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Archive for the ‘Kritik’ Category

Bundesadler muss Federn lassen – Kritik Simone Solga

17. Februar 2018 Hinterlasse einen Kommentar

Simone Solga: „Das gibt Ärger!“

von Jan-Geert Wolff

MAINZ – Just am Tag der Bekanntgabe der Träger des Deutschen Kleinkunstpreises 2018 spielte Lisa Eckhart, die den Förderpreis der Stadt Mainz bekommt, im Unterhaus ihr Solo „Als ob Sie Besseres zu tun hätten“. Mit Simone Solga, ausgezeichnet in der Sparte Kabarett, war nun eine weitere künftige Preisträgerin zu Gast. Sie stellte ihr neues Programm „Das gibt Ärger!“ vor.
Auf dem Plakat hat sie den Bundesadler an der Kehle gepackt, dass die Federn nur so fliegen. Schließlich hat die einstige Kanzlersouffleuse die Brocken hingeschmissen und ist nun auf der Flucht. In Mainz bittet sie Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik

Vom Nutzen, die Form zu wahren – Kritik Bölck & Pölitz

16. Februar 2018 Hinterlasse einen Kommentar

Poelitz und Boelck 2a - Foto © Ulrike LöhrBölck & Pölitz: „Wir bringen uns in Form“

von Harald Pfeifer

LEIPZIG – Lange ist‘s her, als Lothar Bölck und Hans-Günther Pölitz erstmals als Duo auf der Bühne standen. Das hatte damals für Aufsehen gesorgt: Im Kabarett der Deutschen Demokratischen Republik erlebte man eine Doppelconférence. Also Dialoge, bei denen der Text nicht ganz festgeschrieben ist. Der Abend lebte von der Kunst, nichts gesagt zu haben. Das war 1988, und beide gehörten zum Ensemble der ‚Magdeburger Kugelblitze’, und sie hatten sich die Freiheit genommen, über Freiheit zu reden. Das mochten die Genossen eigentlich gar nicht. Zur Aufführung kam es nur, weil die SED-Kontrolleure ihre Aufsichtspflicht verletzt hatten. Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik

Deutschlehrer in Rage – Kritik Johannes Schröder

4. Februar 2018 Hinterlasse einen Kommentar

Herr Schröder: „World of Lehrkraft – ein Trauma geht in Erfüllung“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Die Klasse hat ihren Deutschlehrer bei Elite-Partner angemeldet – und im dazu notwendigen Profil „vergilbtes Löschpapier“ angegeben. Er selbst komme sich vor wie ein Sushi-Teller in der 84. Runde:
Keiner will ihn, obwohl er doch erst 43 Jahre alt sei, Johannes Schröder heißt er und trägt mit seinem Cord-Sakko ein typisches Pädagogen-Outfit. Dabei ist der Typ nicht von gestern, sondern ein zeitgemäßer Pauker mit Frustrationshintergrund, wie er selbst sich bezeichnet. Weiterlesen …

Kategorien:Comedy, Kritik

Das durchgedrehte Klassenzimmer – Kritik Kom(m)ödchen

16. Januar 2018 Hinterlasse einen Kommentar

Kommoedchen_Irgendwas - Foto © Christian RolfesKom(m)ödchen: „Irgendwas mit Menschen“

von Marianne Kolarik

DÜSSELDORF – Wie sieht ein Bio-Vibrator aus? Genau: ein Bambusrohr mit einer Hummel drin. Und wie lautet die Abkürzung von VW? Richtig: Völlig wertlos. Und wo wohnen inzwischen Adolf Hitler und Elvis Presley? So isses: in Bielefeld. Weil es diese Stadt gar nicht gibt. Aber jede Menge Verschwörungstheorien. Diese wiederum kommen in dem neuen Programm des Kom(m)ödchen-Ensembles zur Sprache: „Irgendwas mit Menschen“ heißt der jüngste Streich, den die Autoren Dietmar Jacobs, Martin Maier-Bode und Christian Ehring verfasst haben. Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik

