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Artikel getaggt mit ‘Preis’

Salzburger Stier 2012 im Radio

Georg Schramm Stier - Foto © SR(bm) – Der internationale Kabarettpreis der deutschsprachigen Rundfunkanstalten gehört zu den am besten dotierten und den renommiertesten. In diesem Jahr wurde der Salzburger Stier in Saarbrücken beim Saarländischen Rundfunk im Großen Sendesaal des Hörfunkgebäudes auf dem Halberg verliehen, am 12. Mai. Er ist mit je 6.000 Euro dotiert.
Die Preisträger 2012 sind: Fritz Eckenga aus Deutschland und Viktor Gernot aus Österreich. Der Schweizer Weiterlesen…

Heinrich Del Core, Stefan Waghubinger und ‚Zärtlichkeiten mit Freunden‘ gewinnen

22. April 2012 1 Kommentar

Tuttlinger Krähe - Logo2012 macht die Tuttlinger Krähe das Dutzend voll

TUTTLINGEN (bm) – Nach drei ausverkauften Wettbewerbsabenden hat Vorjahressieger Knacki Deuser aus Köln am Sonntagabend die stolzen Sieger der 12. Tuttlinger Krähe präsentiert: zwei Solisten aus dem Südwesten und ein Duo aus dem Osten Deutschlands. Weiterlesen…

5. Deutscher Nachwuchspreis beim 16. Chansonfest Berlin

24. Oktober 2011 7 Kommentare

 

Musikalische Vielfalt und beeindruckende deutsche Texte

Bühnenperspektive Foto © Lisa Zenner CorboBERLIN (gc) – Auf der Bühne des Corbo in Treptow, gleich hinter der Grenze zum szenelastigen Nord-Neukölln, stellten sich am Freitag beim Wettbewerb um den Nachwuchspreis des Chansonfestes die sechs Finalisten der Jury und dem Publikum. Es ging um vier Preise: drei mit Preisgeldern und Auftrittsmöglichkeiten dotierte Jury-Preise und einen Publikumspreis. Die erfahrene Chansonniere Tanja Ries, die nach eigener Aussage selbst noch nie an einem Wettbewerb teilgenommen hat, führte durch den Abend. Angenehm ruhig und konzentriert hat sie die notwendigen Umbaupausen überbrückt.

Leopard - Foto © LeopardDieses Finale – insofern, als die Jury ja aus den vielen Bewerbungen schon eine Vorauswahl getroffen hatte – eröffnete das Ensemble „Leopard“. Simon Wöhr und Bastian Kaletta haben sich mit Raphael Kaletta verstärkt. Aus E-Gitarre, Kontrabass und Percussion lassen sie ihre Klänge entstehen. Mal rhythmisch betont, mal rau und mal zart melodiös haben sie ihre dichten Texte vertont. Gerade heraus und ohne Verrenkungen ist der Gesang zu den Stücken, die eine Verbindung von Pop und Chanson eingehen.

Erna SchmidtDeutlich experimentierfreudiger dagegen: Erna Schmidt. Am Klavier sitzend, treibt sie ihre Stimme in bedrohlich hohe und tiefe Lagen. Eine unglückliche Liebesgeschichte grölt sie sich in „Schon beim ersten Kuss“ geradezu aus dem Leib. In musikalisch minimalistischer Form und mit einer guten Portion Sarkasmus rechnet sie im „Kadenzlied in C-Dur“ mit einer anderen gescheiterten Liebe ab. Erna Schmidt kann für das Publikum sowohl anstrengend als auch eingängig sein. Beides gleichzeitig in einem nur viertelstündigen Auftritt darzustellen, konnte einfach nicht klappen.

