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Respektlos und schwarzhumorig – Axel Pätz

Axel Pätz: Die Ganze Wahrheit – Kritik

Axel Pätz (Foto: Alex Lipp)

BERLIN (gc) – Axel Pätz ist einer der ältesten Kabarettdebütanten – schließlich hat er 2010 mit Mitte 50 noch den Nachwuchspreis ‚Hamburger Stadtteilkultur‘ gewonnen und den Publikumspreis beim saarländischen Wettbewerb um die ‚St. Ingberter Pfanne‘. (www.liveundlustig.de berichtete)

Sein Leben lang hat er Musik gemacht, hat Chöre gegründet und geleitet, hat für Bühnenstücke und Musicals seinen musikalischen Beitrag geleistet. Nun steht er mit seinem ersten Programm ’Die Ganze Wahrheit‘ auf der Bühne der Berliner ‚Wühlmäuse‘. Doch die Wahrheit gibt es bei Pätz immer in verschiedenen Versionen: light, classic und premium. Heute (und bei diesem Publikum) muss es natürlich die Premium-Version werden …

Axel Pätz erzählt von anstrengenden Besuchen bei IKEA, vom Hype um die Bio-Läden, „die in Hamburg schon die ganzen kleinen PENNY-Geschäfte verdrängt haben“, von den nachteiligen Auswirkungen ökologisch korrekter Ernährung, die bei Kindern die Entwicklung von Abwehrkräften verhindert und dadurch Allergien auslöst. Es sind kurzweilige, pointierte Texte, die die Songs miteinander verbinden.

Musikalisch ist Axel Pätz sehr abwechslungsreich: Seine Lieder, die er am Flügel, auf dem Akkordeon und der Concertina spielt, klingen mal nach Ländler, mal nach Samba oder Boogie-Woogie. Pätz berichtet vom Leben und seinen Abgründen. Er singt vom „Geburtstrauma“ und stellt mit wenigen eindringlichen Gesten die ewig im Kreis laufenden Gespräche mit seiner altersdementen Mutter dar. Bedenklich dicht an der Scherzgrenze das Lied vom „Baby im Gefrierfach“, das aus Aussagen des beschuldigten Elternpaars vor Gericht montiert ist.

‚Die Ganze Wahrheit‘ kann sich aber auch anders darstellen. Heiter und beschwingt kommt im zweiten Teil die Nummer zum Mitsingen daher und eine ahnungslose Zuschauerin wird zur Darstellung verschiedener Umarmungsstile auf die Bühne gebeten. Selbst vor einem Outing auf offener Bühne – als Bayern-München-Fan – schreckt der Künstler nicht zurück! Seinen fein gesponnenen roten Faden läßt er dabei nie aus der Hand gleiten. So entsteht ein runder Abend, der von drei Zugaben gekrönt wird. Zugaben, die vom Publikum eingefordert werden, und die der Künstler den Anwesenden nicht aufzwingen muss.

Ende März hat der späte Newcomer Axel Pätz mit seinem zweiten Programm in Hamburg Premiere. Hoffentlich gelingt ihm etwas ähnlich Respektloses, Schwarzhumoriges und Unterhaltendes wie in ‚Die Ganze Wahrheit‘.

Gilles Chevalier © 2011 BonMot-Berlin Ltd.

nächste Termine:
Sa, 26. März: Heilbronn, Kulturkeller
So, 27. März: Stuttgart, Merlin

PREMIERE !
‘Das Niveau singt‘
Mi, 30. März: Hamburg, Polittbüro
Fr, 1. April: Hamburg, Polittbüro

www.axelpaetz.de

Kategorien:Kabarett
  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. 23. Dezember 2012 um 21:43

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