Mitten aus dem Dorfleben: gelungenes Solo von Peter Flache

19. Dezember 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Backe - Foto © Carsten NüsslerPremiere auf dem Dresdner Theaterkahn: „Backes Fest“

von Harald Pfeifer

DRESDEN – Da steigt ein Fest im Dorf, Backe ist schon auf dem Weg, trifft aber dann Hinz und Kunz, genauer: das Publikum und plaudert sich fest. Er redet über das Dorf Malzau, seine Bewohner, deren Macken und überhaupt über die Welt und all jene Erkenntnisse, die diese ihm unweigerlich aufdrängt. Das ist ernst wie auch komisch, immer aber nah am Leben. „Backes Fest“ heißt das neue Solo von Peter Flache, das am 5. Dezember auf dem Theaterkahn in Dresden erstmals über die Bühne ging.
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Kategorien:Kabarett, Kleinkunst, Kritik

Berserker im Samtanzug – Kritik Sebastian Krämer

6. Dezember 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Sebastian Krämer & Metropolis-Orchester Berlin
Uraufführung: „Im Glanz der Vergeblichkeit – Vergnügte Elegien“

von Carlo Wanka und Beate Moeller

BERLIN – Man erlebt viel in Berlin, und es ist auch nicht selten, dass Menschen vor Kassenhäuschen stehen und fragen, ob man ihre Karte kaufen möchte. So war auch am Kartenschalter des Heimathafens Neukölln eine Traube von Leuten ganz aus dem Häuschen. Fieberten, wollten sie doch eine Karte des total ausverkauften Konzerts ergattern. Warum?

Mit Pauken und Trompeten, Geigen und etlichen anderen Weiterlesen …

Verstörend und amüsant – Matthias Egersdörfer Kritik

28. November 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Matthias Egersdörfer : „Ein Ding der Unmöglichkeit“

von Jan-Geert Wolff

MAINZ – An Matthias Egersdörfer nagt der Selbstzweifel: Ist Kabarettist überhaupt der richtige Beruf? Eigentlich wollte er lieber Sportlehrer sein: „In einem Frauengefängnis.“ Dem steht indes die eigene Müdigkeit im Wege. Doch alle Methoden zum tiefen Einschlummern fruchten nicht: Während des Schafezählens vertut er sich stets bei Nummer 159 und auch das Vorstellen von Morden oder Selbstmorden ist kaum zielführend. Nein, er findet nicht richtig hinein in sein neues Solo, dessen Name wie ein Menetekel erscheint: „Ein Ding der Unmöglichkeit“. Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik

Dem alltäglichen Wahnsinn eine Stimme geben – Kritik Erik Lehmann

14. November 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Erik Lehmann: „Uwe Wallisch – Der Frauenversteher“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Gleich zu Beginn macht Erik Lehmann klar, dass der Titel nichts mit dem Programm zu tun hat. Das Publikum im Kreuzberger BKA-Theater wundert sich. Auch solle es an diesem Abend nicht um die große Politik gehen, denn die ist einfach nicht sexy genug. Stattdessen, so der 1984 geborene Lehmann, sollen die Probleme des kleinen Mannes im Mittelpunkt stehen.

Und davon gibt es reichlich. Da ist Uwe Wallisch aus Dresden, der mit Hornbrille und einem Jäckchen aus Ballonseide auftritt. Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kritik

Komm ein bisschen mit nach Empörien – Kritik Faltsch Wagoni

6. November 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Faltsch Wagoni: „Auf in den Kampf, Amore!“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Wie wäre es mit einem neuen Staat? Als ob es die Probleme um Katalonien geahnt hätte, gibt sich das Duo Faltsch Wagoni dieser Träumerei hin. Da wird dann alles besser sein: Weil sich die Demokratie nicht recht bewährt hat, soll jetzt eine Monarchie her. Mit Silvana Prosperi als Königin und Thomas Prosperi als Volk, oder genauer Folks. Das passt, denn Thomas hat an der Gitarre etwas mehr zu tun als Silvana, die sich überwiegend am Cajón der Rhythmusgestaltung hingibt.

Wort und Musik halten sich die Waage. Besonders gelungen Weiterlesen …

Das Lachen und die Mode

3. November 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Bilanz der 27. Leipziger Lachmesse

von Harald Pfeifer

LEIPZIG – 90 Veranstaltungen mit mehr als 180 Künstlern aus sieben Ländern – das war das 27. Europäische Humor- und Satirefestival in Zahlen. An 8 Tagen im Oktober hatten Kleinkunstliebhaber in Leipzig die Gelegenheit, sich über den Zustand der kleinen Form im Rahmen der aktuellen Zeitereignisse zu informieren.