Generat - Foto © Lisa Zenner CorboDie größte Combo im Finale war „Generat“, besteht sie doch aus fünf Musikern und der Frontfrau Kathy Kreuzberg. In harten Rock-Rhythmen beschreiben sie einen Abend in der Kneipe und besingen die Endlichkeit des Lebens. „Generat“ zelebriert in aller Ruhe eine tief-traurige Ballade und lässt dabei die düsteren Klänge immer lauter werden. Expressiv in Text und Darstellung füllen sie erst die Bühne, um dann den Saal zu erobern. Kathy Kreuzberg, gekleidet im schwarzen Herrenanzug und in „Cabaret“-Manier geschminkt, singt nicht nur die Stücke, sondern begeistert an einigen Stellen mit regelrechten Choreographien. Die starke Bühnenpräsenz und die in diesem Finale einmalige Kombination aus Rock und Chanson beeindrucken nachhaltig. Schade, dass sich „Generat“ weder bei der Jury-, noch bei der Publikumsentscheidung durchsetzen konnte.

Trophäen in Erwartung neuer Besitzer - Foto © Lisa Zenner CorboUm hier zwischendrin noch einmal schnell Klarheit zu schaffen und den Überblick nicht zu verlieren: Das Finale erstreckt sich über zwei Runden, die an zwei Tagen ausgetragen werden. Am ersten Tag, dem Freitag, haben alle sechs von der Jury nominierten Künstler sich mit kurzen Auftritten von einer Viertelstunde präsentiert. Die Zuschauer dieses Abends haben im Anschluß die Gewinnerinnen des Publikumspreises gewählt: Das Duo Hand in Hand – Annett Lipske und Beate Wein.

Der Jury, die ja bis dahin nur CDs bzw. Demotapes beurteilen konnte, dient diese erste Kurzvorstellung dazu, ihre Auswahl einzuschränken, damit sie am zweiten Abend, der zweiten Runde dieses Finales, durch längere Auftritte einen besseren Eindruck bekommt, um dann die Staffelung der drei Preise – Raben in Gold, Silber und Bronze – festlegen zu können. Diese Chance erhielten: Hand in Hand, Helikon und Anna Piechotta.

Tanja Ries - Foto© Lisa Zenner CorboModeratorin Tanja Ries nannte den leider viel zu schwachen Publikumsandrang am Samstag lakonisch einen „exklusiven Kreis“. Doch davon ließen sich die Künstler nicht irritieren. Beate Wein vom Duo Hand in Hand nahm den Ball sofort auf und freute sich, in so kleiner Runde auch einmal persönlich werden zu können. Zusammen mit ihrer Partnerin Annett Lipske begann sie entspannt plätschernd eine poetische Sehnsuchtsbeschreibung: „1000 Tage Regenzeit“.

Doch schon im nächsten Stück peitschten dem Zuhörer die Rhythmen nur so um die Ohren: „Da lang gehen“ sollen sie, denn: „Ich bin so richtungslos / Ich brauch ein Richtungslos.“ Der Song „Back to Deck“ schildert drastisch rockig die manchmal leidigen Seiten der Mutterschaft. Sprachspielerisch schlendern die beiden durch ihren Auftritt und laden zum Mitwippen ein.

Hand in Hand - Foto © Lisa Zenner CorboLebendigkeit und Spielfreude prägen den Auftritt des Duos „Hand in Hand“. Aus einem kleinen Percussion-Ensemble und einem Fender Rhodes zaubern sie den Sound für ihre Stücke. Sie nennen es „Straßenswing, Barfußbossa und Firlefunk“. Ohne Mühe singen sie mal herrlich leichte, mal dichte und großartige Liebeserklärungen. Und mit ihrem Lied „soja“ kreieren sie das neue Genre des vegetarischen Chansons. Einfach mitreißend!

Schwarze Pädagogik im kleinen schwarzen Abendkleid präsentiert dagegen die Sängerin und Pianistin Anna Piechotta. In ihrem „Schlaflied für Eltern“ empfiehlt sie, den Kindern von bösen und zerstörerischen Geistern zu berichten, die sofort aktiv würden, wenn die Kinder nicht einschliefen. Stimmgewaltig und augenzwinkernd singt sie am Klavier von ihrem ersten Opernbesuch und spart nicht an Seitenhieben auf das Regietheater.

