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Archive for the ‘CDs/ Hörbücher’ Category

Der Mensch als Mittel zum Zweck – Buchbesprechung

22. September 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Marc-Uwe Klings Zukunftsroman „QualityLand“

von Harald Pfeifer

„Wer ist objektiv, unbestechlich und macht keine Fehler? Eine Maschine!“ Insofern ist die gesellschaftliche Entwicklung auf dem richtigen Weg. Doch wer immer alles richtig macht, lernt nicht dazu… Der Erfinder der grandiosen Känguru-Geschichten Marc-Uwe Kling hat sein neues Thema gefunden: die Zukunft.

Und die hat er natürlich von der Gegenwart abgeleitet. Also alles auf die Spitze getrieben. Und damit kann er heutzutage nicht viel falsch machen. Weiterlesen …

Keine Zeit für Sorgen – Sia Korthaus und Ariane Baumgartner – Premierenkritik

Sia Korthaus und Ariane Baumgartner: „komm ganz nah“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Sie sehen aus wie aus einem Ethno-Bilderbuch für Erwachsene: die Musikerin Ariane Baumgartner und die – ausnahmsweise „nur“ als Sängerin agierende Sia Korthaus. Baumgartner mit dem vollen, dunkelbraunen Haarschopf und den bernsteinfarbenen Augen, und Korthaus, die blauäugige Blonde mit dem Schalk im Nacken und den flotten Sprüchen im Mund. Doch halt:

Davon ist auf der just erschienenen CD „komm ganz nah“ nichts zu hören. Vielmehr haben die beiden in Köln lebenden Künstlerinnen elf Songs ausgesucht, die sie – unter anderen – in Begleitung von Christina Fuchs (Saxophon und Klarinette) spielen. Weiterlesen …

An die Gegenwart erinnert – CD-Besprechung Rainald Grebe

13. März 2017 1 Kommentar

Rainald Grebe: Das Elfenbeinkonzert
von Harald Pfeifer

Die Überschriften der Programme wie auch CDs von Rainald Grebe erscheinen auf den ersten Blick oft etwas zufällig, geradezu kapriziös. Aber das täuscht. Immer vertieft er ein konkretes Thema, das zudem eng mit der Gegenwart verbunden ist. Beispielsweise „Die Berliner Republik“, „1968“ oder „Volksmusik“…

Seit etwa einem Jahr tritt nun der Berliner Liedermacher und Theatermann mit seinem „Elfenbeinkonzert“ auf. Man denkt zunächst an das Elfenbein der Klaviertasten. Der Bezug ist jedoch ein anderer.
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Gespannt zwischen Ungeduld und Warten – CD-Kritik Wenzel

2. Dezember 2016 Hinterlasse einen Kommentar

wenzel-warten-cdWenzels neue CD „Wenn wir warten“

von Harald Pfeifer

„Wenn wir warten“ ist Wenzels 40. CD. Das ist nicht gerade wenig. Lieder zu schreiben, ist für ihn offensichtlich eine Form, sich des Lebens zu vergewissern und sich mitzuteilen.

Jede seiner CDs folgt einem Grundgedanken, den die Lieder dann vertiefen. Dieses Mal geht es um die Spannung zwischen Ungeduld und Warten als Zeiterscheinung.

Die CD „Wenn wir warten“ ist eher eindringlich als laut. Und das hat seinen Grund. Wer heutzutage gehört werden will, muss leise sprechen. Laut sind die anderen, und zu denen gehört Wenzel in jedem Falle nicht. Er stellt Fragen. Weiterlesen …

Der bittere Spaß eines Ernstvogels – CD-Besprechung

„Hoffnungslos optimistisch“ – Christoph Sieber

von Carlo Wanka

Sieber dreht sich die Welt wie sie ihm gefällt, ach nee – er dreht auf, weil ihm vieles nicht gefällt. Vieles fällt aus heiterem Himmel ihm zu Füßen, er tritt drauf, kickt es an, buckelt sich mit ab und bringt es auf der Bühne auf den Punkt. Er will sich nicht echauffieren, doch manchmal bleibt einem wie ihm da keine Alternative – es muss sein. Es ist so vieles in Schieflage und manches voll verdreht, so auch seine neue CD, die mit Applaus beginnt und dann … kein „Guten Abend“ oder flapsiges „Hallöchen“. Weiterlesen …

Nachtgedanken im Gehrock – Kritik Berliner Nachtgesang

27. Januar 2016 Hinterlasse einen Kommentar

2016-01-23 Berliner Nachtgesang 12q - Foto © Carlo WankaBerliner Nachtgesang – Kathy Kreuzberg, Phil von Friedrichshain und Gast, Arno Zillmer

von Carlo Wanka

BERLIN – In Nachtblau war die Bühne getaucht, als sich Kathy Kreuzberg und Phil von Friedrichshain installierten. Er am E-Piano rechts, und sie liegend hinter einem umgekippten Barhocker, rauchend. Vor der Bühne, dieses kleinen und ordentlich konzeptionierten Auftrittsorts, hatten an unterschiedlich gruppierten Tischen die 42 Gäste bequem ihre Plätze eingenommen.

