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Margie Kinsky: Kinsky legt los!

La Mamma Margie hat die Hormone am Tillen

CD Margie Kinsky Legt los(bm) – Der rheinländische Humor ist nun wahrlich nicht jedermanns Sache und für Menschen aus anderen Landstrichen wenigstens gewöhnungsbedürftig, wenn nicht gar zu weiten Teilen unverständlich. Helau! – Alaf! – oder wie heißt das?

„Kinsky legt los“ heißt die CD, ein Mitschnitt des gleichnamigen Programms aus dem Bonner Haus der Springmaus, und genau so hört sie sich auch an. Wie eine Maschinengewehrsalve schießt sie ihre durchaus allgemeinverständlichen Erkenntnisse in einem Wahnsinnstempo ab. Selbstverständlich parodiert Margie Kinsky mit ihrem Bühnenich auch das Klischee von der energiegeladenen Schnattergans aus einem Kaff mit Namen Bonn-Endenich.

Gleich nebenan hat die Schauspielerin etwa 30 Jahre lang im Ensemble des Bonner Improvisationstheaters, der Springmaus, mitgewirkt, während sie sechs Söhne in die Welt gesetzt hat und großgezogen, bevor sie sich ihr erstes, dieses Solo zugetraut hat. Schenkt man dem Booklet Glauben, ist es ihrem Mann, dem „kanadischen Holzfäller“ Bill Mockridge (vgl. Lindenstraße, Rolle Erich Schiller, und Springmaus-Gründer) zu verdanken, dass sie dieses Loslegen gewagt hat.

Margie Kinski - Foto www.worart.deWie frau sich so fühlt in ihrem Alter und wie sie hormongestört, humorvoll und meckrig auf die Welt blickt, also auf den Supermarkt und die Nachbarschaft – das ist das Hauptthema, um das sich alles dreht und das sie mit halbwegs kuriosen Beispielen veranschaulicht. „Ich bin 52!“. Diese Empörung wird bis zum Getno raustrompetet. Die Themen: Übergewicht, Kummer über die eigene verwelkende Schönheit, Neid auf die aufblühende Schönheit der jungen Mädchen, bessere Mütter, tägliche Aufgabenlisten, Zahnspangen, Schnäppchenjagd, Tatoos, die Hormone tillen – kurzum: der Mikrokosmos der Desperate Housewives ohne weitere gesellschaftliche Aktivitäten.

All diese superwichtigen Sachen werden hektisch, fast atemlos und mit schriller Stimme, die niemals runterkommt und einen Punkt setzen kann, durchgenommen. Zuhören: Richtig strapaziös. Einzige Ausnahme: Track 12: Ich will ja nur sein Bestes.

Aber schnell weiter: Margie Kinsky ist gebürtige Italienerin, heißt eigentlich ganz anders, also viel länger, hat eine böhmische Gräfin zur Mutter und einen italienischen Vater, und ist nicht mit Kinski (Klaus und Nastassja) verwandt.

Was soll’s? In meinen Ohren klingt Margie Kinskys komische Kunst nach Dauerkarneval. Rheinländerinnen hören das vermutlich anders, was sich auch erkennen läßt an den überbordenden Publikumerinnen-Reaktionen auf der CD. Da haben sich ganz unüberhörbar viele identifiziert. Na fein, helau.

Beate Moeller @ 2011 BonMoT-Berlin

www.wortart.de

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Kategorien:CDs/ Hörbücher, Kritik
  1. Künstler, Karin
    25. November 2013 um 09:02

    Bei der Aufführung ist Butzbach waren nur Hessen, aber der ganze Saal hatte alles verstanden und im wahrsten Sinne des Wortes „gekocht“. Margie hatte die „sturen Hessen“ sofort im Griff und alle mitgerissen. Margie, vielen Dank für einen wundervollen Abend !!!

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