Anna PiechottaFein perlen die Töne in „Ein Duett“, einer Liebesgeschichte, die wegen bestehender Unordnung und mangelnder Kochkünste erst gar nicht zustande kommt. Gekonnt bringt Anna Piechotta den Jazz-Gesang ein, wenn sie vom „Produzenten“ singt, der sie ganz groß herausbringen will. Sie weiß aber auch mit klassischen Chansonakkorden umzugehen, wenn sie im „Schatten“ voller Sehnsucht dahinschmachtet. Hintergründig blickt sie schließlich auf „Mein Dorf“, einer Hymne auf das Dorfleben, das sie eigentlich nicht missen möchte. Mit hintergründig-witzigen Texten und klarer Darstellung konnte Anna Piechotta die Jury für sich einnehmen.

Die Gruppe Helikon strahlt dagegen Ruhe aus. Sehr konzentriert tritt Frontfrau Anne Otto mit Gitarrist Jochen Schmadtke und Bassist Simon Fröhlich ins Rampenlicht. Fast scheint es ihr unangenehm, jetzt alle Blicke auf sich zu vereinen. Dichte Texte prägen den Auftritt: „Flugzeuge“ beschreibt Gemeinsamkeiten in einer Beziehung, ganz ruhig im Stil der Hamburger Schule begleitet. Über den Unterschied zwischen wirklichem und so bezeichnetem Glück macht sie sich in „Wer hat schon Angst vor IKEA“ Gedanken.

Helikon - Stumme Detektive - Foto © Lisa Zenner CorboDie Ernsthaftigkeit der Texte fällt auf. Und die Tatsache, dass Helikon ohne Showeffekte arbeitet. Leise Musik und hintergründiger Text stehen im Vordergrund. So schaffen sie beim Publikum eine sehr konzentrierte Atmosphäre. Mit „Ticket für zwei“ laden sie zum Träumen und Schweben ein. Anne Otto verzaubert geradezu mit ihrem an Annett Louisan erinnernden Gesang. In „Stumme Detektive“ lässt sie eine Beziehung beginnen und im „Karussell“ beschreibt sie die auf ewig bestehende enge Verbindung zwischen Eltern und Kindern. Alles bewegt sich zwar, aber es bewegt sich in gleicher Richtung, gleichem Abstand und gleicher Geschwindigkeit. Der entspannende Chanson-Pop von „Helikon“ hat den ersten Preis, den Goldenen Raben wahrlich verdient.

Der Silberne Rabe ging an das Duo Hand in Hand, der Rabe in Bronze an Anna Piechotta.

Warum die Preise Raben sind? Weil der Theatername Corbo eine Verballhornung des französischen Worts ‚corbeau‘ = Rabe der frankophilen Betreiberinnen ist.

Gilles Chevalier © 2011 BonMot-Berlin

Am Donnerstag, 27. Oktober, geht das Chansonfest Berlin dann weiter.
Wer das im Corbo miterleben möchte – und das ist eine echte Empfehlung – sollte den Weg nach Alt-Treptow nicht scheuen – so weit ist der dann auch wieder nicht! – und sich ganz schnell Karten reservieren: Tel. 030-53 60 40 01

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Goldener Rabe für Helikon beim Berliner Chansonfest 2011

Goldener Rabe für Helikon beim Berliner Chansonfest 2011

23. Oktober 2011 3 Kommentare
Hand in Hand und Anna Piechotta auf Platz zwei und drei

BERLIN (bm) – Am zweiten Tag des Wettbewerbs um den 5. Nachwuchspreis beim 16. Chansonfest Berlin auf der Kleinkunstbühne Corbo hat die Jury ihre Wahl getroffen. Den ersten Preis, den Goldenen Raben, hat Helikon erhalten. Die Band aus Hamburg war in Berlin in kleiner Besetzung aufgetreten, nur ein bißchen un-unplugged. Sängerin Anne Otto und Gitarrist Jochen Schmadtke – der harte Kern – hatten Simon Fröhlich als dezente Verstärkung am E-Bass mitgebracht.