Langsam, während den ersten Takten, richtete sich die Sängerin auf und mit ihr tauchten die Zuschauer in die Berliner Nacht. Mit ihrer festen, klaren und ebenso empfindsamen Stimme präsentierte sie ihre wohlformulierten Gedanken über Berlin und die Menschen die dort existieren.
Frech, keck und androgyn moderiert sie ein Willkommen in Berlin mit der Erkenntnis gepaart: „Berlin, wo alle sind, denen es kalt ist – mit beiden Beinen in der Scheiße, aber dem Kopf in den Wolken.“ Weiterlesen …

Schattenbilder, Nachtgestalten – Kritik „Berliner Nachtgesang“

8. Oktober 2015 1 Kommentar

Im Studio Phil & Kathy - Foto © Alex ErnstKathy Kreuzberg & Phil von Friedrichshain in Treptow

von Gilles Chevalier

BERLIN – Nur knapp über dem Gefrierpunkt lagen die Nachttemperaturen am vergangenen Sonnabend in Berlin. Da ist man dankbar für jeden Platz im Warmen und freut sich über anregende Gesellschaft. Es war genau das richtige Wetter für die Premiere des „Berliner Nachtgesangs“.

So verwandelte sich die Kleinkunstbühne Corbo in Berlin-Treptow einen Abend lang in einen Hort der Gestrandeten und Gescheiterten. Auch eine Reihe Unglücklicher und aus ihren Wohnquartieren Vertriebener war anwesend. Der Clou dabei: All diese Charaktere brauchten nur zwei Künstler, um dargestellt zu werden. Weiterlesen …

Achterbahn der Emotionen – Kritik Renée van Bavel

20. Dezember 2014 Hinterlasse einen Kommentar

Renee van Bavel - Foto PRRenée van Bavel: „Am Rande des Waldes“ (EP) – Heute Abend live in der Mitternachts-Show in der Bar jeder Vernunft

von Gilles Chevalier

BERLIN – Ende Oktober hat die niederländische Sängerin Renée van Bavel ihre deutschsprachige EP (ein Mini-Album) „Am Rande des Waldes“ in Berlin vorgestellt. Und weil man so etwas gar nicht genug feiern kann, hat sie Anfang Dezember in der Kleinkunstbühne corbo in Berlin-Treptow ein weiteres Konzert gegeben. Just auf der Bühne, auf der sie beim Chansonfest Berlin 2013 so einen gewaltigen Eindruck hinterlassen hat. Weiterlesen …

Poesie bewegt doch

27. November 2014 Hinterlasse einen Kommentar

Wenzel viva-la-poesia-cdWenzels neue CD „Viva la Poesia“

von Harald Pfeifer

Auf Cuba hat Wenzel mit seiner Band die neue CD eingespielt. Wenn man die Lieder hört, hat das, auch wenn es ein weiter Weg war, seinen Sinn gehabt. Das Gewohnte vom außergewöhnlichen Ort, die Heimat von der Ferne betrachtet. Eine bekannte Methode, aber immer wieder wirkungsvoll. „Ich hab mein Vaterland so gerne/ Wenn es liegt weit, weit in der Ferne.“, singt Wenzel.

Freilich stimmt milde, wenn man fremde Länder bewundern kann. Aber es geht Wenzel nicht nur um die Distanz. Es geht auch um das Weiterlesen …

Dem Hammer eines Gottes Wotan gleich: Jochen Malmsheimer

15. November 2014 1 Kommentar

Jochen Malmsheimer - CD - Ermpftschnuggn trødåJochen Malmsheimer: „Ermpftschnuggn trødå! – hinterm Staunen kauert die Frappanz“

Vom Montag, 17. November, bis Mittwoch, 19. November 2014, tritt Jochen Malmsheimer in Berlin auf, mit seinem Programm „Ermpftschnuggn trødå! – Hinterm Staunen kauert die Frappanz“. Grund genug, hier das Programm mit der Besprechung der CD vorzustellen.

von Hans-Jürgen Lenhart

„Erst steht der Titel, dann kommt der Text“, erklärt Kabarettist Jochen Malmsheimer seine Methode, auch wenn man nicht so ganz weiß, ob man ihm das abnehmen soll.
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Volumen 8 von Pigor & Eichhorn ist CD des Monats bei der Liederbestenliste

15. November 2014 Hinterlasse einen Kommentar

Pigor - Volumen 8 CD-Cover - Foto Yannick Perrin - Grafik IXIVOLUMEN 8 – ausgezeichnet!

von Carlo Wanka

Unabhängig davon, ob man es nun nachvollziehen kann, wie eine CD bei der Liederbestenliste in den Olymp erhoben wird, kann man zu diesem Urteil nur gratulieren.