Das Resümee ist erfreulich. Etwa zwanzigtausend Besucher haben das Festival besucht, und zu sehen gab es dabei alles, was auf die kleine Bühne passt. Wie immer bestand natürlich der Wunsch, Weiterlesen …

Kategorien:Kabarett, Kleinkunst, Kritik

Imposante „Nacht der Preisträger“ – Kritik

1. November 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Abschlussabend des Köln Comedy Festivals 2017

von Marianne Kolarik

KÖLN – 85 Prozent Auslastung, was die Kaufkarten angeht, insgesamt 52.000 Besucher: kein schlechtes Fazit für das 27. Köln Comedy Festival (12.-28.10.2017). Hinzu kommt ein würdiger Abschlussabend im Gloria, der als „Nacht der Preisträger“ über die Bühne ging.

Mit viel Empathie und mit guten Pointen bestückt, moderiert von Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser, der seriös daher kommende, aber umso pfiffigere NightWash-Gastgeber der ersten Stunde.
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Kategorien:Comedy, Kabarett, Kritik

Steuern, Fonds, Diäten und Moneten – Kritik

30. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Chin Meyer – Foto © Christian SchulzChin Meyer: „Macht!Geld!Sexy?

von Marianne Kolarik

KÖLN – Bekannt geworden ist Chin Meyer als Steuerfahnder Siegmund von Treiber. Was ihn schließlich für den Beruf des Finanz-Kabarettisten hierzulande qualifizierte. „Macht!Geld!Sexy?“ heißt sein neuestes Programm, mit dem er im Rahmen des Köln Comedy Festivals im bis auf den letzten Platz besetzten Theater 509 des Bürgerhauses Stollwerck auftrat. Dabei betont er gleich zu Beginn den Workshop-Charakter der Veranstaltung und pickt sich Zuschauer aus dem Auditorium heraus, die er zu ihren „Scheinwelten“ befragt.

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Kategorien:Kabarett, Kritik

Bayerischer Charme überzeugt beim Köln Comedy Festival – Kritik

29. Oktober 2017 1 Kommentar

Martina Schwarzmann - Foto © Cartsen Bunnemann Gregor WiebeMartina Schwarzmann: „Genau Richtig!

von Marianne Kolarik

KÖLN – Sie sei wie die meisten Leute: mittelgscheit, mittelalt und mittelschön. Behauptet zumindest die bayerische Musik-Kabarettistin Martina Schwarzmann in ihrem funkelnagelneuen Programm „Genau Richtig“, mit dem sie im Rahmen des Köln Comedy Festivals in der Comedia gastierte, von sich selbst. Eine riesige Untertreibung. Sie ist nämlich etwas ganz Besonderes, diese Frau aus dem oberbayerischen Dorf Überacker/Landkreis Fürstenfeldbruck, wo sie 1979 an einem Rosenmontag geboren wurde. Zum Glück – nicht nur für uns Zuschauer.

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Kölner Wäscheklammer wird sieben – Kritik

26. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

NightWash Talent Award beim Köln Comedy Festival

von Marianne Kolarik

KÖLN – Das verflixte 7. Mal: So oft wurde der NightWash Talent Award in Form einer überdimensionalen Wäscheklammer bereits vergeben – in diesem Jahr allerdings zum ersten Mal mit Hilfe der Stimmen eines live Streamings, was dazu führt, dass der am besten vernetzte Newcomer die Trophäe mit nach Hause nehmen darf. Doch der Reihe nach: Acht Künstler traten beim Finale – nach zwei Halbfinalen – im Eco-Express Waschsalon in Köln-Zollstock gegeneinander an.

Dicht gedrängt sitzen junge Menschen auf Bänken und Weiterlesen …

Ladies Night beim Köln Comedy Festival 2017 – Kritik

25. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Nessi Tausendschön präsentiert Lisa Politt, Annamateur und das Suchtpotenzial

von Marianne Kolarik

KÖLN – „Ihr seid ein phantastisches Publikum,“ tiriliert die Gastgeberin Nessi Tausendschön, „ich sage das nicht oft“, fügt sie in der Comedia hinzu, wo die bewährte „Ladies Night“ im ausverkauften Haus zum x-ten Mal über die Bühne geht. „Sie sind auch so facettenreich und sensibel“, fügt die Moderatorin im schwarzen Anzug mit Schlips und weißem Hemd hinzu. Die männliche Anmutung war ihrer Eröffnungsansprache als Harvey Weinstein (der neue Männerbeauftragte) Weiterlesen …