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Helikon (gold), Hand in Hand (silber), Anna Piechotta (bronze)

Der Silberne Rabe ging an das Duo Hand in Hand, das bereits am Vortag die Zuschauer begeistert hatte und deshalb schon den Publikumspreis mit nach Hause nehmen durfte.

Die exaltierte Anna Piechotta, eine Sängerin, die sich selbst am Flügel begleitet, hat für die Performance ihrer unverschämten Lieder den Bronzenen Raben erhalten.

Am Donnerstag, 27. Oktober, geht das Chansonfest Berlin dann richtig los. Weitere Infos hier.
Wer das im Corbo miterleben möchte – und das ist eine echte Empfehlung – sollte den Weg nach Alt-Treptow nicht scheuen (so weit ist der gar nicht!) und sich ganz schnell Karten reservieren: Tel. 030-53 60 40 01

Beate Moeller © 2011 BonMoT-Berlin

Ausführlicher Bericht über den 5. Nachwuchspreis beim 16. Chansonfest Berlin von Gilles Chevalier folgt. Hier.

Hand in Hand gewinnt den Publikumspreis beim Berliner Chansonfest 2011

22. Oktober 2011 5 Kommentare
Am Sonnabend fällt die Entscheidung der Jury

BERLIN (bm) – Am Freitag hat Gastgeberin Tanja Ries das 16. Chansonfest Berlin auf der Kleinkunstbühne Corbo eröffnet – mit dem Wettbewerb um den Nachwuchspreis des Chansonfests. An zwei Tagen kämpfen sechs Teilnehmer um den Publikumspreis und die drei Preise der Jury.

Nominiert waren: Das Duo Leopard, das diesmal als Trio aufgetreten ist, die Chansonsonniere Erna Schmidt, das Damenduo Hand in Hand, die Band Generat mit ihrer Sängerin Kathy Kreuzberg, Anna Piechotta von den Hamburger Dramaqueens und die Formation Helikon aus Hamburg.

HandinHand- Foto www.duohandinhand.deDas Publikum hatte bei dieser ebenso vielseitigen wie hochkarätigen Auswahl keine leichte Entscheidung zu fällen – sich jedenfalls für Hand in Hand entschieden. Annett Lipske und Beate Wein überzeugten mit Miniaturschlagzeug und dem guten alten Fender Rhodes und nicht zuletzt sich selbst. Als „Barfussbossa“ und „Firlefunk“ bezeichnen sie ihre Musik, mit der sie das Corbo geswingt haben.

Die Jury wird ihre endgültige Entscheidung nach der Show am Samstag treffen. Zunächst hat sie nur die drei Kandidaten ausgewählt, die dann Gelegenheit haben, sich ausführlicher vorzustellen. Und das sind: Hand in Hand, Helikon und Anna Piechotta. Es wird ein erster, zweiter und dritter Platz für den Raben vergeben, in der üblichen Wertigkeit der Metalle.

Wer das im Corbo miterleben möchte – und das ist eine echte Empfehlung – sollte sich ganz schnell Karten reservieren: Tel. 030-53 60 40 01

Beate Moeller © 2011 BonMoT-Berlin

Ausführlicher Bericht von Gilles Chevalier folgt. Hier.

Mia Pitroff gewinnt den 6. Kabarettpreis in Vohenstrauß 2011

18. September 2011 1 Kommentar
Die Fränkin punktet mit staubtrockenem Humor in der Oberpfalz

VOHENSTRAUSS (bm) – Der Wettbewerb um den kleinen, aber feinen Preis wurde in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal ausgetragen. Er hat seinen eigenen familiären Charakter – kombiniert mit dem rauen Charme der Oberpfalz: In der für Kleinkunst viel zu großen Friedrichsburg hat sich am Freitag jeder der vier Teilnehmer mit einem 40 Minuten langen Beitrag vorgestellt. Gestern hat das Publikum dann nach einer Mixed Show mit kürzeren Beiträgen den Gewinner des Preises gewählt, der satte 1000 Euro wert ist.

