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Posts Tagged ‘Kritik’

Die Vorgaben der Nachkommen – Buchbesprechung

20. Januar 2017 Hinterlasse einen Kommentar

zingsheim-eltern-quMartin Zingsheim:
„Eltern haften an ihren Kindern“

von Harald Pfeifer

Da treten sie als Kabarettisten, Satiriker, Komiker oder Comedian an, den Zustand der Welt zu beschreiben und zu beanstanden, mit der Zeit bringen sie es dabei zu einer gewissen Perfektion, doch dann werden sie unversehens nebenberuflich Väter, und alles ist anders.
Für Martin Zingsheim war das der Grund, ein Buch zu schreiben. Da sich die Dinge nun gedreht haben, ist der Titel „Eltern haften an ihren Kindern“. Und die Väter lassen nicht los, weil die Welt mit den kleinen Popanzen viel spannender ist, als Außenstehende das glauben mögen. Weiterlesen …

Kategorien:Bücher/ Print, Kritik

Tschüss 2016! – Kritik Florian Schroeder & Volkmar Staub

29. Dezember 2016 Hinterlasse einen Kommentar

Zugabe Schroeder Staub – Foto © Frank EidelFlorian Schroeder & Volkmar Staub: „Zugabe – Der kabarettistische Jahresrückblick 2016“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Jedes Jahr Mitte Dezember gehen Florian Schroeder und Volkmar Staub zusammen auf Tour, um Rückschau zu halten auf das zu Ende gehende Jahr. Kurz vor Weihnachten haben sie in den Berliner Wühlmäusen Station gemacht und hinter ihren beiden Schreibtischen auf der Bühne Platz genommen.

So kommt Late-Night-Atmosphäre kommt auf, wenn sich Schroeder und Staub gegenseitig Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik

Welch ein Mensch, welch ein Ekzem – Buchbesprechung Polt

20. Dezember 2016 1 Kommentar

polt-ekzem-cover-kein-aber_aDas Buch zu „Ekzem Homo“ von Gerhard Polt & den Well-Brüdern

von Harald Pfeifer

Als brauche man für eine Überschrift von Gerhard Polt eine Erklärung. Und wenn dann doch eine kommt, und sei es ein Rollentext, bleibt in der Regel keine Frage mehr offen: „Wissen Sie, für mich ist der Mensch ein Zwischenwirt, ein Paradies, ein Eldorado für Parasiten aller Art, Bazillen, Viren, Waffenhändler, Bestattungsinstitute, auch die Religionen lieben den Menschen. Und Fußpilze.“ Warum also nicht auch ein Ekzem.

Und damit ist die Welt, in der sich Polt und die Well-Brüder Weiterlesen …

Kategorien:Bücher/ Print, Kritik

Gespannt zwischen Ungeduld und Warten – CD-Kritik Wenzel

2. Dezember 2016 Hinterlasse einen Kommentar

wenzel-warten-cdWenzels neue CD „Wenn wir warten“

von Harald Pfeifer

„Wenn wir warten“ ist Wenzels 40. CD. Das ist nicht gerade wenig. Lieder zu schreiben, ist für ihn offensichtlich eine Form, sich des Lebens zu vergewissern und sich mitzuteilen.

Jede seiner CDs folgt einem Grundgedanken, den die Lieder dann vertiefen. Dieses Mal geht es um die Spannung zwischen Ungeduld und Warten als Zeiterscheinung.

Die CD „Wenn wir warten“ ist eher eindringlich als laut. Und das hat seinen Grund. Wer heutzutage gehört werden will, muss leise sprechen. Laut sind die anderen, und zu denen gehört Wenzel in jedem Falle nicht. Er stellt Fragen. Weiterlesen …

Abstruse Übungen von Leib und Seele – Kritik Leipziger Central Kabarett

28. November 2016 Hinterlasse einen Kommentar

dada-01-foto-harald-pfeifer_liveundlustig„Dada is Muss“ als Kammerspiel

von Harald Pfeifer

LEIPZIG – Der Geburtstag von Dada ist der 5. Februar 1916. Junge Kriegsflüchtlinge trafen sich danach ein Vierteljahr täglich, außer freitags, im Züricher Cabaret Voltaire. Sie machten Programm, bezogen das Publikum mit ein in ihr wirres Spiel, verweigerten sich strikt dem bürgerlichen Kunstverständnis und entwickelten so fast ungewollt grundlegende Prinzipien für die künstlerische Moderne des bevorstehenden Jahrhunderts.
Dada war für sie aber auch ein Weg, sich notdürftig im Exil den Lebensunterhalt zu verdienen. Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik

