Startseite > Chanson/ schräges Liedgut, Kritik > Bayerischer Charme überzeugt beim Köln Comedy Festival – Kritik

Bayerischer Charme überzeugt beim Köln Comedy Festival – Kritik

Martina Schwarzmann - Foto © Cartsen Bunnemann Gregor WiebeMartina Schwarzmann: „Genau Richtig!

von Marianne Kolarik

KÖLN – Sie sei wie die meisten Leute: mittelgscheit, mittelalt und mittelschön. Behauptet zumindest die bayerische Musik-Kabarettistin Martina Schwarzmann in ihrem funkelnagelneuen Programm „Genau Richtig“, mit dem sie im Rahmen des Köln Comedy Festivals in der Comedia gastierte, von sich selbst. Eine riesige Untertreibung. Sie ist nämlich etwas ganz Besonderes, diese Frau aus dem oberbayerischen Dorf Überacker/Landkreis Fürstenfeldbruck, wo sie 1979 an einem Rosenmontag geboren wurde. Zum Glück – nicht nur für uns Zuschauer.

Die gelernte Köchin, die seit ihrem neunten Lebensjahr Gitarre spielt, wollte eigentlich Punkerin werden und mit ihrer Band namens „Rettichsalzer“ – also Rettiche zu salzen: eine bayerische Gepflogenheit – gefährlich wirken. Daraus ist nichts geworden, zum Glück für ihren Moo (so ähnlich hört sich Mann im Dialekt an) und ihre drei Kinder (2, 5 und 7 Jahre alt), die sie als ihre „minderjährigen Mitbewohner“ betrachtet.

„Man muss es mit mir aushalten“, bekennt sie zwischendurch und berichtet glaubwürdig von dem Krisenherd, als den sie ihren Schreibtisch bezeichnet – ganz im Gegensatz zu ihrem Moo, der ordentlich und strukturiert sei. „Der Eine macht es so, der Andere so. Jeder wie er ko“ (auf Deutsch: kann): eine gute Grundlage für Toleranz. Die hört bei ihr im Hinblick auf Handy-Nutzer und die diversen „sozialen“ Netzwerke allerdings auf.

Dabei regt sie sich nicht mehr über all die Deppen auf („keiner wird gscheiter, wenn ich mich über ihn aufrege“), verwöhnt ihre Kinder nicht („die schlagen sich selbst gegenseitig“) und singt viele schöne Lieder, wie das „an die Weiber“. Nur zum Beispiel. Eigentlich will sie nichts als ihre Ruhe haben. Doch wer fi..en will, muss freundlich sein. Auch heute noch.

Es fällt so manchem schwer, ihrem speziellen Charme nicht zu erliegen – und alles zu verstehen, was sie sagt, so man die bayerische Mundart nicht beherrscht. Zumindest in der ersten Hälfte des Abends, an dem sie noch die „Schwachstellen“ des Programms auslotet („I woaß no net, wo die san“.). Wir auch nicht.

©2017 BonMoT-Berlin
Foto: Cartsen Bunnemann Gregor Wiebe

  1. mickzwo
    31. Oktober 2017 um 04:05

    Genau.

  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: