagged ‘Kritik’

Einen Sekt auf das Proseccopack! – Kritik Proseccopack

ProseccoPack - Foto Christian Rolfes - Design CWankaProseccopack: „Frau der Ringe“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Es ist die letzte Chance, diese Produktion zu sehen! Seit 2011 tourt das „Proseccopack“ mit dem Programm „Frau der Ringe“ durch die Lande. Zum letzten Mal wird die Produktion in der Berliner Bar jeder Vernunft gespielt. Nora Boeckler, Melanie Haupt und Judith Jakob spielen eine fein gesponnene Geschichte der Kom(m)mödchen-Autoren Dietmar Jacobs und Christian Ehring.

Drei Schulfreundinnen treffen auf der Hochzeit einer vierten Klassenkameradin zusammen und ziehen Bilanz. Weiterlesen…

Kategorien:Kabarett, Kritik

Promblembären auf Thunfischfang bei den Wühlmäusen – Kritik „Mann über Bord“

Mann über Bord - Hofschneider, Schnarre, Bürgi, van Parys - Foto © Dietrich DettmannEin heiterer Herrenausflug

von Gilles Chevalier

BERLIN – Für die Sommerzeit hat man sich bei den Berliner Wühlmäusen etwas Besonderes ausgedacht: Damit die Kollegen bei der Hitze nicht zu oft auf die Leiter steigen müssen, um die Außenwerbung zu ändern, gibt es fünf Wochen lang ein Stück en suite: „Mann über Bord – Eine musikalische Midlife-Krise“ heißt es.

Am Bodensee treffen sich vier Freunde zu einem Wochenende unter Männern. Seit Schulzeiten kennen sie sich, inzwischen sind sie schon fast 50. Jeder erzählt aus seinem Leben, schließlich sind hier vier Prototypen versammelt: Ein Besserwisser ohne Freundin, ein vermeintlich Schwuler, ein Schöner und Erfolgreicher und ein ganz normaler Bierbauch mit Mann dran. Weiterlesen…

Kategorien:Kritik, Schräges

Ein Glückstag – Kritik Axel Pätz

Axel Pätz - chill mal - Fotograf www-AlexLipp-de 2014Axel Pätz: „Chill mal!“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Auch in seinem dritten Solo-Programm „Chill mal!“ hat es sich Axel Pätz auf der Bühne gemütlich gemacht. Den halben Hausstand hat er in das Theater der Berliner Wühlmäuse mitgebracht:

Seinen Sessel aus der Adenauer-Zeit auf einen Teppichläufer gestellt und an den Flügel gerückt. Rund um das Tasteninstrument hat Axel Pätz Akkordeon und Ukulele drapiert. Ohne lange Vorrede begleitet ein Boogie-Woogie einen Sprechgesang über einen gefundenen goldenen Ring. Weiterlesen…

Glücklich und zufrieden – Kritik Martina Schwarzmann

Martina Schwarzmann GscheidGfreid - Foto Gregor Wiebe-Carsten BunnemannMartina Schwarzmann: „Gscheid gfreid“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Seit Februar 2014 ist Martina Schwarzmann mit Ihrem fünften Programm „Gscheid gfreid“ unterwegs. Viele ihrer Auftritte in Bayern sind schon lange im Voraus ausverkauft. Im Theater der Wühlmäuse erlebte Frau Schwarzmann am Sonnabend jetzt selbst eine Premiere: Zum ersten Mal in Berlin vor ausverkauftem Haus zu spielen! Publikum und Künstlerin haben einen wundervollen Abend erlebt.

„Gscheid gfreid“ ist nämlich eine hervorragende Melange aus alten und neuen Elementen der Martina Schwarzmann. Weiterlesen…

Kategorien:Kabarett, Kritik

Ach, wir armen Pädagogen! – Kritik Horst Schroth

4. Juni 2014 1 Kommentar

Horst Schroth / Null FehlerHorst Schroth: „Null Fehler – Lehrer Laux. Das Comeback!“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Aus dem Zuschauerraum heraus betritt Horst Schroth die Bühne der ausverkauften Berliner Wühlmäuse. Er hat eine braune Ledertasche umgehängt und trägt unter einer braunen Weste ein kariertes Hemd, dazu eine rote Cordhose. Horst Schroth ist die Karikatur eines Lehrers. Olaf Laux heißt er heute Abend, genau wie vor zwanzig Jahren.

Denn damals hat Horst Schroth seinen Lehrer Laux schon einmal auf die Bühne gebracht. Jetzt Weiterlesen…

Kategorien:Kabarett, Kritik

Tabubruch mit dem Vorschlaghammer

DŽsirŽe Nick: Retro-MuschiPremiere im Tipi am Kanzleramt: Désirée Nick zeigt uns ihre „Retro-Muschi“

von Axel Schock

BERLIN – Für Überraschungen hat Désirée Nick im Laufe ihrer Karriere freilich immer wieder mal gesorgt. Mit zotig-schamlosen Witzen, wie man sie bis dahin nur von Drag Queens kannte, eroberte sie zunächst vor allem in der Schwulenszene ein dankbares Publikum; mit rücksichtslosem Promi-Bashing fand sie dann ein neues, auch schlagzeilenträchtiges Betätigungsfeld.

