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Und ewig motzt das Känguru – Premierenkritik

Marc-Uwe Kling - Foto PR_liveundlustig.deMarc-Uwe Kling: „Die Känguru-Offenbarung Teil 1“

BERLIN (gc) – Marc-Uwe Kling hat mit seinem neuen Programm „Die Känguru-Offenbarung Teil 1“ im Berliner Mehringhoftheater Premiere vor ausverkauftem Haus gefeiert. Die Zuschauer freuten sich über eine Mischung aus Kängurugeschichten, Chansons und falsch zugeordneten Zitaten.

„Hey Du! Möchtest Du ein A kaufen?“ (Standard & Poor’s)


Marc-Uwe Kling ist sich treu geblieben und hat seine Geschichten rund um seinen tierischen Mitbewohner fortgeschrieben. Zunächst fehlt das Känguru, denn es soll abgeschoben werden. Das respektlose Tier versteckt sich vor der drohenden Amtshandlung und kehrt dann in Marc-Uwes Wohnung zurück. Gemeinsam, und auch mit alten Bekannten wie dem Pinguin und Friedrich Wilhelm, durchleben sie neue Abenteuer und Eulenspiegeleien.

„Guten Freunden gibt man ein Küsschen.“ (Breschnew zu Honecker)

Das Känguru hat derweil seine Flegeljahre überwunden, ist friedlicher und umgänglicher geworden. Die Rechthabereien und Streitereien zwischen ihm und Marc-Uwe gehören der Vergangenheit an. Den Hang zum Anarchistischen und Kommunistischen hat Marc-Uwe Kling ihm aber nicht genommen: Da kommt es schon vor, dass es zwei Polizisten an der Haustür bittet, beim Gehen den Müll herunterzunehmen. Oder den Obsthändler so lange mit Gesellschaftstheorie beschallt, bis es den Pfirsich umsonst bekommt. Schade, dass die einzelnen Geschichten nur im ersten Teil des Programm einen gemeinsamen Überbau haben – im weiteren Verlauf des Abends wirken sie dann beliebig.

„Da, da, da.“ (Das russische Parlament)

Die Kurzgeschichten wechseln sich mit den berühmten falsch zugeordneten Zitaten und mit Chansons ab. Von den Zitaten kennt Marc-Uwe Kling schon so viele, dass er einen Abreißkalender mit 365 von ihnen herausgebracht hat. Deshalb haben wir ein paar ganz besonders schöne hier als Zwischenüberschriften verwendet.

„Die Renten sind sicher.“ (Käpt’n Blaubär)

Auch die Chansons haben ihren besonderen Reiz. Tonlos transportiert Kling die tiefe Traurigkeit eines Menschen, der nichts mit sich anzufangen weiß in „Ich hätte auch so gern ein Hobby“. Die Aufforderung, alles und jedes zu bewerten, beschreibt er in „Stuf mich ein“. Das geht übrigens auch mit diesem Artikel! Höhepunkt ist jedoch „Das LiedLied“. Dieser Song besteht ausschließlich aus Filmtiteln des Fernsehsenders SAT.1, in dessen Think-Tank das Wort FilmFilm erfunden wurde. Grandios, wie hier die Titel des „Wanderhuren“-Zyklus mit beliebigen Schwangerschafts-Filmen verknüpft werden.

„Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere.“ (Angela Merkel)

Marc-Uwe Kling bietet in der „Känguru-Offenbarung Teil 1“ einen gelungenen, unterhaltsamen Abend. Das Publikum goutiert den Robin-Hood-Charakter des Kängurus und erfreut sich an dessen Schwejkiaden: Immer auf Kosten der Reichen, immer zu Lasten der Mächtigen, Autoritären, Angepassten. Die Songs und die Zitate bieten einen schönen Kontrast. Was will man mehr, fragt das Publikum und applaudiert freundlich.

Gilles Chevalier © 2012 BonMot-Berlin Ltd.

Noch bis zum 25. November 2012 tritt Marc-Uwe Kling mit der „Känguru Offenbarung Teil 1“ im Berliner Mehringhof-Theater auf. Alle Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Ebenso die Gastspiele im Dezember in Leipzig, Göttingen, Darmstadt und Marburg. Für „Die Liebe in den Zeiten der Cola“ am 17.12.2012 in der Berliner Bar jeder Vernunft sind (zur Zeit) noch Karten erhältlich.

„Känguru Offenbarung Teil 1“ gibt es in Berlin erst wieder vom 12. bis zum 16. März 2013 im Mehringhof-Theater.

Mehringhof Theater - Gneisenauer Str /Nähe Mehringdamm

Alle anderen Artikel über Marc-Uwe Kling auf http://www.liveundlustig.de HIER

http://www.marcuwekling.de

Kategorien:Comedy, Kabarett, Kritik, Premiere
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