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Gayle Tufts: Let it Show – Premierenkritik

Gayle6b_Letitshow_Foto © Jan WirdeierEin Hauch von Las Vegas am Ufer der Spree

BERLIN (bm) – Zum Glück keinen Jingle-Bells-Weihnachtskitsch sondern eine eisblaue Winter-Show hat Gayle Tufts auf die Bühne des ausverkauften tipi gebrettert. Eine große Show mit Band, zwei wunderbaren Begleitern, die genauso gut tanzen wie singen können, und einer Gayle Tufts, die sich deutlich von „the big girl with the big voice“ zu einer topfitten Tänzerin gemausert hat. Eine tolle Sängerin und Performerin ist sie sowieso.

Schon als kleines Mädchen, damals in Brockton, Massachusetts, she fell in love the first time with the winter, bekennt sie. ‚Let it Show‘ ist eine Liebeserklärung an die kalte Jahreszeit. Ein Bekenntnis auf Dinglish, dem von Gayle Tufts kultivierten Bühnen-Kauderwelsch. Die Songs von Madonna, Paul Simon, Prince, Justin Timberlake, Journey und Wham funktionieren planmäßig als Antidepressiva bei Lichtmangel.

Und die haben wir alle ja bitter nötig, seit es diesen neuen Popstar unter den Krankheiten gibt, der auf Deutsch Burn Out heißt. Dagegen hilft – außer Musik – nur shoe shopping oder Sport. Gayle Tufts ist der lebende Beweis dafür. Sie verbreitet Heiterkeit auf der ganzen Linie. In ihren fröhlichen Moderationen setzt sie gezielt ein paar scharfe Spitzen gegen Ursula von der Leyen und Angela Merkel, die Superfrauen der Nation, die Eigenarten der Deutschen und ihre Politik ohne allzu langwierig zu argumentieren.

Gayle2_Letitshow__Foto © Jan WirdeierDer Titel „Let it Show!“ hält, was er in Aussicht stellt: Pures Entertainment. Eine rasante musikalische, phantasievoll choreographierte Show, die mit etlichen Kostüm- inklusive Highheelswechseln und der wunderbaren Lichtinszenierung von Sven Herzel beeindruckt. Die große Showtreppe wird übrigens durch drei runde Podeste dargestellt, die immer wieder anders miteinander kombiniert werden.

Das Vergnügen gipfelt in der komischen Nummer mit der Nuss. Da verschmilzt Tschaikowskys ‚Nußknackersuite‘ mit ‚Nutbush City Limits‘ von Tina Turner, wobei Gayle Tufts in die Schale der Haselnuss vom Nussbusch schlüpft. Hazel Nut, die kleine Schwester von Coco. Auch Bariton Christopher Hemmans und Tenor Anton Perez als Nußknacker und Ballerina ernten mächtigen Applaus.

Selbstverständlich steuert die „amerikanischste Berlinerin seit John F. Kennedy“ auch ein paar eigene neue Lieder zum Programm bei. So ‚February in Berlin‘, mit dem sie dem letzten und wegen Endspurt anstrengendsten Wintermonat ein schaurig-schönes Denkmal setzt und in dem die wunderbare Zeile vorkommt: „I‘m tired of being tired, tired of Schleim in my head“.

Als Zugabe gibt’s ‚I want to be Michelle Obama‘‚ einen komischen Song aus ihrer nächsten One Woman Show, die sie im April 2012 in der Bar jeder Vernunft herausbringen möchte: ‚Some like it heiß‘. – Wer sich die Wartezeit auf’s Frühjahr verkürzen und ein bißchen Energie tanken möchte, geht jetzt erst mal in ‚Let it Show!‘

Beate Moeller © 2011 BonMoT-Berlin

Fotos © Jan Wirdeier

Termine:
26.11. bis 25.12.2011 und
31.12.2011 bis 15.1.2012: Berlin, tipi am Kanzleramt
Tickets: 20,80 – 39,50 €
Ticket-Telefon: 030-39 06 65 50

Kritik auf Englisch

www.gayle-tufts.de

  1. 8. Dezember 2011 um 16:04

    „Let it SHOW“ — 1 x 2 Freitickets für die tolle GAYLE TUFTS Show im TIPI BAR … Mitmachen, Ticket sichern und Spaß haben !!
    http://www.sheila-wolf.de/2011-12-08/gayle-tufts-im-tipi-im-adventskalender-turchen-08/

  1. 7. Januar 2013 um 00:11
  2. 8. April 2012 um 08:33
  3. 8. Dezember 2011 um 03:29

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