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Rückblick nach vorne 2012– Kritik Florian Schroeder & Volkmar Staub

Florian Schroeder und Volkmar Staub – Foto © Frank Eidel

Florian Schroeder und Volkmar Staub – Foto © Frank Eidel

Florian Schroeder und Volkmar Staub: „Zugabe 2012 – Ein kabarettistischer Jahresrückblick“

BERLIN (gc) – Die Wiederholungstäter Florian Schroeder und Volkmar Staub sind auch in diesem Jahr unterwegs, um das ablaufende Jahr Revue passieren zu lassen. In den sehr gut besuchten Berliner Wühlmäusen haben sie das Publikum mit außergewöhnlichen Ideen und hemmungslosen Parodien bestens unterhalten.

Kein politischer und kein religiöser Führer ist vor dem Spott der beiden sicher. Wie am Stammtisch blicken sie zurück auf die großen und kleinen Geschichten von 2012.

Da ist der Papst, der von den Schrecken des Vatileaks-Skandals berichtet. Was könnte noch alles herauskommen, wenn nicht nur Interna des Kirchenstaates an die Öffentlichkeit gelangten, sondern auch die Wahrheit der biblischen Geschichte? Die Sache mit Maria Empfängnis, zum Beispiel. Es ist so mitreißend, wie Volkmar Staub den Papst parodiert, dass auch Florian Schroeder auf der Bühne vor Lachen zusammenbricht.

Oder Staubs Klassiker als Rothaut vom Stamme der Sozialdemokraten. Mit nacktem Oberkörper redet er seinen Brüdern ins Gewissen, weil er Steinbrücks Kandidatur nicht nachvollziehen kann, denn „bei seinen Reden zählen Inhalt und money too!“ Dieser Kandidat sei ohne „Peer-spektive“, stattdessen solle man Helmut Schmidt reaktivieren.

Auch Florian Schroeder glänzt als Parodist. Den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Kretschmann lässt er bei Domian anrufen. Dort berichtet Kretschmann von seinen Schwierigkeiten in der WG, in der sich die Führungsspitze der Grünen nicht immer grün ist. Hervorragend auch Schroeders Parodie von „Ottis Schlachthof“, der Kabarett-Sendung des Bayerischen Rundfunks. Hier prallen Ottfried Fischer, Dieter Nuhr, Rainer Brüderle, Thomas Gottschalk und Horst Seehofer aufeinander. Große Klasse, wie er nu(h)r durch atmen darstellen kann!

„Zugabe 2012“ ist keine Aneinanderreihung von Solo-Nummern. Gemeinsam sind Schroeder und Staub stark, und gemeinsam plädieren sie engagiert für die Satire. Mit Blick auf den sogenannten Film „Die Unschuld der Muslime“ sind sie der Meinung: „Auch schlechte Satire muss man zeigen dürfen. Oliver Pocher darf ja auch senden!“ Sie besprechen ihre Lieblingsbücher des Jahres: literarische Eintagsfliegen von Autoren wie Bettina Wulff, Kristina Schröder oder Lothar Matthäus.

Zusammen entwickeln sie atemberaubende Lösungsansätze für die Eurokrise und verwandeln die vorauszusehende große Koalition nach der nächsten Bundestagswahl in eine große Kopulation. Vieles wird in wenigen Sätzen abgehandelt, das Ostern erschienene Gedicht von Günter Grass taucht als Running Gag immer wieder in unterschiedlichen Formen auf.

Es sind auch die Intensität der Themen, ihre Vielfalt und das richtige Tempo, die „Zugabe 2012“ sehenswert machen. Ein Abend zweier gleichberechtigter Kabarettisten! Obwohl am Chefschreibtisch immer nur einer sitzen kann. In diesem Jahr ist es Volkmar Staub.

Gilles Chevalier © 2012 BonMot-Berlin

die nächsten Termine:
Do, 20. Dezember 2012: Köln, Senftöpfchen, Tel. 0221.258 10 58
Fr, 21. Dezember 2012: Köln, Senftöpfchen, Tel. 0221.258 10 58
Mi, 26. Dezember 2012: Koblenz, Café Hahn, Tel. 0261.42 302
Do, 27. Dezember 2012: Düsseldorf, Capitol Club, Kommödchen im Capitol ,
Tel. 0211.32 94 43

Alle weiteren Termine HIER

In der Nacht von Donnerstag zu Freitag um Mitternacht läuft übrigens die neue Satire-Show „Das Ernste“ in der ARD. Alle Szenen wurden im „Tagesthemen“-Studio von ARD-aktuell gedreht. Die Parodien und Beiträge werden von Anchorman Florian Schroeder im Nachrichten-Stil moderiert. Außerdem mit dabei: Antonia von Romatowski, Marti Fischer, Thomas Nicolai, Sara Kelly-Husain und Jo Brauner mit zwei Nachrichtenblöcken. Um 23 Uhr beginnt in der ARD das Warming Up mit Dieter Nuhr und seinem Jahresrückblick 2012.

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Kategorien:Kabarett, Kritik
  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. 5. September 2014 um 16:08

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