Archiv

Artikel getaggt mit ‘Polittbüro’

Faltsch Wagoni: Deutsch ist dada hoch 3 – Programmtipp

Das wunderbare Dada-Duo dieser Tage in Berlin und in Hamburg

Faltsch Wagoni dadahoch3 (Foto: faltsch wagoni)

Diesen Auftritt sollte kein Mensch mit halbwegs verrückten Gehirnwindungen versäumen.

Weiterlesen…

Philip Simon: Ende der Schonzeit – Kritik

29. März 2012 1 Kommentar

Philip Simon - Foto PRVerrückt wie ein Märzhase

BERLIN (gc) – Die Zwangsjacke hängt drohend vom Schnürboden herab, als Philip Simon in den ausverkauften Wühlmäusen sein zweites Programm „Ende der Schonzeit“ spielt. Hineinschlüpfen wird er nicht, denn das „Brisseln im Kopf“ macht ihn schon verrückt genug. Dieses „Brisseln“ bekommt er, wenn er sich mit dem Unfug auseinandersetzt, der uns alle Tag für Tag umspült.

Sein Credo: „Der Wulff ist weg, und der kommt auch nicht wieder“. Diese Bundespräsidenten-Charge, die es schaffte, „Außenminister Westerwelle wieder sympathisch erscheinen zu lassen“ dominiert den ersten Teil seiner Show.

Bei Philip Simon wurde „Gedächtnis-Tourette“ diagnostiziert. Jetzt ist er glücklich, weil er das Weiterlesen…

Kategorien:Comedy, Kabarett, Kritik

Christine Prayon – Portrait

21. März 2012 3 Kommentare

Christine PrayonAch du Schreck: Eine komische Frau

KÖLN (mk) – Ihr bisheriges Leben hat mit dem des berüchtigten Freiherrn von Münchhausen eines gemeinsam: Christine Prayon musste sich selbst mehrfach am eigenen Schopf aus dem Schlamassel herausziehen. Zum ersten Mal im Jahr 2004, als ihr das Engagement am Theater in Baden-Baden gekündigt wurde. Die Einladungen zum Vorsprechen an anderen Bühnen waren so rar wie Weiterlesen…

Kategorien:Comedy, Kabarett, Portrait

Annamateur & Außensaiter: Screamshots – Ein musikalisches Overhead-Projekt – Premierenkritik

1. Februar 2012 Hinterlasse einen Kommentar

live-lustig-banner-staatsschauspiel-dresden-annamateur-screamshots-2012-01-28-foto-© 2012 bonmot-berlin ltd.jpgKopfüber ins Herz

DRESDEN (bm) – Tageslichtprojektoren gehören nicht gerade zu den üblichen Requisiten auf der Bühne. Aber was ist schon üblich bei Annamateur? Sie benutzt ihn, weil sie heute eben mal Schule spielen will. Links und rechts von ihr sitzen die Außensaiter, ihre exzellenten musikalischen Begleiter: Stephan Braun mit dem Jazz-Cello und Samuel Halscheidt mit der akustischen Gitarre – zwei Virtuosen. Weiterlesen…

Annamateur & Außensaiter: Screamshots – Programmtipp

21. Januar 2012 1 Kommentar

Annamateur Screamshots 02 – Foto © Fabian StürtzEin musikalisches Overhead-Projekt – Uraufführung am nächsten Wochenende

DRESDEN (bm) – „In Deinem Leben sind 5 Fehler versteckt. Finde sie und kreise sie ein. Du hast zwei Minuten Zeit. Arbeite sauber!“ Ein Abend für Edding, Stimme, Cello und Gitarre. Eine visuell-akustische Skizzenschlacht um Malen nach Zahlen und den Schrei nach Nachvollziehbarkeit. Über L_ckentexte, Liebeslieder, Bauchsparverträge, Blindmaps und Phantomsch_erze. Weiterlesen…

Pigor singt. Benedikt Eichhorn muss begleiten – Programmtipp

Pigor Volumen7 - Foto © Thomas NitzVolumen 7 – Cool Cabaret in der Bar jeder Vernunft

BERLIN (bm) – Pigor & Eichhorn, die Erfinder des Salon Hip Hops treten in einer überraschenden Formation auf: Mit Emanuel Hauptmann am Schlagzeug und Stefan Gocht an Posaune und Tuba geben sie ihren Chansons eine neue herzhafte Note. Ob Jazzchanson oder PrenzelPolka, die Songs krachen, swingen und nehmen uns mit, immer weiter hinein ins 21. Jahrhundert.

Pigor zetert, schluchzt, jammert und regt sich herrlich auf über den DFB, lügnerische Piloten, und er schleudert den native speakers ein Englisch ins Gesicht, dass ihnen Angst und Bange wird.

