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Was nicht im Fernsehen kam – Kolumne von HG.Butzko

HG Butzko - Kolumne - design c.wankaLiebe Freunde des politischen Kabaretts,

das ZDF hatte mich angefragt, am 22. Mai 2014 in der Sondersendung zur Europawahl mit Maybritt Illner am Ende einen dreiminütigen Beitrag beizusteuern. Worauf ich dann dieses Skript vorgelegt habe. (Na, was meint Ihr, warum ich da nicht aufgetreten bin?)

 

So, was haben wir heute gelernt?

Die Europawahl ist wichtig, gerade für uns in Deutschland. Warum? Weil wir so eine tüchtige Exportnation sind, die zum Beispiel Zaziki günstiger herstellen und anbieten kann als zum Beispiel die Griechen.

Was allerdings zur Folge hat, dass die griechischen Zazikihersteller auf ihrem Zaziki sitzen bleiben, pleite gehen und am Ende nicht mal mehr genug Geld haben, um unseren deutschen Zaziki zu kaufen. Dumm gelaufen.

Aber kein Problem. Dann geben wir den Griechen eben Kredite, damit sie Geld haben, um unseren Zaziki zu kaufen, und wenn sie diese Kredite auch nicht mehr bedienen können, bilden wir eben aus unseren Steuergeldern einen Schutzschirm für die Kredite, die die Griechen brauchen, damit sie Geld haben, um unseren Zaziki zu kaufen.

Außer in Zypern, da war dann Schluss mit lustig. Da hat man gesagt: Wenn Ihr euch den deutschen Zaziki nicht mehr leisten könnt, dann sollen das eben die Leute bezahlen, die auf ihren Konten noch Kohle übrig haben. Und wir sehen: Wenn Banker sich gegen Politiker streiten, wer irgendeine Zeche zahlen soll, streiten sich da unsere Steuergelder gegen unsere Spargelder. Und deswegen ist es auch völlig egal, wie dieser Streit ausgeht, am Ende verlieren immer wir.

Das ist das Erfolgsmodell der EU, wofür es dann auch folgerichtig den Friedensnobelpreis gab. Gut, wenn man sich die Bilder von regelmäßigen Ausschreitungen in etlichen europäischen Städten vor Augen führt, könnte man sich schon auch fragen, ab wann für das Nobelpreiskomitee eigentlich Krieg beginnt.

Und in Ungarn soll ja eine Regierung an der Regierung sein. Da soll ja was los sein in dem Land, dass der türkische Ministerpräsident Erdogan sich fragt: Warum darf Ungarn bei euch mitspielen und die Türkei aber nicht?

Nun, vielleicht, weil unser Blick sowieso zur Zeit in eine andere Richtung geht, über den Atlantik: Dort verhandelt die EU mit den USA über ein so genanntes Freihandelsabkommen. Und wie das funktioniert, kann man so zusammenfassen:

Wenn wir keine Chlorhühnchen kaufen wollen, sollen wir dem Chlorhühnchenproduzenten den Verlust ersetzen, den er macht, wenn wir keine Chlorhühnchen kaufen wollen.

Muss man nicht verstehen.

Genau so wenig, wie die Frage, warum wir eigentlich Leute in ein Parlament nach Straßburg wählen sollen, wenn doch die Entscheidungen in Brüssel gefällt werden und zwar von Leuten, die wir nicht gewählt haben.

Kein Wunder, dass die Wahlbeteiligung bei Europawahlen sich den Einschaltquoten von Phönix und arte annähert. Kann sein, wir hören am Abend der Europawahl einen Politiker im Fernsehen den Satz sagen: „Der Wähler hat entschieden.“ Und dann wissen wir alle: Jetzt ist es nur noch einer!

Und die Partei, die dieser eine Wähler dann gewählt hat, die kann dann zwei Dinge behaupten. 1.) Wir haben 100% der Stimmen bekommen. Und 2.) Deswegen ist die Europawahl so wichtig, gerade für uns in Deutschland.

 

In diesem Sinne wünsche ich uns:
LOVE & PEACE & EGGS TO SEA
von Herzen herzlichst Euer
Herz-Günter Butzko

 

©2014 HG.Butzko/ BonMoT-Berlin

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Kategorien:Kabarett, Schräges
  1. 11. Juni 2014 um 15:34

    Nun habe ich Butzko entdeckt. Den kannte ich gar nicht. Weil ich noch immer „die von früher“ in Kopf und Herz habe und teilweise mit dem sogenannten Nachwuchs nicht warm werden kann. Aber „Butzko“ hat einen tollen Kommentar geschrieben. Hätte der Rundfunk Humor und ein bißchen Ironie, würde er besser dastehen, wenn er ihn hätte erzählen lassen. Da hätten viele geschmunzelt oder gelacht – mehr wäre da nicht passiert, denn es ist ja nichts Neues. Das ist ja schon tausendmal kommentiert worden. Na, nu machma schön weita. Ich werde das verfolgen, wenn ich es nicht verpenne. So long! Lewi

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