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Posts Tagged ‘Kritik’

Hymnen für Träumer – nach 10 Jahren wieder eine CD von Rainer Bielfeldt

Rainer Bielfeldts neues Soloalbum „Die Erinnerung von Morgen“
von Axel Schock

BERLIN – Die Fans von müssen wahrlich Geduld haben. Ein Jahrzehnt haben sie auf ein neues Album des Komponisten, Songwriters und Pianisten warten müssen. Auch als 2003 „Alles nur ein Traum“ erschein, kam dies fast einem Comeback gleich. Acht Jahre und acht Programme lang war er zuvor als Bühnenpartner mit Gayle Tufts erfolgreich durch die Lande getourt. Doch erst als dieses Kapitel beendet war, fand er wieder die Zeit, um sich wieder der eigenen Chansonnierkarriere widmen und einfach nur „Sänger sein“ zu können (um einen seiner Albumtitel zu zitieren). Weiterlesen …

Brandrede aus dem Herrenhandtäschchen – Kritik Erwin Pelzig

Frank-Markus Barwasser/ Erwin Pelzig „Weg von hier“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Nix wie „Weg von hier“ hat sich Frank-Markus Barwasser wohl gesagt, als er für sein neues Programm recherchiert – und festgestellt – hat, dass alles furchtbar ist. Nur wohin? Das weiß auch Barwasser, besser bekannt als Erwin Pelzig, nicht. Weil es in der Welt in Zeiten der Globalisierung nur noch wenig Verstecke gibt. Die kennt aber nun mal nicht jeder. Schon gar nicht der aus Franken kommende Konsonantenschänder Pelzig, der „Siechmar“ sagt, wenn er „Sigmar“ (Gabriel) und „Lüchen“, wenn er „Lügen“ meint („Geheimdienste haben Abteilungen für Lüchen“.). Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik

Therapie zwecklos – Kritik Thilo Seibel

Thilo Seibel: „Wenn schon falsch, dann auch richtig“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Welche Torte ist am effektivsten? Nein, es ist nicht der Käsekuchen, es ist die Blaubeertorte, weil sie jede Menge irreversibler Schäden beim Empfänger hinterlässt. Wenn es nach Thilo Seibel geht, besitzt der solcherart Beschossene in der Regel diktatorische Qualitäten. „Wenn schon falsch, dann auch richtig“ heißt das Programm des Kölner Kabarettisten, mit dem er landauf landab unterwegs ist – und zeigt, was – und vor allem wer – in ihm steckt.

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Kategorien:Kabarett, Kritik

Rabenschwarzer Humor und ein ausgeprägtes Sprachgefühl – Kritik Michael Feindler

Michael Feindler: „Artgerechte Spaltung“

von Marianne Kolarik

Er sieht in „Artgerechte Spaltung“ keinen Zusammenhang zwischen dem Kreuzchen, das er auf dem Wahlzettel hinterlassen hat und dem derzeitigen Zustand der Politik in Berlin, der 1989 in Münster geborene Kabarettist Michael Feindler. Dabei weiß er nur zu gut, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Es sei denn, es handele sich um einen Junggesellen-Abschiedsabend. Der ist in der Regel genauso würdelos wie es scheint. Stopp. Hierhin gehört die Anmerkung, dass es sich bei Feindler um einen Gitarre spielenden Feministen handelt, der selbst am besten weiß, wie schwer es Männer haben. Und dass die Natur kein moralisches Empfinden besitzt. Weiterlesen …

Bundesadler muss Federn lassen – Kritik Simone Solga

17. Februar 2018 Hinterlasse einen Kommentar

Simone Solga: „Das gibt Ärger!“

von Jan-Geert Wolff

MAINZ – Just am Tag der Bekanntgabe der Träger des Deutschen Kleinkunstpreises 2018 spielte Lisa Eckhart, die den Förderpreis der Stadt Mainz bekommt, im Unterhaus ihr Solo „Als ob Sie Besseres zu tun hätten“. Mit Simone Solga, ausgezeichnet in der Sparte Kabarett, war nun eine weitere künftige Preisträgerin zu Gast. Sie stellte ihr neues Programm „Das gibt Ärger!“ vor.
Auf dem Plakat hat sie den Bundesadler an der Kehle gepackt, dass die Federn nur so fliegen. Schließlich hat die einstige Kanzlersouffleuse die Brocken hingeschmissen und ist nun auf der Flucht. In Mainz bittet sie Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik

