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Archive for the ‘Chanson/ schräges Liedgut’ Category

Berserker im Samtanzug – Kritik Sebastian Krämer

6. Dezember 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Sebastian Krämer & Metropolis-Orchester Berlin
Uraufführung: „Im Glanz der Vergeblichkeit – Vergnügte Elegien“

von Carlo Wanka und Beate Moeller

BERLIN – Man erlebt viel in Berlin, und es ist auch nicht selten, dass Menschen vor Kassenhäuschen stehen und fragen, ob man ihre Karte kaufen möchte. So war auch am Kartenschalter des Heimathafens Neukölln eine Traube von Leuten ganz aus dem Häuschen. Fieberten, wollten sie doch eine Karte des total ausverkauften Konzerts ergattern. Warum?

Mit Pauken und Trompeten, Geigen und etlichen anderen Weiterlesen …

Komm ein bisschen mit nach Empörien – Kritik Faltsch Wagoni

6. November 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Faltsch Wagoni: „Auf in den Kampf, Amore!“

von Gilles Chevalier

BERLIN – Wie wäre es mit einem neuen Staat? Als ob es die Probleme um Katalonien geahnt hätte, gibt sich das Duo Faltsch Wagoni dieser Träumerei hin. Da wird dann alles besser sein: Weil sich die Demokratie nicht recht bewährt hat, soll jetzt eine Monarchie her. Mit Silvana Prosperi als Königin und Thomas Prosperi als Volk, oder genauer Folks. Das passt, denn Thomas hat an der Gitarre etwas mehr zu tun als Silvana, die sich überwiegend am Cajón der Rhythmusgestaltung hingibt.

Wort und Musik halten sich die Waage. Besonders gelungen Weiterlesen …

Der Clip zum Sonntag: Annika Frerichs – Zeit zu geh’n

5. November 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Stimmen wir uns ein auf die ruhigere Jahreszeit …

HP.: Annika Frerichs

Bayerischer Charme überzeugt beim Köln Comedy Festival – Kritik

29. Oktober 2017 1 Kommentar

Martina Schwarzmann - Foto © Cartsen Bunnemann Gregor WiebeMartina Schwarzmann: „Genau Richtig!

von Marianne Kolarik

KÖLN – Sie sei wie die meisten Leute: mittelgscheit, mittelalt und mittelschön. Behauptet zumindest die bayerische Musik-Kabarettistin Martina Schwarzmann in ihrem funkelnagelneuen Programm „Genau Richtig“, mit dem sie im Rahmen des Köln Comedy Festivals in der Comedia gastierte, von sich selbst. Eine riesige Untertreibung. Sie ist nämlich etwas ganz Besonderes, diese Frau aus dem oberbayerischen Dorf Überacker/Landkreis Fürstenfeldbruck, wo sie 1979 an einem Rosenmontag geboren wurde. Zum Glück – nicht nur für uns Zuschauer.

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Ladies Night beim Köln Comedy Festival 2017 – Kritik

25. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Nessi Tausendschön präsentiert Lisa Politt, Annamateur und das Suchtpotenzial

von Marianne Kolarik

KÖLN – „Ihr seid ein phantastisches Publikum,“ tiriliert die Gastgeberin Nessi Tausendschön, „ich sage das nicht oft“, fügt sie in der Comedia hinzu, wo die bewährte „Ladies Night“ im ausverkauften Haus zum x-ten Mal über die Bühne geht. „Sie sind auch so facettenreich und sensibel“, fügt die Moderatorin im schwarzen Anzug mit Schlips und weißem Hemd hinzu. Die männliche Anmutung war ihrer Eröffnungsansprache als Harvey Weinstein (der neue Männerbeauftragte) Weiterlesen …

Mama auf LSD, Gitarren okay – Kritik Simon & Jan

24. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Simon & Jan - Foto © Michael J RuettgerSimon & Jan: „Halleluja!“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Schon merkwürdig: Auch Simon & Jan werden älter. Das merken sie unter anderem daran, dass Leonard Cohen (1934-2016), ein Held ihrer Kindheit, gestorben ist. Nach dem von ihm geschriebenen Song „Halleluja!“ haben sie ihr drittes abendfüllendes Programm benannt, mit dem sie im Laufe des Köln Comedy Festivals in der Comedia gastierten – und das die Zuschauer am Ende des Abends zu einem großen Chor verschmolz, der auf zwei „Dirigenten“ hörte.