Die Träger des Deutschen Kleinkunstpreises und des Österreichischen Kabarettpreises stehen für eine aktuelle, Weiterlesen…

Der Ossi im hohen Norden

13. Oktober 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Uwe Steimle - Foto © www.uwesteimle.de

„Authentisch – Ein Stück weit“ – Uwe Steimle im Hamburger Polittbüro

HAMBURG (bm) – Viele werden ihn als genial-eigensinnigen Fernseh-Kommissar Jens Hinrichs aus Schwerin kennen. Gleichzeitig ist er ein großartiger Kabarettist mit Leib und Seele. Um seinen Auftritt haben Lisa Politt und Gunter Schmidt lange gebuhlt. Am Donnerstag, den 13. Oktober, gibt er sich die Ehre und tritt endlich im Polittbüro auf. Liebe Hamburgerinnen und Hamburger, lasst Euch dieses intelligente Vergnügen nicht entgehen!

Keiner mimt den deutschen Kleinbürger so glaubhaft wie er. Uwe Steimle ist ein liebenswerter Provokateur: “Haben Sie schon mal einen Westler weinen sehen? – Das ist was ganz Furchtbares.” Steimles brillantes Sächsisch schlägt auch bei der Schauspielerei im Fernsehen durch. Er denkt gar nicht daran, auch anders zu können. Im Polizeiruf 110 feierte er seinen 25igsten Einsatz für die ARD. Für Hauptkommissar Jens Hinrichs erhielt er den Grimmepreis. Für seine Figur Günther Zieschong den Salzburger Stier.

Sein neues Kabarettprogramm ist eine brandaktuelle, schlicht vorzügliche Bestandaufnahme von 20 Jahren komischer Einheit. Steimle legt sich und eckt an, ist unbequem und bleibt authentisch.

DIE PRESSE:

“Uwe Steimle: ein flachsblonder Hänfling, genialer Honecker-Imitator und Kabarettist.” – Der Spiegel

“Mit virtuosen Rollenwechseln und ernst gemeinten Betrachtungen von Ossis und Wessis begeisterte Uwe Steimle die Zuschauer”. – Frankfurter Allgemeine Zeitung

www.polittbuero.de , Kartentel.: 040 – 280 55 467
Steindamm 45, 20099 Hamburg – U-Bahnhof Lohmühlenstrasse

weitere Termine:
Sa, 15. Oktober: Berlin, Wühlmäuse - 16 Uhr!
Do, 20. Oktober: Potsdam, Obelisk
Fr, 28. Oktober: Aschaffenburg, Hofgarten

Lisa Politt: “Wie geht’s uns denn..?”

23. September 2011 1 Kommentar
Heute Uraufführung im Hamburger Polittbüro

Lisa Politt-Kohl - Foto © www.polittbuero.deHAMBURG (bm) – Der pluralis majestatis im Titel macht es schon deutlich. Die politische Kabarettistin Lisa Politt setzt sich in ihrem neuen Solo mit der autoritären Haltung der Macht auseinander. Üblicherweise steht diese Frage vor der Diagnose. Sieht ganz danach aus, als wolle sie in die Rolle von Hannelore Kohl schlüpfen … Wir (sic!) dürfen gespannt sein!

Schuldenkrise, Griechenland und schlechtes Wetter – und was macht der Deutsche? Liest Bücher über Kohl. Warum? Er will sich Tipps holen vom Siegertypen. Das Buch von Sohn Walter, das über (Ex-) Ehefrau Hannelore: Beide verdrängen sich gegenseitig von den ersten Plätzen der Bestsellerlisten, und beide handeln im Grunde nur von ihm. Helmut. Dem Dicken. Der Birne. Sowohl das meckernde Söhnchen als auch die (Ex-) Gattin der Finsternis verweist die Lichtgestalt auch in Abwesenheit locker auf die Plätze.

„Brauchen wir Frauen vielleicht alle unseren eisenhart an der Einsamkeit gestählten Humor, um in der heutigen Zeit als Erfolgsmodell durch’s Leben zu gehen?“ – fragt Lisa Politt. Hannelore Kohl hat einmal geantwortet, als ein Journalist wissen wollte, wie sie die lange Zeit des Wartens auf den Gatten ertrage: „Wir haben einen Hund. Wann immer mein Mann nach Hause kommt – der Hund freut sich. Ich habe in dieser Beziehung sehr viel von unserem Hund gelernt.“

Klar ist: Wer so lange und breite Schatten wirft, der steht in der Sonne. Und auch wenn die Familie des Einheitskanzlers sich jetzt entzweit, auch wenn das Ganze aussieht wie seine späte Rache: Er, der schon immer sowohl seine Partei als auch seine Familie in “Kohlianer” und “Nicht-Kohlianer” zu unterscheiden wusste, steht nach allem als Gewinner da. Respekt. Wie schafft er das? – Was ist sein Erfolgs-Geheimnis?