Mia Pitroff - Foto © Kultus KölnDie Vohenstraußer haben sich für Mia Pitroff entschieden. Schon mit ihrem Auftritt „Darf ich Euch Euchzen?“ hatte sie das Publikum für sich eingenommen. Die 31-jährige Künstlerin aus dem oberfränkischen Bayreuth hat ihren eigenen Stil im Kabarett gefunden, und der ist überzeugend. Gerne wird zitiert, dass sie irgendwie an den jungen Gerhard Polt erinnere. Da ist was dran. Sie reißt ein Thema an, gibt auf halber Strecke auf und wischt es mit so einer mürrischen Ach-das-hat-ja-sowieso-keinen-Zweck-Geste wieder weg. Den Rest muss man sich einfach selbst denken.

Wer wie sie aus Bayreuth stammt, kommt um die Beantwortung urheberrechtlicher Fragen nicht herum. Mia Pitroff gesteht es gleich zu Anfang: Das Programm „Mein Laminat, die Sabine und ich“ hat ihre Mutter geschrieben. Nur das hier, heute Abend, das hat sie sich mal schnell selbst ausgedacht. „Wir leben in einer Umso-Desto-Zeit“, sagt sie und nach ein paar Beispielen dafür, dass alles in der falschen Reihenfolge passiert, wendet sie ihre Behauptung auf die Theatersituation an: „Ihr könnt ja erst mal klatschen, ich überleg mir dann vielleicht, was ich dazu sag“.

Wie schwer es sein kann, ein Paket bei der Post aufzugeben oder ein Paar Ringelsocken zu kaufen. Was als Banalität aus dem Alltag beginnt, treibt Mia Pitroff gekonnt ins Groteske. Ganz wunderbar: Das Buddhismus-Wochenendseminar. Diese Religion kommt ja eigentlich aus dem Fränkischen. Die zwei Ds in der Mitte und überhaupt, diese gelassene Einstellung gegenüber den Wechselfällen des Lebens „Paßt scho“.

Keine Frage, Mia Pitroff kann ihre Sache. Sie kommt auch mal von hinten ganz leise um die Ecke. Ganz egal, ob sie sich über Milchkaffee-Marotten erschöpft oder begeistert davon singt, wie gern sie ihre persönlichen Daten hergibt, in der Hoffnung eine Traumreise und Megapreise zu gewinnen. Intelligentes Kabarett, das in jedem Moment Spaß macht!

Volk & Knecht - Foto © Otto LayherDie einzige Konkurrenz für Mia Pitroff beim Vohenstraußer Wettbewerb kam aus Köln. Das Duo Volk & Knecht haut mit rheinländischem Klamauk und Slapstick ganz mächtig auf die Pauke. Zwei schrille Damen in schwarzen Pailetten-Abendkleidern und auf schicken Stöckelschuhen. Das ist schon mal was für’s Auge. Nina Knecht, die außerordentliche Sängerin, und Andrea Volk, die freche Autorin.

Das ungleiche Paar piesakt sich gegenseitig, missversteht sich und macht jede Menge Rabatz. Ulkig, dass beim frivolen Schleiertanz mit der Gardine der Ventilator aussetzt und Frau Volk den Wind aus den Segeln nimmt. Frau hat es nicht leicht in so einer schwulen Stadt wie Köln den letzten unvergebenen Hetero ausfindig zu machen. Kölsches Entertainment. Man muss es mögen.

Manuel Wolff war nicht so gut drauf. Irgendwie kommt er nicht so richtig in Schwung. Mit seinen Musikparodien am E-Piano kann er beim Publikum kaum landen. Und auch die Mitmachnummer gerät zum Desaster. Ein Paar aus dem Publikum soll auf der Bühne vorspielen, wie es sich kennengelernt hat. Im Fall von Verena und Andi war das im Fitness-Studio. Deshalb muss Andi beweisen, wie viele Liegestützen er schafft, während Manuel Wolff ein sogenanntes Musical um die Geschichte improvisiert.