Berserker im Samtanzug – Kritik Sebastian Krämer

6. Dezember 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Sebastian Krämer & Metropolis-Orchester Berlin
Uraufführung: „Im Glanz der Vergeblichkeit – Vergnügte Elegien“

von Carlo Wanka und Beate Moeller

BERLIN – Man erlebt viel in Berlin, und es ist auch nicht selten, dass Menschen vor Kassenhäuschen stehen und fragen, ob man ihre Karte kaufen möchte. So war auch am Kartenschalter des Heimathafens Neukölln eine Traube von Leuten ganz aus dem Häuschen. Fieberten, wollten sie doch eine Karte des total ausverkauften Konzerts ergattern. Warum?

Mit Pauken und Trompeten, Geigen und etlichen anderen Weiterlesen …

Dem alltäglichen Wahnsinn eine Stimme geben – Kritik Erik Lehmann

14. November 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Erik Lehmann: „Uwe Wallisch – Der Frauenversteher“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Gleich zu Beginn macht Erik Lehmann klar, dass der Titel nichts mit dem Programm zu tun hat. Das Publikum im Kreuzberger BKA-Theater wundert sich. Auch solle es an diesem Abend nicht um die große Politik gehen, denn die ist einfach nicht sexy genug. Stattdessen, so der 1984 geborene Lehmann, sollen die Probleme des kleinen Mannes im Mittelpunkt stehen.

Und davon gibt es reichlich. Da ist Uwe Wallisch aus Dresden, der mit Hornbrille und einem Jäckchen aus Ballonseide auftritt. Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik

Imposante „Nacht der Preisträger“ – Kritik

1. November 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Abschlussabend des Köln Comedy Festivals 2017

von Marianne Kolarik

KÖLN – 85 Prozent Auslastung, was die Kaufkarten angeht, insgesamt 52.000 Besucher: kein schlechtes Fazit für das 27. Köln Comedy Festival (12.-28.10.2017). Hinzu kommt ein würdiger Abschlussabend im Gloria, der als „Nacht der Preisträger“ über die Bühne ging.

Mit viel Empathie und mit guten Pointen bestückt, moderiert von Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser, der seriös daher kommende, aber umso pfiffigere NightWash-Gastgeber der ersten Stunde.
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Kategorien:Comedy, Kabarett, Kritik

Steuern, Fonds, Diäten und Moneten – Kritik

30. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Chin Meyer – Foto © Christian SchulzChin Meyer: „Macht!Geld!Sexy?

von Marianne Kolarik

KÖLN – Bekannt geworden ist Chin Meyer als Steuerfahnder Siegmund von Treiber. Was ihn schließlich für den Beruf des Finanz-Kabarettisten hierzulande qualifizierte. „Macht!Geld!Sexy?“ heißt sein neuestes Programm, mit dem er im Rahmen des Köln Comedy Festivals im bis auf den letzten Platz besetzten Theater 509 des Bürgerhauses Stollwerck auftrat. Dabei betont er gleich zu Beginn den Workshop-Charakter der Veranstaltung und pickt sich Zuschauer aus dem Auditorium heraus, die er zu ihren „Scheinwelten“ befragt.

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Kategorien:Kabarett, Kritik

Bayerischer Charme überzeugt beim Köln Comedy Festival – Kritik

29. Oktober 2017 1 Kommentar

Martina Schwarzmann - Foto © Cartsen Bunnemann Gregor WiebeMartina Schwarzmann: „Genau Richtig!

von Marianne Kolarik

KÖLN – Sie sei wie die meisten Leute: mittelgscheit, mittelalt und mittelschön. Behauptet zumindest die bayerische Musik-Kabarettistin Martina Schwarzmann in ihrem funkelnagelneuen Programm „Genau Richtig“, mit dem sie im Rahmen des Köln Comedy Festivals in der Comedia gastierte, von sich selbst. Eine riesige Untertreibung. Sie ist nämlich etwas ganz Besonderes, diese Frau aus dem oberbayerischen Dorf Überacker/Landkreis Fürstenfeldbruck, wo sie 1979 an einem Rosenmontag geboren wurde. Zum Glück – nicht nur für uns Zuschauer.

