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Sommermärchen – Kolumne von HG.Butzko

HG Butzko - Kolumne - design c.wankaLiebe Freunde und Förderer des politischen Kabaretts,

wie Ihr ja wisst, interessier ich mich für Schalke, und nicht für Fußball. Aber jetzt muss ich ehrlich zugeben, dass ich schockiert bin. Jahrelang hab ich gedacht, die gesamte globale Fußballwelt sei ein Pfuhl für Korruption und schmutzige Geschäfte, und nur Deutschland habe eine weiße Weste. Und jetzt das:

Der DFB hat das Sommermärchen gekauft.

Also nicht das Sommermärchen 2015, als am Münchener Hauptbahnhof Flüchtlinge willkommen geheißen wurden. Das wäre natürlich auch ein Hammer. Also wenn raus käme, dass diese Flüchtlinge gekauft wurden, zum Beispiel von der deutschen Wirtschaft, um die Binnennachfrage und Rentenpolitik in Schwung zu bringen. Und arrangiert hat das Franz Beckenbauer. Im Auftrag des DFB. Endlich wüssten wir, was diese drei Buchstaben bedeuten, den Hilferuf der deutschen Unternehmer: Dringend Flüchtlinge Bringen!

Aber bis das raus käme, müssten wir wohl noch mal 10 Jahre warten, und bis dahin ist noch viel Geld in die dunklen Kanäle der FIFA runter geflossen. Was hingegen früher raus kommen könnte, ist ein Beweis für die These, dass die Flüchtlinge zwar nicht gekauft, aber in Kauf genommen wurden, und zwar nicht vom DFB, sondern von der CIA. Und zwar, um die Mittelschicht Syriens der Heimat zu entziehen, damit Assad die Stütze seiner Herrschaft wegbricht. Angeblich soll Julian Assange bei wikileaks Dokumente besitzen, die eine solche Strategie belegen. Berichtet jedenfalls Russia Today. Und die sind ja, im Gegensatz zur westlichen Presse ein Musterbeispiel für propagandafreie Wahrheitsvermittlung. Aber bis das raus käme, müssen wir noch viele Asterix-Hefte über den Papyrus des Caesar lesen, um Assange glaubwürdig zu finden.

Eher finden wir Theo Zwanziger glaubwürdig, den ehemaligen Präsidenten und heutigen Whistleblower des DFB, der nachweisen können will, dass das Sommermärchen 2006 vom Organisationskomitee der WM gekauft wurde. Also ein echter Zwanziger gegen ein paar falsche Fuffziger. Wobei die WM nicht gekauft wurde, sondern geliehen. Also mit einer Leihe gekauft. Der Deal war nämlich so, dass die FIFA sagte: „Wir schenken Euch für die WM 250 Millionen Schweizer Franken. Aber nur unter der Bedingung, dass Ihr uns zuvor 10 Millionen Schweizer Franken leiht.“

Hmmmmmm… Ich würde in so einem Fall ja antworten: „Wäre es da nicht unkomplizierter, wenn Ihr uns einfach nur 240 Millionen schenkt?“ Aber um auf diese Frage zu kommen, muss man natürlich rechnen können. Und rechnen können… bitte, wir sprechen hier von Fußballern. Und nicht zuletzt von Franz Beckenbauer, der zum Fall Uli Hoeneß mal sagte: „Ja gut, der Uli hat da was übersehen anzugeben. Kann doch mal passieren.“ Oder wars Karl-Heinz Rummenigge, der mal übersehen hatte, beim Zoll ein paar Armbanduhren anzugeben. Ach nee, das war Dirk Niebel und sein Teppich. Ich verwechsel die beiden jedes Mal.

Wie auch immer. Dass eine Fußball-WM gekauft werden muss, war für die Jahre vor 2002 und nach 2010 selbstverständlich keine Frage. Aber dass auch unsere schöne WM 2006 dazu zählte, das hätte wohl nie nie niemand niemals für möglich gehalten. Also ehrlich, dass unsere WM ehrlich erworben wurde, dafür hätten wir alle doch jederzeit alle unsere Hände ehrlich in jedes ehrliche Feuer gehalten. Und sei es das olympische. Und nun diese Enttäuschung.

Das wird natürlich knallharte und kompromisslose Konsequenzen nach sich ziehen. Wolfgang Niersbach muss zurücktreten, und wird von Julian Assange als DFB-Chef abgelöst. Worauf Niersbach die Leitung der CIA übernimmt und Karl-Heinz Rummenigge bei wikileaks. Sepp Blatter wird Chefredakteur bei Russia Today, Dirk Niebel löst Assad als Staatschef in Syrien ab, und Franz Beckenbauer zeichnet den nächsten Asterixband. Und wenn das alles passiert ist, dann zieht sich Theo Zwanziger die Gummimaske vom Gesicht, worauf Jan Böhmermann zum Vorschein kommt, und Manager auf Schalke wird. Und dann – … wird alles wieder gut.

 

In diesem Sinne wünsche ich uns:
LOVE & PEACE & EGGS TO SEA
von Herzen herzlichst Euer
Herz-Günter Butzko

 

©2015 HG.Butzko/ BonMoT-Berlin

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„Super Vision“ im Mehringhof-Theater in Berlin: Mi, 25.11. – Sa, 28.11.2015 – alle weiteren Live-Termine auf der Homepage von HG.ButzkoButzkos Kolumnen auf liveundlustig

Kategorien:Kabarett, Schräges
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