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Ganz groß im Kleinen – Buchbesprechung Uwe Steimle

Heimatstunde von Uwe Steimle„Heimatstunde“ von Uwe Steimle

von Harald Pfeifer

Es liegt nicht an der Globalisierung, es liegt an der Geldgier und es liegt nicht an irgendeiner Übereinkunft, es liegt am Geschäftsmodell Mainstream, der als Nonplusultra gepriesen wird. Es liegt nicht an der Transparenz, die man uns abfordert, es liegt daran, dass dabei unsere Offenheit restlos gespeichert und zu Geld gemacht wird. Es liegt also letzten Endes an der Sehnsucht, selbstbestimmt zu leben, dass Uwe Steimle das Große im Kleinen sucht, die Welt in der Nussschale – oder eben für den Reiz der Scholle schwärmt.

Er ist ein Romantiker, ein Träumer, ein Kauz, der schon lange sein Heil im Gegenteil sucht. Er ist ein Schauspieler und ein Kabarettist, er widerspricht gern, aus Überzeugung und schlägt sich nicht selten auf die Seite der Verlierer. Er zögert auch nicht, sich selbst zu widersprechen und steht dazu. Und dieser Sachse aus Leidenschaft lädt zur Heimatstunde ein, erzählt aus dem Nähkästchen, zuweilen mehr als er sollte. Gerade jenen, die ihn für einen linken Ideologen halten, sei die Lektüre empfohlen.

Und so wie er, ist auch sein zweites Buch. Er hat aufgeschrieben, was er loswerden musste. Erlebnisse aus der Kindheit, Betrachtungen, Erinnerungen an den Vater, die Bewunderung für Kurt Böwe, da ist die Leidenschaft für den Maler Curt Querner, da ist das Loblied auf den Dresdner Christstollen. Alles zusammen ergibt ein Bild, das schließlich den Autor Uwe Steimle erklärt, der seine Sinne nach allen Seiten ausgerichtet hat und einfach keine Ordnung schaffen will, weil er dabei gegen seine Art etwas ausblenden müsste.

Heimatstunde von Uwe SteimleUwe Steimle findet im Kleinen das Große. Bedrückend ist der Text über seinen Vater. Den beschreibt er mit Sympathie, weil der einmal mit dem Sohn Fußball gespielt hat … könnte man sagen. Die Erinnerung an Kurt Böwe hingegen ist mit einem großen Dank verbunden. Steimle stellt sich nicht mit dem großen Schauspieler auf den Sockel, einfach aus Ehrfurcht. Und interessant ist, dass der Maler Curt Querner auf Steimle eine so große Ausstrahlung hat, dass der beginnt zu poetisieren. Überzeugt hat mich am Ende, dass Uwe Steimle das Kleine ganz groß beschreiben kann. Das hat auch mit Bescheidenheit zu tun. Ein ordentliches Buch ist es aber nicht.

 

Uwe Steimle: Heimatstunde – Neues vom Zauberer von Ost

gebundenes Buch, ca. 176 Seiten
ISBN: 978-3579066264
ca. 19,99 Euro, Gütersloher Verlagshaus

Kategorien:Bücher/ Print, Kritik
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