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Posts Tagged ‘Kritik’

Prädikat „Premium Obsession“ – Geschichten aus tausend Abenden – Kritik Horst Evers

13. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Horst Evers: „1000“

von Carlo Wanka und Beate Moeller

BERLIN – Rekord: 1000 Auftritte allein im Kreuzberger Mehringhof-Theater! Johlender Applaus schon beim Auftritt. Das ist ein Grund zu feiern, und der Künstler geheimnisst, dass der 1000. noch in dieser Woche erreicht sein werde. Ob mit dem Mittwochsfazit, dem Jahresrückblicks-Team oder solo als Horst Evers. Für ihn kein Anlass, ein profanes ‚Best Of‘ zu bieten, sondern extra für ein Bühnenerlebnis der ganz besonderen Art hat er gründlich im Archiv gewühlt. Wenn da nur nicht gerade dieser Orkan Xavier gewesen wäre. Da erlebt ein umtriebiger Geschichtenerzähler schließlich so einiges.
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Kategorien:Comedy, Kabarett, Kritik

Kopfwäsche für Jammerlappen – Kritik Dieter Nuhr

10. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Dieter Nuhr: „Nuhr hier, nur heute“

von Carlo Wanka

BERLIN – Nur einer ist derart umstritten wie Dieter Nuhr. Nuhr selbst. Die Meinungen gehen da derb auseinander. Die einen halten ihn für einen oberflächlichen Unterhaltungsclown, die anderen liegen vor Begeisterung am Boden. Dazu ergeben die Neider mit den Bewunderern eine weitere Schnittmenge. Seit dreißig Jahren im Bühnengeschäft, steht er seinen Mann und als Liebling des rbb und der ARD ist er im Fernsehen überpräsent.

Egal ob Comedy- oder Kabarettpreisverleihungen, er moderiert jedes Genre und wird Weiterlesen …

Kategorien:Comedy, Kabarett, Kritik

Deutschpuscheln mit Migrationsfranzose – Kritik Alfons

7. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Alfons: „Wiedersehen macht Freunde“

von Carlo Wanka

BERLIN – Alfons, die Kunstfigur mit dem Puschelmikrofon von Emmanuel Peterfalvi, ist seit den 90ern nicht mehr von unseren TV-Bildschirmen verschwunden. Der gebürtige Franzose, Ingenieur für Kommunikationstechnologie, hat mit Alfons einen Charakter erschaffen, der so eigenständig ist, dass er sich den gängigen Kriterien von Kabarett und Comedy entzieht. „Ach, der komische Franzose mit dem merkwürdigen Mikrofon, ja den habe ich schon gesehen. Der ist lustig.“, sagte neulich ein Freund, der mit Kleinkunst so gar nichts am Hut hat. Ja, Weiterlesen …

Kategorien:Comedy, Kabarett, Kritik

Starlight go, Pussy no! – Kritik Roman Weltzien

4. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Roman Weltzien: Brainwashed!

von Carlo Wanka

BERLIN – „Pimmel-Witz ist nicht so deins?“, fragt Weltzien einen Mann, nachdem er keine großartige Reaktion vom Publikum des ComedyClub Kookaburra erhält. Also folgert er unverdrossen: „Eher die Kabarettfraktion? – Ja, ich sehe das hier am Hemd oder so.“ Damit leitet er zum Konflikt zwischen Kabarett und Comedy über. Nach einigen unausgegorenen Erläuterungen erklärt er, dass man ihm schon gesagt hätte, dass es bei ihm egal sei, ob er Comedy oder Kabarett mache, denn bei ihm handele es sich sowieso immer um Kleinkunst. Jetzt ist er im Thema – in seinem Thema, Weiterlesen …

Kategorien:Comedy, Kabarett, Kritik

Schmieren bis es flutscht – Kritik Anny Hartmann

30. September 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Anny Hartmann: „NoLobby is perfect“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Ein Lobbyist ist jemand, der Abgeordnete für seine Interessen zu gewinnen versucht, so steht es jedenfalls im Duden. Seit 1961. „NoLobby is perfect“ heißt das neue Programm von Anny Hartmann, mit dem sie nun bundesweit unterwegs ist. Der Qualabend sei ja vorbei, meint sie zu Beginn und erklärt erstmal, was Politiker umtreibt: Die Machterhaltung natürlich. Nicht das bisschen Kohle, das sie monatlich einstreichen. Da hätten sie in der Wirtschaftsbranche weitaus bessere Karten.