Manuel Wolff - Foto © Manuel WolffDie Internetnummer über sonderbare StudiVZ-Diskussionsgruppen verfehlt ihre Wirkung. Vermutlich, weil im Publikum nun mal eine andere Altersgruppe saß. „Mein Name ist Hans. Das L steht für Gefahr.“ – Darüber kann lachen, wer’s kennt. Und auch noch dann die Geschichte mit dem Lebkuchenherz von O2 aus Pappe.

Maria Vollmer - Foto © Patric FouadMaria Vollmer, Mutter zweier Kinder aus Köln-Nippes, spielt Maria Vollmer, Mutter zweier Kinder aus Köln-Nippes. „Sex & Drugs im Reihenhaus“ heißt das Programm, in dem sie von den unendlichen Weiten des hinlänglich bekannten Hausfrauen-Universums berichtet. Das Leben in der Reihenhaussiedlung ist „Käfighaltung für denkresistente Spießer“. Da werden die Mülltonnen von innen sauber gemacht. Auch der Ehemann – „Mein Gott, Rainer!“ – ist da weniger eine Hilfe, denn eine Behinderung. Allein Prosecco und Eierlikör machen dieses elende Dasein halbwegs erträglich.

Mit ihren Späßen bleibt Maria Vollmer an der Oberfläche, arbeitet artig ein Klischee nach dem anderen ab, wirklich überraschend ist nichts. Auch die hübschen Gesangseinlagen nicht. Trotzdem oder gerade deswegen erntet sie immer wieder Zustimmung. Manch eine Hausfrau hat sich da wohl wieder erkannt. Highlight dieses Wettbewerbsbeitrags: Das Märchen von dem großen Wäscheberg und der bösen Schwiegermutter. Zum Vollplayback stellt Maria Vollmer das Drama mit einem weißen Spannbetttuch pantomimisch dar, spannt und zerrt es, schneidet Grimassen und läuft zu komischer Hochform auf.

SchrägschraubenDas Ehepaar Monika und Bernhard Helmstreit aus Vohenstrauß hat diesen Wettbewerb ins Leben gerufen und die Sponsoren gewonnen, die diese feine Veranstaltung in der Oberpfalz erst möglich machen. Monika Helmstreit und ihre Schwester Regina Diegel führen als Die Schrägschrauben durch’s Programm.
Liebe Vohenstrausser, bitte macht so weiter!

Beate Moeller © 2011 BonMoT-Berlin

Mia Pitroff gewinnt den Kabarettpreis in Vohenstrauß 2011

18. September 2011 Hinterlasse einen Kommentar
Die Fränkin punktet mit staubtrockenem Humor in der Oberpfalz

Mia Pitroff - Foto © Kultus KölnVOHENSTRAUSS (bm) – Der Wettbewerb um den kleinen, aber feinen Preis wurde in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal ausgetragen. Er hat seinen eigenen familiären Charakter – kombiniert mit dem rauen Charme der Oberpfalz: In der für Kleinkunst viel zu großen Friedrichsburg stellt sich jeder der vier Teilnehmer am Freitag mit einem 40 Minuten langen Beitrag vor.
Am nächsten Tag wählt das Publikum nach einer Mixed Show mit kürzeren Beiträgen den Gewinner des Preises, der satte 1000 Euro wert ist.

Das Publikum hat soeben Mia Pitroff zur Gewinnerin gewählt.

Ausführliche Kritik folgt morgen hier.

