Jetzt erst recht – Panik und Ekstase!
BERLIN (bm) – Vermutlich denken die meisten bei diesem Titel zuerst an Billy Wilders Filmklassiker „Some Like It Hot“, „Manche mögen’s heiß“. Fehlanzeige. Mit dem Schalk im Nacken bekennt Gayle Tufts „Ich bin in den Wechseljahren“ und kündigt den Abend an als ein „hormonelles Erlebnis für die ganze Familie“.
Keine Angst, das ist alles andere als verständnis- oder gar mitleidheischend und auch kein Hitzewallungskabarett. Tatsache ist bloß: Hierzulande kann man sich einem Fremden gegenüber mit weniger Peinlichkeit als Liebhaber extrem perverser sexueller Neigungen vorstellen, als eine Frau zugeben darf, dass sie sich in den Wechseljahren befindet.
Was ist das denn überhaupt für ein Wort? Hört sich nach Auswechseln an. Geht es da um die Reifen von Sebastian Vettel oder um den Bundespräsidenten? Weiterlesen…
Musik-Kasparett im Berliner Mehringhof-Theater, in Nürnberg und in Mainz
BERLIN (bm) – Die beiden Musik-Chaoten aus dem beschaulichen Nudelstädtchen Riesa machen mal wieder Deutschland unsicher. Mit einem Programm, das alles andere ist als ein Best of. Eher „wie Flaschenwegbringen“, finden es Christoph Walther und Stefan Schramm von der bekannten Band Zärtlichkeiten mit Freunden. Nach Jahren hat das schräge Duo endlich mal seinen Probenraum ausgemistet. Dabei kamen die Altlasten zum Vorschein: Nummern, die längst nicht mehr gespielt werden. Lieder und Texte, die man noch verwenden kann und solche, die überhaupt nicht mehr gehen.
Aus Letzteren haben sie als Cordula Zwischenfisch und Ines Fleiwa ein abendfüllendes Programm Weiterlesen…
BERLIN (bm) – Kurz vor dem traditionellen Dreikönigstreffen der FDP hat die Berliner Band The Incredible Herrengedeck das dazu passende Gangsterrap-Video produziert. Wenn Bushido einen Integrationsbambi bekommen kann, dann sind sie eben mal die drei Julis vom Ortsverband Meppen auf Hauptstadtexkursion.
Beim Originalereignis in Stuttgart ein paar Tage nach der Veröffentlichung des Videos habe der neue Generalsekretär Döring eine „Wumba-Wumba-Rede“ Weiterlesen…
LEVERKUSEN (bm) – Am Sonntag, den 1. Januar 2012, ist Klaus Huber nach kurzer Krankheit in Leverkusen gestorben. Er wurde 62 Jahre alt. Der Freejazzer mit Wurzeln in der fränkischen Blasmusik wirkte über dreißig Jahre als Schlagzeuger, Multiinstrumentalist und Schauspieler in der Musikkabarettgruppe Ars Vitalis. Weiterlesen…
BERLIN (cd) – Gayle Tufts has long been the insider tip, (or is that Insider Tipi?) for English-speaking Ex-Pats in Berlin. An American Berlinerin since 1984, she has been wowing local audiences with her particular brand of ‘Denglish’ musical comedy stage shows since 1991. As a sometime Berlinerin, I try to get to Gayle Tufts’ shows whenever possible, because they’re not only musically excellent, but Weiterlesen…
BERLIN (bm) – Zum Glück keinen Jingle-Bells-Weihnachtskitsch sondern eine eisblaue Winter-Show hat Gayle Tufts auf die Bühne des ausverkauften tipi gebrettert. Eine große Show mit Band, zwei wunderbaren Begleitern, die genauso gut tanzen wie singen können, und einer Gayle Tufts, die sich deutlich von „the big girl with the big voice“ zu einer topfitten Tänzerin gemausert hat. Eine tolle Sängerin und Performerin ist sie sowieso. Weiterlesen…
BERLIN (gc) – Man nehme einige anregende Künstler, eine Jury aus Entscheidern der Berliner Kleinkunstszene und die Lachbürger des nahezu ausverkauften Open-Air-Sommerzeltes in der Berliner ufa-fabrik. Dann kann trotz eines kühlen Abends in diesem Nicht-Sommer gute Stimmung herrschen.