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Ladies Night beim Köln Comedy Festival 2017 – Kritik

25. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Nessi Tausendschön präsentiert Lisa Politt, Annamateur und das Suchtpotenzial

von Marianne Kolarik

KÖLN – „Ihr seid ein phantastisches Publikum,“ tiriliert die Gastgeberin Nessi Tausendschön, „ich sage das nicht oft“, fügt sie in der Comedia hinzu, wo die bewährte „Ladies Night“ im ausverkauften Haus zum x-ten Mal über die Bühne geht. „Sie sind auch so facettenreich und sensibel“, fügt die Moderatorin im schwarzen Anzug mit Schlips und weißem Hemd hinzu. Die männliche Anmutung war ihrer Eröffnungsansprache als Harvey Weinstein (der neue Männerbeauftragte) Weiterlesen …

Mama auf LSD, Gitarren okay – Kritik Simon & Jan

24. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Simon & Jan - Foto © Michael J RuettgerSimon & Jan: „Halleluja!“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Schon merkwürdig: Auch Simon & Jan werden älter. Das merken sie unter anderem daran, dass Leonard Cohen (1934-2016), ein Held ihrer Kindheit, gestorben ist. Nach dem von ihm geschriebenen Song „Halleluja!“ haben sie ihr drittes abendfüllendes Programm benannt, mit dem sie im Laufe des Köln Comedy Festivals in der Comedia gastierten – und das die Zuschauer am Ende des Abends zu einem großen Chor verschmolz, der auf zwei „Dirigenten“ hörte.

Zu Beginn hatten sie das Weiterlesen …

Ungezügelt sündhaft – Sia Korthaus Premierenkritik

23. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Sia Korthaus Köln - Foto © Simin KianmehrSia Korthaus: „Lust auf Laster“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Nein, Fernfahrer hatten sich nicht ins Senftöpfchen-Theater verirrt, um alles über Laster zu erfahren. In „Lust auf Laster“, so der Titel des neuen Programms von Sia Korthaus, mit dem sie im Rahmen des Köln Comedy Festivals eine umjubelte Premiere feierte, ging es vielmehr um verbotene Leidenschaften wie Wollust („auch Lust kann zum Laster werden“), Völlerei und Faulheit – also ganz alltägliche „Sünden“, die das gewisse Etwas besitzen, kurz: sexy sind.

Dabei belässt es Korthaus allerdings nicht. Sie holt auch eine Vierjährige und die circa 90jährige Oma Emmi auf die Weiterlesen …

Finanzkomikerin mit 19% Mehrwertgags – Jacqueline Feldmann Kritik

21. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Jacqueline Feldmann: „Plötzlich Zukunft! Konnt‘ ja keiner wissen …“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Als Comedienne können einem Dinge passieren, mit denen man nicht gerechnet hat“, bekennt Jacqueline Feldmann am Ende eines rundherum unterhaltsamen, mit spontanen Einlagen gespickten Stand-up-Abends im Subway, der im Rahmen des Köln Comedy Festivals über die Bühne ging. „Zum Lachen in den Keller“, so der Titel der verdienstvollen Reihe, in dessen Verlauf mehr oder minder bekannte Newcomer einen speziellen Blick auf die Welt werfen. „Plötzlich Zukunft! Konnt‘ ja keiner wissen“ heißt Weiterlesen …

Kategorien:Comedy, Kabarett, Kritik

Faust im Lavendelbad – Premierenkritik Sven Ratzke

19. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Foto © Barbara Braun_MuTphotoIn seiner neuen Show „Homme Fatale“ unternimmt Sven Ratzke einen musikalischen Roundtrip

von Axel Schock

BERLIN – Sven Ratzke hat ganz offenbar zu heiß gebadet. Oder der vermeintliche Lavendelextrakt enthielt noch ganz andere Ingredienzen und hat ihm ordentlich die Sinne vernebelt. Für Menschen, die auch auf Bühnenbrettern ein Mindestmaß an Rationalität abfordern, wäre dies wohl die einzige Erklärung, um dem deutsch-niederländischen Entertainer auf seinem Trip folgen zu können.
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