Es irritierte dann umso mehr, dass sie sich nicht nur in den intellektuellen Untiefen des „Dschungelcamps“, sondern auch in deutschen Adelskreisen bestens auskennt und dass sie über theologische Grundsatzfragen gleichermaßen fundiert streiten kann wie über den Anti-Feminismus einer Eva Hermann („Eva go home“). Weiterlesen…

Ein ganz normales Pa(a)radies – Kritik Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie

24. April 2014 1 Kommentar

Das Geld liegt auf der Fensterbank 1 - Foto Anna SchrettenbrunnerDas Geld liegt auf der Fensterbank, Marie: „Paradiesseits“

von Gilles Chevalier

 

BERLIN – Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie und die gemeinsame kleine Tochter in der Wiege. Deshalb haben sich Wiebke Eymess und Friedolin Müller für ihr zweites Programm etwas Zeit gelassen.

Nach den durchschlagenden „Mitternachtsspaghetti“ geht es jetzt „Paradiesseits“ weiter. Es ist ein warmherziges Pärchenprogramm geworden, obwohl Wiebke Eymess den Begriff „Pärchen“ überhaupt nicht mag.

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Lebensläufig – Kritik Martin Valenske

18. April 2014 1 Kommentar

Martin Valenske - Foto HP DistelMartin Valenske: „Curriculum Vitae Minimalis – Generation B.A.“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Da steht er nun, der arme Tor, und ist so klug als wie zuvor! Martin Valenske hat zwar eine Auszeichnung für seine 25-semestrige Betriebszugehörigkeit zur Humboldt-Universität zu Berlin erhalten – ein Job war damit aber nicht verbunden!

Jetzt versucht er sich auf der Bühne im Distel Studio in Berlin. Dabei wirkt Martin Valenske zu Beginn etwas verloren. Fast nach Checkliste versucht er, „durch Publikumsinteraktionen das Eis zu brechen“.

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Kategorien:Kabarett, Kritik

Dem Sprit auf der Spur – Kritik Philipp Weber

Philipp Weber Durst - Foto Inka MeyerPhilipp Weber: „DURST – Warten auf Merlot“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Es sind nicht nur die Fans von Samuel Beckett, die sich beim Titel „DURST – Warten auf Merlot“ im Theatersaal der Berliner ufaFabrik versammelt haben.

Wer den aufklärerischen Stil von Philipp Weber schon in seinem vergangenen Programm „FUTTER – Streng verdaulich“ schätzen gelernt hat, kommt auch hier auf seine Kosten – ergänzt um eine nahegehende, sehr persönliche Geschichte.

Philipp Weber, der sich nicht nur als Kabarettist, Weiterlesen…

Kategorien:Kabarett, Kritik

Die fast perfekte Frau – Désirée Nick berichtet „Neues von der Arschterrasse“

3. April 2014 1 Kommentar

Nick Arschterrasse Cover… und lästert über die Abgründe unerreichbarer Schönheitsideale – Buchkritik

von Axel Schock

Als die Schauspielerin Désirée Nick Anfang der 1990er Jahre ihre Karriere ins Comedyfach verlegte, sorgte sie beim neugewonnenen Publikum zunächst für etwas Verwirrung. Viele wollten schlicht nicht glauben, dass dieses Schandmaul da auf der Bühne eine echte Frau und keine Drag Queen sein sollte. Und für so manche Geschlechtsgenossin, die ihr Selbstverständnis auf klassisch feministischen Werten aufbaute, galt die Nick schlicht als ordinäre Frauenfeindin.

Die alleinerziehende Self-Made-Woman hat es derweil sogar bis zur Dschungelkönigin gebracht. Alle Versuche, sie als zotiges, blondes Dummchen abzutun, hat Nick erfolgreich abgewehrt. Spätestens Weiterlesen…

Bibelfest, selbstzufrieden – Pemierenkritik Oliver Polak

Oliver Polak - Foto Daniel JosefsohnOliver Polak lotet mit „Krankes Schwein“ die Grenzen des guten Geschmacks aus

von Gilles Chevalier

BERLIN – Oliver Polak spielt sein neues Programm „Krankes Schwein“ in den Berliner Wühlmäusen. Der Clou dabei: Von ihm ist zunächst nichts zu sehen, denn die ersten zwanzig Minuten des Abends gestaltet David Deery in englischer Sprache. Das ist genauso ungewöhnlich wie der Rest des Abends.