Das habe schon Dieter Hildebrandt gewusst – und gesagt, betont die studierte Volkswirtschaftlerin mit Sparkassen-Hintergrund. „To big to fail“ – also: zu groß, um zu scheitern – sei nicht Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik

Ein ausgewachsener Klein(kunst)bürger – Premierenkritik Florian Schroeder

26. September 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Florian Schroeder: „Ausnahmezustand“

von Gilles Chevalier

BERLIN – In den ausverkauften Berliner Wühlmäusen hat Florian Schroeder die Premiere seines Programms „Ausnahmezustand“ gefeiert. Der Spiegel, den er seinem Publikum vorhält, ist diesmal größer und polierter, als in früheren Shows.

Sicherlich ist es den letzten Zügen des Bundestagswahlkampfs geschuldet, dass sich Schroeder eine gefühlte halbe Legislaturperiode lang mit den Standpunkten der Parteien auseinandersetzt – wobei er Die Linke geflissentlich übergeht. Doch das verzeiht das Publikum. Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik, Premiere

Jurypreis und Publikumspreis für Maxi Schafroth beim Großen Kleinkunstfestival der Wühlmäuse 2017

19. September 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Berlinpreis für Ingo Appelt, Ehrenpreis für Bruno Jonas

von Beate Moeller

BERLIN – Einmal im Jahr lassen die Wühlmäuse es richtig krachen: Beim Großen Kleinkunstfestival treten fünf Kandidaten live gegeneinander an, um einen Jury- und einen Publikumspreis zu gewinnen. Das rbb-Fernsehen überträgt die Bühnen-Show live – so kann das Publikum auch von zu Hause aus mitstimmen.

Außerdem werden zwei vorher bestimmte Preise vergeben. Den Berlinpreis erhält in diesem Jahr Ingo Appelt, der „nicht mal mehr im Straßenverkehr links abbiegen kann, weil da nur Kreisverkehr ist“. Bruno Jonas wird mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Weiterlesen …

Blick über die eigene Schulter in die Welt – Premierenkritik Mathias Tretter

5. Juli 2017 1 Kommentar

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Mathias Tretters neues Programm „Pop“

von Harald Pfeifer

LEIPZIG – Kabarettisten sind etwas in der Zwickmühle. Einerseits trachten sie danach, ihre Weltsicht unmissverständlich zu erklären, andererseits wollen sie dem Vorwurf entgehen, ihr Publikum nur zu belehren. Da ist man im Zeitalter der ambitionierten Amateure sehr empfindlich. Mathias Tretter hat da seinen Weg gefunden. Wenn es um Haltung geht, lässt er keinen Zweifel offen, er nimmt sich dann aber auch selbst als abschreckendes Beispiel, geht über zum Rollenspiel, treibt sein Solo ins Absurde, auch die Kalauer lässt er nicht aus, und doch bleibt Tretter bei allem immer ganz seiner Intension treu. All seine Mittel nutzt er auf der Bühne dabei mit auffallender Sicherheit. Gekonnt wirft er einen Blick über die Schulter in die ach so verkommene Welt. Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik, Premiere

Stilvoll abgehen, aber vorher richtig l(i)eben – Kritik Reinhild Kuhn

 

Reinhild Kuhn: „Up-Leben. Ein lebensfroher Abend über die Vergänglichkeit.“

von Beate Moeller

BERLIN – Reinhild Kuhn bringt Glanz in eine Sperrmüllansammlung, die an Schäbigkeit ihresgleichen sucht und sich keck „Theater Zukunft“ nennt. Offene Mauerbruchstellen (sic!) umrahmen den als Bühne genutzten Platz. Auf dem Boden ein verblichener Billigteppich. Pianistin Fee Stracke muss auf einem hölzernen Küchenstuhl sitzen, der irgendwann vielleicht mal hellblau oder türkis angestrichen gewesen sein mag. Elegant am Mikrofon die Sängerin Reinhild Kuhn im Weiterlesen …

Mit Vollgas durch die Schlacht des Lebens – Kritik Patrizia Moresco

29. Mai 2017 1 Kommentar

Patrizia Moresco: “Die Hölle des positiven Denkens“

von Carlo Wanka – mit Fotostream am Ende

BERLIN – Tagelang habe ich mich nun gequält, um eine Rezension zu Patrizia Morescos neuem Bühnenprogramm zu verfassen, die dem Anspruch der mich sehr belustigenden und zeitweise sehr faszinierenden Show dieser Lady gerecht werden lässt. Weiterlesen …

Von Kopf bis Fuß auf Frühling – Kritik Georgette Dee

Georgette Dee & Terry Truck: „Frühlingsrausch“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Dem Frühling kann sich keiner entziehen. Dem „Frühlingsrausch“ schon gar nicht. Er nimmt das zahlreich herbei geströmte Publikum im Kölner Gloria-Theater, das eine von 35 Veranstaltungen des „Sommerblut-Festivals“ (bis 21.5.) besucht, vom ersten Augenblick an gefangen.

