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Barbara Thalheim „Zwischenspiel“ – CD-Vorstellung

Thalheim ZwischenspielAbschied von der Trauer
Record Release Konzert am 25. Januar

von Harald Pfeifer

Schon einmal wollte Barbara Thalheim die Gitarre an den Nagel hängen. Das war Mitte der neunziger Jahre. Aber so einfach wird man das Liedersingen nicht los. „Man macht da nicht nur etwas“, sagt sie, „auch das macht mit einem etwas.“ Schon wieder ist ihr das Aufhören misslungen. Als ihr musikalischer Mitstreiter und Lebensgefährte Jean Pacalet 2011 gestorben war, schien das Liedersingen für Barbara Thalheim unmöglich geworden zu sein. Nun nimmt sie Abschied von der Trauer. Im Oktober hat sie wieder eine CD veröffentlicht.

Das Zwischenspiel ist erstmal die Probe aufs Exempel. Geht es noch, und geht es auch ohne Jean Pacalet? Viele Lieder von der CD hat die Thalheim schon mit ihm zusammen gespielt. Neu sind die Arrangements und Interpretationen. Sie sagt, aber doch würde da über allem noch der Grand Maître stehen. Und der große Meister mochte den Takt, nicht aber den forcierten Rhythmus. Ich bin kein Rock-Musiker, sagte er. Nun grooven die Lieder auch.

Die CD „Zwischenspiel“ erweckt zunächst den Eindruck, als sei das etwas grundsätzlicher geworden. Bei Barbara Thalheim ging es ja schon immer ums Ganze. Und so ist der bekannte Song „Rest der Nacht“ als Einstieg wirklich gut platziert. Die neuen Songs sind etwas prosaischer, etwas nüchterner. Sich zu eigen gemacht hat Barbara Thalheim das Chansons „C’est peut-être“ von Allain Leprest. Da erzählt sie von Heine, Rosa Luxemburg oder Einstein. Aber sonst geht es ihr immer wieder um das Leben, die Liebe und den Tod. Wesentlichere Dinge gibt es ja auch nicht. Unterstützt wird sie von drei Musikern: Gitarrist Rüdiger Krause, Percussionist Topo Gioia und Kontrabassist Bartek Mlejnek. Sie haben der Thalheim neuen Mut gegeben, wieder Lieder zu singen.

Barbara Thalheim - Foto  Martencja photograhyUnd die Thalheim streitet nach wie vor. Wenngleich sie mittlerweile danach fragt, ob der emotionale Aufwand sich lohnt. Eine Form der Einmischung sind ihre Lieder immer gewesen. Das hört man wieder in der neuen CD „Zwischenspiel“. Die alten wie auch die neuen Lieder sind intensiv, etwas mehr Gefühl und etwas weniger Zorn im Gesang. Vielleicht ist da etwas mehr Tiefe. In jedem Fall sind die Lieder immer noch vom Verlust des Liebsten geprägt. Es ist eine sehr ehrliche und so auch sehr persönliche Liedersammlung. Gespannt kann man nun sein, was dem Zwischenspiel folgt.

CD Barbara Thalheim: Zwischenspiel, Conträrmusik, € 16,95
Record Release Konzert am Samstag, 25. Januar 2014 im Kino Babylon,
Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin, 20 Uhr
Kartentelefon: 030.242 59 69

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