David Deery stammt aus den USA und hat deshalb einen ganz besonderen Blick auf Deutschland und die Deutschen. Solch komische Wörter wie „Mitfahrgelegenheit“ und „Reißverschlusssystem“ gibt es im Englischen nicht. Sie sind auch nicht übersetzbar, sagt er. Sie helfen jedoch, den Deutschen zu charakterisieren: als Regelversessenen. „Käse mit dem Brotmesser schneiden, bringt jeden Deutschen um den Verstand“, sagt Deery.

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Kategorien:Kabarett, Kritik, Premiere

Empört Euch! – Kritik Serdar Somuncu

13. März 2014 1 Kommentar

Serdar Somuncu: „Hassprediger Reloaded“

Großer Bahnhof am Anhalter Bahnhof in Berlin! Serdar Somuncu hat den großen Saal des Tempodroms reserviert, um sein Programm „Hassprediger Reloaded – Hassias HimmelFahrt. Die finale Odienz“ zu präsentieren. Mehr als 2.500 Gäste waren im Tempodrom. Einer von ihnen war unser Kritiker. Und der hat den Saal überrascht verlassen.

Serdar Somuncu 01 – Foto © d2m_berlinvon Gilles Chevalier

BERLIN – Es hat schon vor der Veranstaltung misstrauisch gemacht, dieses Schild mit der Aufschrift: „Die Veranstaltung wird ohne Pause gespielt!“ Und dann sagt Serdar Somuncu auch noch, dass die Show zweieinhalb Stunden dauern wird. Ganz allein bespielt er die große Bühne, hat keinen Chor, keine Tanzgruppe und keine Requisiten dabei. Nur das Wort, das er gewaltig gegen das Publikum einsetzt.

Ja, auch gegen das Publikum, wenn es hereinruft. „Lauter“, will es einer haben, dieses Wort das zu Somuncu nur in Kaskaden herabstürzt. Doch er ist der König des Abends, hat die Lautsprecheranlage auf seiner Seite. Er zeigt dem Hereinrufer, wo der Hammer hängt und macht sich über ihn lustig. „Ich bin Gott und Prophet in einer Person und ihr seid alle Schläfer!“, erklärt er seine Religion, den Hassismus. Und den vertritt er ordentlich. Weiterlesen…

Kategorien:Comedy, Kabarett, Kritik

Nichts für fromme Betschwestern: Burlesque queer – Kritik

Briefs Captain KiddDie australische Varieté-Truppe „Briefs“ präsentiert im Tipi nackte Tatsachen

von Axel Schock

BERLIN – Diese Jungs lassen sich nicht lange bitten. Schon am Ende der ersten Ensemble-Nummer, bei der sie die Kunst des Federfächer-Tanzes zur Perfektion treiben, haben sie sich ihrer prächtigen Kostüme auch schon entledigt.

Dass sich die australische Truppe ausgerechnet „Briefs“ (zu deutsch: Schlüpfer) nennt, kommt nicht von ungefähr. Die halbe Zeit dieses fulminant-unterhaltsamen Abends haben die Herren nämlich nicht viel mehr auf dem Leib – abgesehen von Lidschatten, Brusthaar, Pumps, Perücken oder manch anderer schräger Kopfbedeckung. Und bisweilen reicht es dann auch nicht einmal mehr zu einer richtigen Unterhose. Weiterlesen…

Operettet die Republik! – Premierenkritik

CliviaDie Geschwister Pfister erobern in der Operette „Clivia“ nun auch die Komische Oper

von Axel Schock

BERLIN – Es war nur eine Frage der Zeit, dass die Geschwister Pfister alias Tobias Bonn, Christoph Marti und Andreja Schneider, endlich auch in ihrer Wahlheimat Berlin zu Staatstheaterehren kommen würden.
Denn jenseits ihrer ureigenen musikalischen Shows als multikulturelle Wahlfamilie Pfister haben sie andernorts über viele Jahre hinweg eine Parallelkarriere in Operetten- und Musicalproduktionen aufgebaut – vom Theater St. Gallen über das Stadttheater Bern bis zum Münchner Residenztheater.

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Tunten, Trash und Tränen – Premierenkritik

Les Cagelles 01 - Foto © Adrienne GerhäuserDie Bar jeder Vernunft verwandelt sich für “La Cage aux Folles” – “Ein Käfig voller Narren” zum Broadway en miniature

von Axel Schock

BERLIN – Oberammergau hat seine Passionsspiele, Berlin die Bar jeder Vernunft. Auch da gibt’s im Zehn-Jahres-Rhythmus eine neue, ganz große Show jenseits des klassischen Programms aus Kabarett, Chanson und Entertainment.

Das „Weiße Rössl“ von 1994 (unter anderem mit Max Raabe, den Geschwistern Pfister und Otto Sander) ist längst Operettenlegende. Vincent Paterson‘s Kammerversion des Musicals „Cabaret“ (2004) wurde wegen des immensen Erfolges mehrfach wieder aufgenommen und zog konsequenterweise ins große Schwesterhaus, das Tipi am Kanzleramt.

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