Mit Cello, Charme und Duden – Kritik Carrington-Brown

26. November 2016 Hinterlasse einen Kommentar

Carrington-Brown 10Carrington-Brown: „10“ – Premiere in der Bar jeder Vernunft

von Gilles Chevalier

BERLIN – Die ersten Worte im neuen Programm „10“ von Rebecca Carrington und Colin Brown werden nicht von den beiden Künstlern gesprochen. Die beiden Engländer lassen dem Ältesten auf der Bühne den Vortritt, und das ist das Cello Joe. 235 Jahre hat es inzwischen am Stachel und nun Gelegenheit, sein bisheriges Leben vorbeiziehen zu lassen.

Bei ihrer Großmutter haben Rebecca Carrington und Joe zusammengefunden. Daraus hat sich eine never-ending story entwickelt. Weiterlesen …

Halbstark im Übergang – Premierenkritik Maria Vollmer

31. Oktober 2016 Hinterlasse einen Kommentar

maria-vollmer-foto-ulrike-reinkerMaria Vollmer: „Push-up, Pillen & Prosecco“

von Marianne Kolarik

Ganz schön sexy: diese Maria in den „besten Jahren“, wohnhaft in einer Einfamilienhaus-Siedlung in Köln-Nippes, Mutter zweier pubertierender Söhne und Gemahlin von Rainer, der mit beiden Beinen tief in einer Midlifecrisis steckt, hat alle Hände damit zu tun, die Nerven zu bewahren. Älterwerden ist schließlich kein Zuckerschlecken, selbst wenn man es als Übergangsphase („ich werde übergangen“) definiert.

Vollmer – so ihr Nachname – legt mit „Push-up, Pillen & Prosecco“ Weiterlesen …

Vom Schreibtisch auf die Couch – Kritik Hans Gerzlich

26. Oktober 2016 Hinterlasse einen Kommentar

hans-gerzlich-foto-pr-hans-gerzlich_600Hans Gerzlich: „So kann ich nicht arbeiten“

von Marianne Kolarik

KÖLN – So ein BWL-Studium hat entschieden etwas Gutes: Man lässt sich so schnell nichts mehr vormachen, was die miesen Praktiken von Konzernen angeht. Als gemeiner Arbeitnehmer ist man den hohen oder weniger hohen Herrschaften hilflos ausgeliefert. Erst hat die Menschheit mühsam das Sprechen und Schreiben gelernt, dann kam das Handy. Kurz: sie hat sich von der Bodenhaltung, über die Käfighaltung bis zur Buchhaltung hochgearbeitet.
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Kategorien:Comedy, Kritik

Selbst denken mit Uta Köbernick

24. Oktober 2016 Hinterlasse einen Kommentar

Uta Köbernick "Auch nicht schlimmer: Uta Köbernick singt Rabenlieder"Uta Köbernick: „Grund für Liebe“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Uta Köbernick hat im Varieté Salon der ufaFabrik in Berlin-Tempelhof ihr aktuelles Programm „Grund für Liebe“ gespielt. Abwechslungsreich ist der Abend, voller Wendungen und Überraschungen. Zwischen Geige, akustischer Gitarre und manchmal auch dem Textbuch muss sich die Künstlerin immer wieder entscheiden. Den Geschmack der Zuschauer trifft Uta Köbernick mit ihren Songs und Aphorismen allemal.

Am Bühnenrand stehend, spricht sie ihre Randbemerkungen: „Nur weil Sie hochschauen, heißt das Weiterlesen …

Verbaler Tausendsassa: Zymny

23. Oktober 2016 Hinterlasse einen Kommentar

zymny-foto-jan-brandes_600Jan Philipp Zymny: „Bärenkatapult“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Er könnte das Ergebnis einer Kreuzung von Ernst Jandl und Helge Schneider sein: Von Ersterem hat Jan Philipp Zymny die Lust an sprachlichen Neuschöpfungen geerbt, von Schneider den Hang zum Unsinn.
„Bärenkatapult“ heißt das erste Solo-Programm des komödiantischen Nachwuchses, Prix-Pantheon-Gewinners 2016 und erfolgreichen Poetry-Slammers, mit dem er im Club Bahnhof Ehrenfeld im Rahmen des 26. Köln Comedy Festivals gastierte, ein verbaler Tausendsassa, dessen Wurzeln in Wuppertal sind. Weiterlesen …