Die Erfinder des Salon Hiphop mit dem Bandnamen „Pigor singt, Benedikt Eichhorn muss begleiten“ sind Weiterlesen …

Bomforzionös – CD-Empfehlung Uwe Steimle

23. Oktober 2014 Hinterlasse einen Kommentar

UWE STEIMLE - CD - FOURSCHBARUwe Steimle: „Fourschbar“ 25 Jahre Kehre – Eine Heimatstunde

von Hans-Jürgen Lenhart

Wenn ein Sachse in Sachsen Kabarett über Sachsen macht, könnte man skeptisch werden, doch Uwe Steimles Besinnung auf 25 Jahre Kehre (oder „Wende“ für die Wessis) ist vielmehr gerade für Nicht-Sachsen empfehlenswert, weil Steimle hier Einblicke in ein Lebensgefühl der Ostdeutschen gewährt, das in der deutschen Medienwelt zunehmend verdrängt wird. Und Steimle bringt es auch ohne „Sächseln“ auf genug Lacher.

Kabarett mit einem Blick aus dem Osten auf die Zeit seit der Wende, ein gehöriger Schuss Ostalgie, oftmals sächsische (wenn auch verständliche) Mundart und ein Kabarettist, der sich manchmal als Querulant bezeichnet: Ist das auch gesamtdeutsch interessant? Weiterlesen …

WortArt feiert Jubiläum mit Doppel-CD

16. September 2014 1 Kommentar

CD 20 Jahre Wahrheit Cover20 Jahre Wahrheiten über Deutschland

von Hans-Jürgen Lenhart

Seit 1994 hat das Kölner Label WortArt es geschafft, große Abräumer des Kabaretts wie Urban Priol oder Hagen Rether an sich zu binden und auch im Umfang des Angebots fast so etwas wie eine erste Adresse auf diesem Gebiet zu werden.

Einen Einblick in das Sortiment und damit auch die letzten 20 Jahre Deutschland im Spiegel der Kabarettisten vermittelt nun die neue Ausgabe ihrer Kompilationsreihe „Die Wahrheit über Deutschland“.

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Kategorien:CDs/ Hörbücher, Kritik

Tilman Birr – Reiseempfehlungen für um die Ecke

6. August 2014 1 Kommentar

Birr Zum Leben CDTilman Birrs Hörbuch „Zum Leben ist es schön, aber ich würde da ungern auf Besuch hinfahren. Eine kleine Heimatkunde“

von Hans-Jürgen Lenhart

Lesebühnenautor Tilman Birr betätigt sich nach seinem Debut als Stadtbilderklärer in Berlin nun in seiner „kleinen Heimatkunde“ teilweise wieder als eine Art Reiseführer und zwar dorthin, wo Deutschland am deutschesten ist – wie beispielsweise im Ruhrgebiet.

Und genau dort an der Ruhr lebt ein rühriges Volk „von Hausmeistern und Gerätewarten, die schon Mitte der Neunziger ein Handy am Gürtel trugen, damit es auch jeder sehen konnte. Leute, die mit ‚Mahlzeit‘ grüßen und sich mit ‚tschüssikowsi‘ verabschieden.“ Weiterlesen …

„MENSCHENsKIND“ – Dagmar Manzel singt Friedrich Hollaender

11. Februar 2014 Hinterlasse einen Kommentar

MENSCHENsKINDvon Axel Schock

BERLIN – Nun also Friedrich Hollaender. Die Theater- und Filmschauspielerin Dagmar Manzel bleibt in ihrer neuen Karriere als Diseuse dem Komponistenporträt treu.

Ihr erstes Soloprogramm mit begleitender CD hatte sie Werner Heymann gewidmet. Daran nun eine Auswahl an Hollaender-Kompositionen anzuschließen, ist Wagnis und sichere Bank zugleich.

Die ursprünglich für Film, Revue und Kabarett geschriebenen Chansons sind Evergreens und bestens bekannte Hits einerseits, andererseits aber muss jeder Interpret, jede Interpretin Weiterlesen …