Mit Lisa Politt können Sie die hohe Kunst des Aussitzens üben und die des Aufsetzens der Perücke. Und: Lernen Sie siegen! Hören Sie dabei tief in sich hinein und lassen Sie sich fragen: Wie geht’s uns denn? – Vermutlich ziemlich gut, nach diesem Programm. Wäre doch gelacht.

Beate Moeller © 2011 BonMoT-Berlin

Premiere:
Fr., 23. September 2011, Hamburg, Polittbüro,
Tel. 040 – 280 55 467

weitere Termine im Polittbüro:
Sa., 24. Sept., Di., 27. Sept. bis Sa., 1. Okt., Di., 4. bis Sa., 8. Oktober 2011,
Eintritt: 15,- /erm. 10,- Euro

Marc-Uwe Kling: Das Känguru-Manifest – Kritik

kaenguru-manifest

Nicht ganz unproblematisch: Das Zusammenleben mit einem boshaften Beuteltier

BERLIN (gc) – Auch wenn Revolutionen die arabische Welt erschüttern, promovierten Politikern reihenweise die Titel aberkannt werden und Baden-Württemberg nicht mehr von den Christdemokraten regiert wird – es gibt im Leben noch unerschütterliche Konstanten. Eine davon ist die Wohngemeinschaft des Marc-Uwe Kling. Der lebt mit einem Känguru zusammen und hat ganz schön zu leiden. An der Boshaftigkeit, am anarchischen Wesen und an den kommunistischen Gedanken seines Mitbewohners. In den Känguru-Chroniken hat er vor zwei Jahren erstmals vom Leben mit dem Tier berichtet. Jetzt ist er mit dem Känguru-Manifest erneut auf Tour.

Marc-Uwe Kling (Foto: Benedikt Wald)Kling, der sich auch als Poetry Slammer einen Namen gemacht hat, liest Kurzgeschichten vor. Das sind kängurudurchhüpfte Berliner Alltagsbeobachtungen eines Thirtysomethings, zugespitzt und auf die Spitze getrieben: Da sind die Touristen auf dem Alexanderplatz, die mit dem eigenen Fotoapparat fotografiert werden wollen oder die Probleme eines Radfahrers, der mit seinem Gefährt im Schienenersatzverkehr befördert werden möchte.
Alles feine Beobachtungen dessen, was ein Eingeborener aus eigenem Erleben kennt und verabscheut. Ab und zu drängelt sich auch eine brillante Idee in die Texte: Da wird ein Schachspiel beschrieben, bei dem Figuren des Deutschen Herbstes bewegt werden. Schnell muss dann der Axel Springer in Sicherheit gebracht werden und der BKA-Präsident schiebt sich schützend vor den Bundeskanzler. Im Laufe des Abends tauchen die Figuren aus den Kurzgeschichten immer wieder auf und kommen zusammen: Sie bilden ein asoziales Netzwerk, das als Anti-Terrorgruppe einen Anti-Terroranschlag verüben will. Aber Slam-Text bleibt Slam-Text, vor allem, wenn er recht monoton und oft verhaspelt vorgelesen wird. Diese Sorte von Understatement ist eben auch ein Stilmittel des Slams.

Die Texte wechseln sich mit Liedern ab. Zur Gitarre singt Marc-Uwe Kling von Leuten im falschen Job, von der Flugangst eines Flugzeug-Terroristen und von all dem Langweiligen im Leben. Der jungenhafte Charme des Künstlers überdeckt dabei die musikalisch überwiegend recht genügsamen Songs und die rauhe, wenig geformte Stimme. Schade auch, dass die dauernde Aneinanderreihung von Geschichte und Lied und Geschichte und Lied nach kurzer Zeit ermüdet. Die Lieder selbst treiben die Handlung des Abends nämlich nicht voran und nicht jedes Lied hat einen Bezug zu den Geschichten. Manchmal führen die Geschichten auch auf Nebengleise und in Kopfbahnhöfe, aus denen umständlich herausmanövriert werden muss. Das überwiegend junge Publikum im Berliner Mehringhoftheater zeigte sich sehr angetan. Das Känguru aus dem Buch hüpft dabei weiter von Thema zu Thema.

Gilles Chevalier © 2011 BonMot-Berlin Ltd.


Fr + Sa, 13. + 14. Mai: Berlin, Mehringhoftheater, Kartentelefon: 030.691 50 99
So, 26. Juni: Göttingen, Theater im op
Sa, 2. Juli: Hamburg, Polittbüro; Kartentelefon: 040.280 55 467

www.marcuwekling.de

Kategorien:Comedy, Kleinkunst
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 196 other followers