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Heiter und unangepasst – Wenzel-CD

Neue Kinderlieder von Wenzel: „Ick sitze da und esse Klops“

von Harald Pfeifer

Bei „Matrosenblau“ ist eine CD mit Kinderliedern von Wenzel erschienen. Vor 12 Jahren gab es schon mal eine mit altbekannten, wie „Fuchs du hast die Gans gestohlen“, „Winter adé“ oder „Ich geh mit meiner Laterne“. Solche, die einfach zum Erinnern verführen.

Für die neue CD „Ick sitze da und esse Klops“ hat Wenzel 22 Lieder ausgewählt, die er in den vergangenen Jahren fürs Theater geschrieben hat. In denen ist vom Herrn Litfaß die Rede, von Katzen oder Klops, freilich wird auch von Prinzessinnen oder

von der Liebe der Katzen erzählt, ebenso vom allzu verständlichen Wunsch, einfach mal weg zu sein. Wenzel erzählt in seinen Liedern überraschende kleine Geschichten.

Die Katze kriegt sieben Junge, davon sechs Hunde, und der Kater sagt „Die ernähr ich nicht, /das ist nicht meine Pflicht.“ Oder Herr Litfaß wird von seiner Frau gedrängt, etwas zu erfinden. Er weiß nicht was, doch dann wird’s eine Säule, und die Welt ist wieder in Ordnung. Zu Hause und auf der Straße. Wenzel singt auch von der Kraft der Lieder im vorwortartigen „So ein kleines Lied“: „Gegen alles Böse, Schlimme, /Hilft der Klang der schönen Stimme.“

Wenzel spielt mit der Welt der Kleinen. Mit Logik und Phantasie wird alle Ordnung durcheinander gebracht, das Natürliche setzt sich gegen die Vorschrift durch, und manches ist halt einfach so: “Wenn die Katze sich im Busch versteckt/ Und verträumt sich ihre Pfoten leckt/ Und der Mond gelb durch den Himmel fliegt/ Dann ist ein Kater verliebt.“ In anderen Liedern geht es um die heikle Unterscheidung von Gut und Böse oder um die Trennung zwischen Arm und Reich wie auch die oft so komplizierten Gegensätze von Groß und Klein.

Das Spielerische ist bei Wenzel immer wichtig, da kommt zusammen, was eigentlich nicht zusammenpasst. Einfach nur mal sehen, ob das auch geht. Für Kinder gibt es keinen Alltag. Für die ist jeder Tag neu, und das macht leicht und heiter. Und in Wenzels kleinen Formulierungen stecken immer große Gedanken. Man erlebt im Kleinen die große Welt. Und die ist bei ihm vor allem unangepasst.

Da ist immer etwas Anarchie, da wird Quatsch gemacht oder es riecht auch mal unanständig. Das Leben ist nicht anders. Und Kinderlieder sind aufschlussreich. Sie verraten, was Erwachsene unter Kindheit verstehen, wie sehr sie selbst noch im Stande sind, sich in die hineinzuversetzen und überhaupt, wie fest die Vernunft sie im Griff hat. Die Musik zeigt, dass die Kinder als Partner verstanden und nicht einfach nur bespielt werden. Man hört Theaterlieder im Wenzel-Sound, burlesk, mit dem Akkordeon, dem schrägen Klavier, allerlei Gitarren und den Trommeln, wie man sie von anderen Platten auch kennt. Und doch hört man deutlich, das sind Kinderlieder.

©2018 BonMot-Berlin

Links: MatrosenblauWenzel

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