Beate Moeller © 2011 BonMoT-Berlin

6. Vohenstraußer KabarettTage

16. September 2011 Hinterlasse einen Kommentar
16. und 17. September in Schloss Friedrichsburg in Vohenstrauß

SchrägschraubenVOHENSTRAUSS (bm) – Heute und morgen kämpfen sie um den 6. Vohenstraußer Kabarettpreis:
Volk & Knecht, Maria Vollmer, Manuel Wolff und Mia Pitroff.
Alle nominierten KünstlerInnen spielen Ausschnitte aus ihren Programmen. Die Schrägschrauben, die diesen Wettbewerb ins Leben gerufen haben, moderieren ihn auch – wie in den Jahren zuvor. Das Publikum wählt nach der Vorstellung am Samstag den Gewinner.

www.kabaretttage.dewww.friedrichsburg.de

Vierter Wettbewerbstag in Sankt Ingbert 2011 – Kritik

8. September 2011 3 Kommentare
Henning Schmidtke, Bernd Regenauer und das Duo luna-tic

Plakat St. Ingbert 2011 (www.sanktingbert.de)SANKT INGBERT (gc) – Henning Schmidtke bekennt, gegen Gewalt zu sein. Das soll sich auch in seinen Liedern zeigen und so heißt sein Programm „No Wumme, no Cry“. Aber völlig ohne Gewalt geht es nicht, kommt sie doch selbst in Kinderliedern vor und wird gar nicht mehr bemerkt: „Ein Mops kam in die Küche“, stahl ein Ei und wurde deshalb vom Koch erschlagen. So etwas kann Kinderseelen prägen. Vielleicht sogar stärker, als die verbalen Exzesse in manchem Hip-Hop-Song. Da ist die Gewalt nur deutlicher und ordinärer formuliert und somit auffälliger.

Schmidtke überlegt, wer der wirkliche Leistungsträger ist: die Altenpflegerin oder der Bankdirektor? Er kreidet es Unternehmen an, immer mehr Dienstleistungen durch den Kunden erledigen zu lassen: Manches Möbelhaus verkaufe keine Möbel, sondern Bretter und Schrauben zum Zusammenbauen. Seine Gedankengänge sind klar und gut strukturiert.

Henning Schmidtke (Foto PR St. Ingbert)Man mag Henning Schmidtke gerne zuhören. Auch bei seiner Musik. Er singt am Flügel neue Texte auf Popmusikmelodien: So erhält Bruce Springsteens „Born in the U.S.A.“ einen neuen Text, der die Angst vor dem Zahnarztbesuch behandelt, denn der Doktor wird „Bohr´n, und dann tut es weh!“ Auch eigene Kompositionen trägt er vor, etwa das Lied über die Karriereleiter, in dem es sehr schwarzhumorig zugeht. Es ist ein abwechslungsreicher Wettbewerbsbeitrag, denn Schenkelklopfer und nachdenkliche Momente weiß Schmidtke gleichermaßen zu erzeugen.

Bernd Regenauer kommt aus Franken und leidet unter der bayerischen Fremdherrschaft, sagt er mit deutlich ungewohntem Zungenschlag. In seinem Programm „Alles eine Frage der Antwort“ nimmt er die Gegenwart aufs Korn und teilt kräftig aus, zum Beispiel gegen den Online-Wahn und die exklusiven Veranstaltungen der Bussi-Bussi-Gesellschaft. Alles Dinge, die er nicht braucht.

Er beschränkt sich auf das Wesentliche im Leben, auf die Kommunikation von Mensch zu Mensch. Dabei ist die Körpersprache sehr wichtig, die er zu lesen weiß. So kann er die „Kanzlerin in ihrem ausgemerkelten Körper“ analysieren. Weil ihm alles zu viel wird, macht er einen Ausflug in die Oberpfalz. Das ist ein Landstrich, der selbst von Franken betrachtet noch eine Ewigkeit entfernt zu sein scheint. Dort geht es den Leuten „nicht um den Profit, sondern nur um den Gewinn.“ Sie meinen, besser als die Städter zu sein. In Wirklichkeit sind sie aber mit denselben charakterlichen Fehlern behaftet.