Kategorien:Kleinkunst, Kritik

Achterbahnfahrt für Wirklichkeitsverbraucher mit Fritz Eckenga

22. Oktober 2016 1 Kommentar

fritz-eckenga-foto-philipp-wente_600Fritz Eckenga: „Frisch von der Halde“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Da hat sich im Lauf der Zeit einiges angesammelt: „Frisch von der Halde“ heißt das neue Programm von Fritz Eckenga, mit dem er im Rahmen des 26. Köln Comedy Festivals in der Comedia die kleinen grauen Zellen der Zuschauer einer Generalüberholung unterzog. Fast drei Stunden lang redete er auf sie ein, trug Gedichte und Shakespeare-Übersetzungen in Ruhrhochdeutsch vor – und traf mit seinem lakonischen Humor mitten ins Epi-Zentrum ihres Verstandes. Unter dessen Diktat sich auch die Befindlichkeit des Wort-Künstlers ständig ändert. Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik

Gehörig zugehörig – Kritik Moritz Neumeier

19. Oktober 2016 1 Kommentar

Moritz Neumeier - Foto © BonMoT-Berlin LtdMoritz Neumeier: „Stand Up“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Mit seinem zweiten Solo-Programm „Stand Up“ ist Moritz Neumeier angekommen – nicht nur im Mehringhof-Theater in Kreuzberg, wo er kürzlich ein Gastspiel gab. Neumeier ist angekommen in der Gruppe der Jungen Wilden im Kabarett. Konsequent geht er seinen Weg, der immer wieder durch Unsicherheiten und Fragen gekennzeichnet ist.

Neumeier möchte nämlich auch gerne dazugehören. Zum Beispiel zu einer Gruppe, die sich bei einem Small Talk kennenlernt. Aber, so sagt er: Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik

Explosion auf der Bühne – Stimmung! – Kritik Konrad Stöckel

4. Oktober 2016 Hinterlasse einen Kommentar

Konrad Stöckel: Wie man mit AC/DC das Licht aus macht

von Carlo Wanka

2016-10-01-konrad-stoeckel-in-den-wuehlmaeusen-2-foto-carlo-wankaBERLIN – 16:27 Uhr fand am Samstag, den 1. Oktober 2016, eine Hausstaubexplosion statt. Eine riesige Stichflamme schoss auf der Bühne hoch. Menschen kamen nicht zu Schaden. Es war auch ganz klar kein Terroranschlag in den Wühlmäusen, auch musste die Feuerwehr nicht eingreifen, denn Konrad Stöckel, der Wissenschaft- und Freak-Show Spezialist, hatte die Situation im Griff.

Der Hamburger Spaßlaborant und Trixer Konrad Stöckel war nach Berlin gekommen, um mit seiner Wissenschafts-Show einige Aha-Effekte zu präsentieren. Mit absurdem Entertainment, irren Versuchen und viel Konfetti heizte er dem Publikum ordentlich ein. Weiterlesen …

Kategorien:Comedy, Kritik

Viele Meter Meta-Ebenen – Kritik Timo Wopp

29. September 2016 1 Kommentar

2016-09-28 Timo Wopp - MHT 1 - Foto© Carlo WankaTimo Wopp: „Moral – Eine Laune der Kultur“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Timo Wopp ist ein Tausendsassa. Mit tausend Ideen im Kopf, die er in gefühlten tausend Worten pro Viertelstunde auf das Publikum loslässt. „Moral – Eine Laune der Kultur“ heißt sein aktuelles Programm, das er dieser Tage im Berliner Mehringhoftheater zeigt.

Moral, so seine These, ist eine wandelbare Sache. Sie ist stets von der Umgebung abhängig. Und dieser Blick auf die Umgebung kann sich ändern, wenn man eine andere Perspektive einnimmt. Oder einnehmen muss. Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik

Heute Abend ist die Welt gerettet! – Uraufführungskritik Gayle Tufts

22. September 2016 2 Kommentare

gayle-tufts-superwoman_01-foto-robert-reckerGayle Tufts: „Superwoman“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Zur Uraufführung ihrer Musik-Show „Superwoman“ hat Gayle Tufts ins Tipi am Kanzleramt geladen. Klar, in einer Welt, in der sich die Menschheit lediglich „from Caveman to Taliban“ entwickelt hat, braucht es eine „Superwoman“ um aufzuräumen.

Gayle Tufts erledigt diese Aufgabe nicht allein – sie bedient sich der Unterstützung des glänzenden Pianisten Marian Lux und des schlagfertigen Perkussionisten Martin Krause. Sarunas Kirdeikis und Carl Richardson, zwei behände agierende Tänzer der „Superhelden Dance Crew“, sorgen für den richtigen Dreh. Weiterlesen …