Profis und Zuschauer wählten am 28. August gemeinsam ihren God of Musikcomedy aus fünf Finalisten. Michael Krebs gewann diesen Titel, nicht zuletzt, weil er sich als heiterer Botschafter seiner schwäbischen Heimat zeigte. Gerade in Berlin herrscht ja manchmal zwischen Eingeborenen und Schwaben eine gewisse Spannung. An diesem Abend war jedoch nur das Publikum gespannt, wie er sich mit „Neu-Kupfer“ den jugendlichen Frust der Provinz von der Seele rockte oder mit dem „Mädchen von der Jungen Union“ nicht nur das Parteiprogramm untersuchte, sondern auch den Unterleib.
Auch die anderen Finalisten überzeugten. Thomas Nicolai, zum Beispiel, der seine kleinen Geschichten wunderbar musikalisch aufzubereiten weiß. In einer Bollywood-Nummer singt und tanzt er ausladend über die Bühne. Er kann aber auch Soul oder Max Raabe als „Schönen Adelbert“ parodieren.
Oder Nikolic, der das Publikum bei seiner Schlager-Parodie zum Mitklatschen bringt. Bevor er beim „Phantom der Oper“ wildert, vertont er die „Habanera“ aus „Carmen“ neu und fragt „Werd‘ ich jetzt alt?“ Seine klassisch ausgebildete Stimme ist dabei ein spannender Grund mehr, hinzuhören.
C. Heiland ergänzt mit Melancholie und boshaftem Humor. Mit bierernster Miene entlockt er einem sonderbaren Instrument namens Omnichord Minimalmusik.
Florian Schmidt Gahlen hingegen erzählt mehr, als er singt. Schließlich ist es ja auch nicht so einfach, den richtigen Klavierlehrer zu finden oder als Ansager auf dem Rummel zu arbeiten, und den dort gebräuchlichen Tonfall nicht mit nach Hause zu nehmen! Wohltuend auch die angenehm unaufgeregten und kurzgefassten Conférencen von Mark Scheibe, dem es gelang, die Künstler – und nur die Künstler – im Mittelpunkt erstrahlen zu lassen.
Außer Konkurrenz unterhielten Jens Heinrich Claasen und Bodo Wartke. Claasen drückte in seinen „Mutmachliedern“ Zuversicht aus, obwohl ihm „Tine Wittler das Leben versaut hat“. Er kann sich auch gegen „Spieleabende“ wehren, wo Paare den Singles immer überlegen sind. Der charmante und lausbübische Unterhalter Bodo Wartke besingt in „Probleme, die ich früher noch nicht hatte“ die immer neuen Anforderungen im Leben, und sei es nur das Binden einer Krawatte. Er übt aber auch Architekturkritik (gab es so etwas schon in der Kleinkunst?) und träumt im „Schweigen der Spammer“ von einem Leben ohne Werbung.
Schade, dass die fünf Finalisten nur jeweils 12 Minuten Zeit hatten, sich zu präsentieren. Aber grundsätzlich: Mehr, bitte mehr von solchen Veranstaltungen. Einfach nur, um die Vielfalt der Kleinkunst erleben und schätzen zu können.
Michael Krebs
Do, 29.9. bis Sa, 1.10.2011: Berlin, Comedy Club Kookaburra,
aktuelles Programm Es gibt noch Restkarten, Tel. 030-48 32 31 86
Do, 6.10. bis Sa, 8.10.2011: Wien, Schmäh-Stadl
Comedy Mixed Show, Tel. 01-920 96 03
Die anderen vier Teilnehmer treten als Gods of Musikcomedy – Die Show! mit verschiedenen Gästen auf:
Mi, 7.9. bis Sa, 10.9.2011: Berlin, ufa-fabrik, Tel. 030-75 50 30
Mi, 14.9. bis Sa, 17.9.2011: Berlin, ufa-fabrik, Tel. 030-75 50 30
Mi, 28.9. bis Sa, 1.10.2011: Berlin, ufa-fabrik, Tel. 030-75 50 30
BERLIN (bm) – Beim Gods of Musikcomedy Award Finale in der im Berliner ufa-fabrik hat Michael Krebs gewonnen.
Meine Freundin sollte von Apple sein – mit diesem fein getexteten Song trifft Michael Krebs den Nerv der Zeit und skizziert die Zukunft Deutschlands als iLand.