Bernd Regenauer (Foto www.regenauer.de)Regenauer erzählt ruhig und lädt die Zuschauer zum Ausflug in seine Welt ein. Etwa, wenn er auf eine Investorengruppe trifft, die auf der grünen Wiese eine Erholungs- und Einkaufzentrum bauen will. Ganz klein macht er sich dann, erzählt er, um sich das Modell des Bauvorhabens im Maßstab 1:20 von innen besehen zu können. Aber leider trifft er in dieser Modellwelt dieselben Probleme wie im wirklichen Leben.

Atemberaubend ist, wie Regenauer von Thema zu Thema kommt, wie er Traum und Wirklichkeit mischt und zwischen eigener Erzählung und der Darstellung prägnanter Figuren hin und her pendelt. Denn die alltäglichen Konflikte um moderne Elektronik im Auto, nervende Beifahrerrinnen und Beziehungsprobleme kommen auch vor. Hier baut der Künstler Verschnaufpausen ein, damit man dieser Stunde lebensphilosophischer Betrachtung weiter aufmerksam folgen kann. Für diesen wahrhaften Kleinkunstbeitrag erhält er einen sehr warmen Applaus.

Stéfanie Lang und Judith Bach aus der Schweiz bilden das Duo luna-tic. In ihrem Programm „Obladiblada“ sind sie Olli und Claire. Für Claire, eine Berliner Schnauze, soll ein Mann gefunden werden. Das ist anfangs nicht nur für die charmante Französin Olli ein hartes Brot, sondern auch für den Zuschauer. Ziemlich zäh läuft die Sache an und man fragt sich, wozu eigentlich der Flügel auf die Bühne gerollt wurde.

Duo luna-tic - Foto © duo.luna-tic.netAber dann erklingt „Wochenend und Sonnenschein“ in ganz neuen Versionen, á la Rammstein, Mozart oder Gospel. Ein Couplet von Otto Reutter wird angestimmt – und man sieht das Duo luna-tic mit anderen Augen. Beide Künstlerinnen singen abwechselnd und spielen am Flügel: Klassische französische Chanson-Literatur, deutsche Gassenhauer und auch „I will survive“. Die ursprüngliche Geschichte geht zwar weiter, wird aber immer weniger interessant, denn das Publikum lauert nur noch auf die Gesangsnummern mit den beiden angenehmen Stimmen. Einmal legen sie in einem Stück den Weg vom Couplet zum Hip-Hop zurück.

Wenn sie nicht singen, wirbeln sie über die Bühne: Am Ende drehen sie den Flügel so, dass die Pianistin mit dem Rücken zum Publikum sitzt. Dann wird auf dem Instrument gespielt – aber von beiden, nacheinander, gleichzeitig, immer in Bewegung, rund um die Tasten hechelnd, akrobatisch und mitreißend. Eine gelungene Wandlung im letzten Wettbewerbsbeitrag, der mit begeistertem Applaus gefeiert wird.

Am Donnerstag ist Pause. In der Zwischenzeit wird die Publikumsabstimmung ausgewertet, und die Jury ermittelt ihre beiden Gewinner. Am Freitag bei der Preisverleihung werden wir erfahren, wer von den zwölf Kandidaten die glücklichen sind, die diese praktischen, beziehungsfreundlichen und vielseitig einsetzbaren Werkzeuge demnächst bei sich zu Hause verwenden können.

Gilles Chevalier © 2011 BonMoT-Berlin Ltd.

nächster Termin bei der 27. Woche der Kleinkunst in Sankt Ingbert:

Freitag, 9.9.2011: Preisverleihung der Sankt Ingberter Pfannen und Abschlussparty

www.sanktingbert.de

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Bissig und gut – Bernd Regenauer

Dritter Wettbewerbstag in Sankt Ingbert 2011 – Kritik

Zweiter Wettbewerbstag in Sankt Ingbert 2011 – Kritik

Erster Wettbewerbstag in Sankt Ingbert 2011 – Kritik

SANKT INGBERTER PFANNE 2010 – 26. Woche der Kleinkunst

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