„Ein Frühlingsgott kam auf mich zu/ Und der war nicht mehr zwanzig/ Er lachte wie Magnolien blüh’n/ Und meinte mich – tatsächlich mich“, heißt es zu Beginn des gleichnamigen Chansons von Georgette Dee und Terry Truck, dem genialen Komponisten und Begleiter der Diseuse im „Kleinen Schwarzen“. Ein sanft fließendes Samtkleid, das jeder ihrer Bewegungen schmeichelt – und aussieht wie ihr Bühnen-Outfit aus früheren Zeiten. Weiterlesen …

Ihr nach! – Premierenkritik Eva Eiselt

Eva Eiselt: „Vielleicht wird jetzt alles vielleichter“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Wie machte man das früher, an einem bestimmten Ort anzukommen? So ganz ohne Navi? Da gab es noch Dinge wie den Autoatlas und Falk-Pläne, die man nach einer bestimmten, stimulierenden Origami-Methode entfaltete. Kennen nur noch die wenigsten. Weil es Handys gibt. Die können einem sagen, wo es lang geht. Oder auch nicht. Zumindest scheint es immer noch total nette Tankwarte zu geben. Die helfen in der Not. Auch wenn es empfehlenswerter ist, sich selbst mit den vier Himmelsrichtungen auszukennen. Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik, Premiere

Keine Zeit für Sorgen – Sia Korthaus und Ariane Baumgartner – Premierenkritik

Sia Korthaus und Ariane Baumgartner: „komm ganz nah“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Sie sehen aus wie aus einem Ethno-Bilderbuch für Erwachsene: die Musikerin Ariane Baumgartner und die – ausnahmsweise „nur“ als Sängerin agierende Sia Korthaus. Baumgartner mit dem vollen, dunkelbraunen Haarschopf und den bernsteinfarbenen Augen, und Korthaus, die blauäugige Blonde mit dem Schalk im Nacken und den flotten Sprüchen im Mund. Doch halt:

Davon ist auf der just erschienenen CD „komm ganz nah“ nichts zu hören. Vielmehr haben die beiden in Köln lebenden Künstlerinnen elf Songs ausgesucht, die sie – unter anderen – in Begleitung von Christina Fuchs (Saxophon und Klarinette) spielen. Weiterlesen …

An die Gegenwart erinnert – CD-Besprechung Rainald Grebe

13. März 2017 1 Kommentar

Rainald Grebe: Das Elfenbeinkonzert
von Harald Pfeifer

Die Überschriften der Programme wie auch CDs von Rainald Grebe erscheinen auf den ersten Blick oft etwas zufällig, geradezu kapriziös. Aber das täuscht. Immer vertieft er ein konkretes Thema, das zudem eng mit der Gegenwart verbunden ist. Beispielsweise „Die Berliner Republik“, „1968“ oder „Volksmusik“…

Seit etwa einem Jahr tritt nun der Berliner Liedermacher und Theatermann mit seinem „Elfenbeinkonzert“ auf. Man denkt zunächst an das Elfenbein der Klaviertasten. Der Bezug ist jedoch ein anderer.
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Anders gesagt … – Kritik Hagen Rether

13. Februar 2017 Hinterlasse einen Kommentar

hagen-rether-foto-klaus-reineltHagen Rether: „Liebe 6“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Hagen Rether ist nicht zufrieden, als er seinen Abend in der ausverkauften Berliner Philharmonie beginnt. Lässig lässt er sich auf einem Bürostuhl vorm Steinway-Flügel nieder. „Ertappen Sie sich auch manchmal dabei, dass Sie froh sind, dass wir die Merkel haben?“, fragt er resigniert. „Weil sie Maria und Josef einen Stall angeboten hat, wird sie jetzt gekreuzigt im christlichen Abendland!“

Schon wird das Schema dieses großartigen Abends sichtbar. Hagen Rether denkt quer zu den allgemeinen Denkmustern. Er hat Spaß daran, eine Sache von links zu betrachten und möglichst auch noch von unten. Warum, so fragt er, werden eigentlich die jährlich eine Million Auswanderer aus Deutschland in der Diskussion nie erwähnt?
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Kategorien:Kabarett, Kritik