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KRÖMER – Late Night Show – Fernsehkritik

Kurt Krömer - Foto rbb Daniel PorsdorfGanz der Alte! – „Immer ran an det Volk“

BERLIN (bm) – Kurt Krömer ist und bleibt Kurt Krömer. Ein „Imagewechsel“ war uns vollmundig angedroht worden – aber: Wer kann schon raus aus seiner Haut? Also. Kackfrech wie immer, schlagfertig wie immer. Prompte Antworten können übrigens durch Substanz ungemein gewinnen. Aber das nur nebenbei.

Selbst das Bühnenbild im Berliner Ensemble erinnert an die Einrichtung im RBB-Fernsehstudio. Warum auch sollte man ein erfolgreiches Konzept ändern, wenn man mit ihm gerade den Sprung in den Samstagabend im Ersten geschafft hat? Wie immer werden die Gäste gedemütigt, so muss Gregor Gysi auf einer absichtlich fehlkonstruierten, tiefer gelegten Couch Platz nehmen und sich von oben herab anmachen lassen. „Ne, Kleines?“

„Sind Sie sauer, dass Ihnen Sahra Wagenknecht den Lafontaine weggeschnappt hat, oder sind Sie sauer, dass Lafontaine Ihnen die Sahra Wagenknecht weggeschnappt hat?“ Oder: „Eigentlich wollten wir Politiker hier haben, nu‘ hamwa Gregor Gysi!“ Der nutzt eine Plapperpause von Krömer, um den Spieß umzudrehen und befragt ihn. Wann er denn gemerkt hätte, dass er Komiker sei oder ob das andere gemerkt hätten. „Det Publikum hat das zum Beispiel zehn Jahre lang nicht bemerkt.“

Auch Helge Schneider, Gast Nummer zwei, glänzt mit vorbereiteten Pointen. Er sei Nichtraucher, würde nur eine Zigarette am Tag rauchen und überall darum bitten, dass die Zigaretten ausgedrückt werden. Damit er seine anzünden kann. Denn: „Meine riecht besser.“

Das waren die Highlights. Echt Krömerscher Witz die „Filmberichte“ von seinem Besuch der Truppen in Afghanistan. Einerseits hemmungslose Selbstinszenierung, andererseits erschreckend naive Offenbarung der Kriegsprofis. „Auf dieser Straße ist jeden Tag Stau.“ Besonderen Eindruck hat Krömers Konsultation des Militär-Seelsorgers 🙂 – der Widerspruch in sich vgl. 5. Gebot – hinterlassen. Das war ja mal eine real existierende bierernste Clownsfigur!

Alle acht Sendungen wurden in den Theaterferien zwischen dem 10. und dem 13. August im Berliner Ensemble aufgezeichnet. Vielen Dank auch an die Kollegen vom stern, die die Kritik von Sophie Albers schon um 20.20 Uhr ins Netz gestellt haben, knapp drei Stunden vor der Ausstrahlung. So ergibt sich eine neue Schnittmenge zwischen dem journalistischen Gebot der Aktualität und der Hellseherei …

Beate Moeller © 2012 BonMoT-Berlin Ltd.

Nächste Sendungen:
1.9. / 8.9. / 15.9. / 22.9. / 29.9. / 6.10. / 13.10.2012 ARD, 23.15 Uhr – gleich nach dem Wort zum Sonntag in der ARD

www.kurtkroemer.deRBB

Kategorien:Fernsehen, Kritik
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