Poesie bewegt doch

Wenzel viva-la-poesia-cdWenzels neue CD „Viva la Poesia“

von Harald Pfeifer

Auf Cuba hat Wenzel mit seiner Band die neue CD eingespielt. Wenn man die Lieder hört, hat das, auch wenn es ein weiter Weg war, seinen Sinn gehabt. Das Gewohnte vom außergewöhnlichen Ort, die Heimat von der Ferne betrachtet. Eine bekannte Methode, aber immer wieder wirkungsvoll. „Ich hab mein Vaterland so gerne/ Wenn es liegt weit, weit in der Ferne.“, singt Wenzel.

Freilich stimmt milde, wenn man fremde Länder bewundern kann. Aber es geht Wenzel nicht nur um die Distanz. Es geht auch um das fremde Beispiel. Wenzel war in Nicaragua und auf Cuba, in Ländern, die arm sind und in denen die einfachen Leute vor allem das haben, was man mit Geld nicht kaufen kann. Eben Poesie im Alltag, gelebte Kunst und Kultur oder Mitmenschlichkeit. Da gilt die Mahnung vom Opening der CD: „Halte dich von den Siegern fern/ Halte Dich tapfer am Rand“. Das hilft schon, seinen Standpunkt zu behalten.

Wenzel widersetzt sich mit seinen Liedern schon immer dem Mainstream. Weil der den Einzelnen vereinnahmt, ausnimmt und vor allem klein hält. Das Individuum hat aber ein Anrecht auf seine Eigenart. Im Titellied heißt es: „Die Stadt schwamm in der Droge Poesie/ Und jedes Lied und jeder Tanz verhöhnte/ Die Allmacht von Gewinnökonomie“. Wenzel widerspricht und kritisiert, indem er Gegenentwürfe vorlegt. Er ist eben kein Ideologe, er ist ein Poet. Und seine Poesie bewegt. Nicht viel, aber doch.

In diesem Sinne ist auch seine Musik so etwas wie ein Gegenentwurf. Der Klang ist schon etwas gegen den Strich gebürstet. Dafür hat er wieder wunderbare Musiker an der Seite. Mit den Bläsern ist der lateinamerikanische Einfluss nicht mehr zu überhören. Da ist eine Virtuosität zu erleben, die sich nicht eitel in den Vordergrund drängt. Das braucht sie auch nicht. Die Melodien haben bei Wenzel immer etwas Volksliedhaftes, Erzählendes.

Die Lieder der CD „Viva La Poesia“ erzählen ja auch, vom Alltag, dem Leben im Kleinen. Freilich ist da die Welt immer dabei – als etwas, dem man sich erwehren muss. Zornig sind die Lieder nicht. Dafür melancholisch, in der Formulierung bestimmt und in der Beobachtung präzise. Fast überraschend kommt dann ein versöhnliches Ende: Dreißig Wünsche: „Einen Wald, das Meer, die Berge/ Immer etwas zu viel Geld/ Luft zum Atmen, sieben Zwerge/ Honig, Leberwurst und Kuchen/ Beim Gewitter starke Buchen/ Wünsch ich Dir auf dieser Welt.“

© 2014 BonMoT-Berlin

Die neue CD „Viva la poesía“ von Wenzel & Band
erscheint am 5.12.2014 beim Label Matrosenblau, im Vertrieb von Indigo.
Preis: € 18,- plus Versandkosten
HIER direkt vorbestellen und noch vor Veröffentlichungstermin erhalten.
Tourtermine

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