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Stephan Bauer: Warum heiraten – Leasing tut’s auch – Kritik

Stephan Bauer - Foto PRAus dem Leben eines ungleichen Paares

BERLIN (gc) – Es könnte ihm so gut gehen, dem Stephan Bauer! Seit Februar tourt er mit seinem Programm „Warum heiraten – Leasing tut’s auch“ erfolgreich durch die Lande. Bei seiner Premiere in Berlin waren die Wühlmäuse ausverkauft. Unter den Besuchern waren auffallend viele Pärchen, denn Stephan Bauer will von seinem Glück erzählen: Nach seiner Scheidung und sechs Jahren Single-Dasein kennt er jetzt Sina! Die 25-jährige Traumfrau ist für den Mann in seinen frühen Vierzigern das ganze Glück.

„Junge Frauen wollen nur für ihre Schönheit bewundert werden. Ältere wollen gleich, dass man sie mag!“ Die Mütter der beiden waren anfangs wegen des Altersunterschieds skeptisch, doch Stephan Bauer hält dagegen, dass manch ein Prominenter – wie Franz Müntefering, Elmar Wepper oder Rainer Calmund – schließlich auch eine jüngere Partnerin hat.

Doch sein Schwärmen wird im Laufe des Abends immer leiser, denn er erkennt mehr und mehr die Unterschiede zwischen ihm und Sina. Fernsehsendungen, Werbespots oder Rockbands, die für ihn prägend waren, sind ihr völlig unbekannt. Als er ihr sein Lieblingseis aus Kindertagen nennt, wird das besonders deutlich: „Stehst Du auch auf ‚Brauner Bär‘?“ – „Nee, ich rasiere mich!“

Immer deutlicher werden die fehlenden Gemeinsamkeiten: Sie geht gerne tanzen, er entspannt sich lieber; sie ist Bankerin, er ist Künstler. Am Ende fühlt sich Stephan Bauer „arm, alt, dick und häßlich“. Dabei macht er sich im Laufe des Programms immer jünger: Als sein Alter gibt er zum Schluss 25 Jahre an!

Das Publikum hat sichtlich Spaß an Bauers Situationsbeschreibung. Es ist ein Panoptikum der siebziger und achtziger Jahre, in dem jeder Dabeigewesene etwas wiedererkennt. Doch der Künstler spottet auch dem aktuellen Zeitgeist: Da ist das Bio-Oktoberfest in der Reihenhaussiedlung. Hier wird zwar kein Fleisch und nichts Alkoholisches verkauft, aber die Veranstaltung wird mit einem traditionellen Ruf eröffnet: „O-Saft iss!“

Obwohl Bauer viele Themen nur kurz anreißt, findet er immer den richtigen Tiefgang. Manchmal erinnern seine Geschichten an den legendären „Gespielten Witz“ von Dieter Hallervorden – falls einer der geneigten Leser mit diesem Namen etwas anfangen kann. Zeitweise gibt er zotige, immer jedoch amüsante Einblicke in das Leben eines ungleichen Paares. Die Zuschauer bei den Wühlmäusen jubeln, und die Pärchen gehen in gewohnter Konstellation nach Hause.

Gilles Chevalier © 2012 BonMot-Berlin

Die nächsten Auftritte:
Di, 3. April 2012: Oschätzchen, Reichels Landgasthof, Kartentelefon: 0353 41-10 254
Do, 5. April 2012: Leutkirch, Bocksaal, Kartentelefon: 075 61-91 40 17
Mi, 18. April 2012: Husum, TSBW Freizeithaus, Kartentelefon: 048 41-899 27 54
Fr, 20. April 2012: Breisach, Schloss Rimsingen, Kartentelefon: 076 44-31 35

Alle weiteren Termine und Infos:

www.stephanbauer.de

Kategorien:Comedy, Kritik
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