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Konzentriert aufs Lied – Annika Frerichs jetzt mit Band – Kritik

Annika Frerichs - Foto Aljosha NickelAnnika Frerichs: „gemeinsam unterwegs tour 2015“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Im April hat sich die Wahl-Würzburgerin Annika Frerichs auf Tour begeben. Ihre Lieder hat sie in ganz Deutschland gespielt. Zum ersten Mal übrigens gemeinsam mit zwei weiteren Musikern. In Berlin machte sie in der Kleinkunstbühne Corbo in Treptow Station.

Das erste Lied „Begegnungen“ singt Annika Frerichs noch solo am Klavier. Doch schon zum zweiten Lied „Ich fühl‘ Dich“ kommen Daniel Feldmeier und Oliver Dannhauser dazu. Sie geben mit Schlagwerk und Kontrabass Annika Frerichs Liedern eine angenehme Tiefe und lassen die Gefühlswelt der Liedermacherin sehr plastisch erscheinen. Besonders kommt das bei der Neuvertonung von „Es tut mir Leid“ zu Tragen. Das Lied, das das Ende einer guten Freundschaft beschreibt, kann durch die Erweiterung um Kontrabass und Schlagwerk sowohl die Erinnerung an die guten Zeiten, als auch die Wut über das Zerbrechen der Freundschaft viel deutlicher in Töne gießen. Es war eine gute Entscheidung der Künstlerin, sich von Feldmeier und Dannhauser begleiten zu lassen.

Die Mischung aus neu arrangierten, zum Teil schon auf CD veröffentlichten Stücken, und neuen Kompositionen kommt an. Annika Frerichs Lieder sind immer auf Deutsch und immer sehr persönlich. Es ist die Innenwelt einer gerade erwachsen gewordenen Frau, die viel über Liebe und Freundschaft nachdenkt. Wobei erwachsen sein und Volljährigkeit bekanntlich nur wenig miteinander zu tun haben.

Annika Frerichs bevorzugt in ihren Liedern das Leise und das Traurige. Dabei erscheint sie aber nie verbittert oder böse. Sie hat sogar die Gabe, sich in traurigen Momenten guter Gefühle zu erinnern. In ihrem Lied „Nur das Eine“ zum Beispiel, formuliert sie die Hoffnung, dass es ihrem ehemaligen Partner gutgehe und es ihm an nichts fehle.

Annika Frerichs beim Chansonfest 2013 im Corbo - Foto Yvonne Fendel

Annika Frerichs beim Chansonfest 2013 im Corbo – Foto Yvonne Fendel

Ans Klavier hat sich Frerichs für diese Tour noch eine Loop-Station gestellt. Ihre helle und klare Stimme kann so chorisch erklingen. Sanft schweben die Vokalisen durch den Saal, bevor der Hauptteil des Stücks „Du“ erklingt. Die Loop-Station und die begleitenden Musiker werden wohltuend sparsam eingesetzt und sind dadurch um so effektvoller. Zurückhaltend geht die Künstlerin mit ihren Moderationen um. Nichts soll ablenken vom Kern des Abends, vom Lied.

Neu sind auch die Gedichtvertonungen. Da ist Haruki Murakamis „Tanz mit dem Schafsmann“, den sie als einen leisen und doch bestimmenden Appell zum Weitermachen gestaltet. Das passt zu Annika Frerichs, die sich noch in diesem Sommer zur Produktion einer neuen CD ins Studio begeben will. Dafür hat sie eine Crowdfunding-Aktion gestartet (wie auch das Corbo, wir berichteten HIER) , die bis Ende Juni laufen wird. Live und lustig drückt die Daumen für beide Projekte und freut sich schon jetzt auf die neue CD.

©2015 BonMot-Berlin
Fotos: Aljosha Nickel | Yvonne Fendel

Links: CorboCrowdfunding CorboAnnika FrerichsCrowdfunding Annika Frerichs

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