Zu Beginn hatten sie das Weiterlesen …

Ungezügelt sündhaft – Sia Korthaus Premierenkritik

23. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Sia Korthaus Köln - Foto © Simin KianmehrSia Korthaus: „Lust auf Laster“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Nein, Fernfahrer hatten sich nicht ins Senftöpfchen-Theater verirrt, um alles über Laster zu erfahren. In „Lust auf Laster“, so der Titel des neuen Programms von Sia Korthaus, mit dem sie im Rahmen des Köln Comedy Festivals eine umjubelte Premiere feierte, ging es vielmehr um verbotene Leidenschaften wie Wollust („auch Lust kann zum Laster werden“), Völlerei und Faulheit – also ganz alltägliche „Sünden“, die das gewisse Etwas besitzen, kurz: sexy sind.

Dabei belässt es Korthaus allerdings nicht. Sie holt auch eine Vierjährige und die circa 90jährige Oma Emmi auf die Weiterlesen …

Faust im Lavendelbad – Premierenkritik Sven Ratzke

19. Oktober 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Foto © Barbara Braun_MuTphotoIn seiner neuen Show „Homme Fatale“ unternimmt Sven Ratzke einen musikalischen Roundtrip

von Axel Schock

BERLIN – Sven Ratzke hat ganz offenbar zu heiß gebadet. Oder der vermeintliche Lavendelextrakt enthielt noch ganz andere Ingredienzen und hat ihm ordentlich die Sinne vernebelt. Für Menschen, die auch auf Bühnenbrettern ein Mindestmaß an Rationalität abfordern, wäre dies wohl die einzige Erklärung, um dem deutsch-niederländischen Entertainer auf seinem Trip folgen zu können.
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Stilvoll abgehen, aber vorher richtig l(i)eben – Kritik Reinhild Kuhn

 

Reinhild Kuhn: „Up-Leben. Ein lebensfroher Abend über die Vergänglichkeit.“

von Beate Moeller

BERLIN – Reinhild Kuhn bringt Glanz in eine Sperrmüllansammlung, die an Schäbigkeit ihresgleichen sucht und sich keck „Theater Zukunft“ nennt. Offene Mauerbruchstellen (sic!) umrahmen den als Bühne genutzten Platz. Auf dem Boden ein verblichener Billigteppich. Pianistin Fee Stracke muss auf einem hölzernen Küchenstuhl sitzen, der irgendwann vielleicht mal hellblau oder türkis angestrichen gewesen sein mag. Elegant am Mikrofon die Sängerin Reinhild Kuhn im Weiterlesen …

Mit Vollgas durch die Schlacht des Lebens – Kritik Patrizia Moresco

29. Mai 2017 1 Kommentar

Patrizia Moresco: “Die Hölle des positiven Denkens“

von Carlo Wanka – mit Fotostream am Ende

BERLIN – Tagelang habe ich mich nun gequält, um eine Rezension zu Patrizia Morescos neuem Bühnenprogramm zu verfassen, die dem Anspruch der mich sehr belustigenden und zeitweise sehr faszinierenden Show dieser Lady gerecht werden lässt. Weiterlesen …

Von Kopf bis Fuß auf Frühling – Kritik Georgette Dee

Georgette Dee & Terry Truck: „Frühlingsrausch“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Dem Frühling kann sich keiner entziehen. Dem „Frühlingsrausch“ schon gar nicht. Er nimmt das zahlreich herbei geströmte Publikum im Kölner Gloria-Theater, das eine von 35 Veranstaltungen des „Sommerblut-Festivals“ (bis 21.5.) besucht, vom ersten Augenblick an gefangen.

„Ein Frühlingsgott kam auf mich zu/ Und der war nicht mehr zwanzig/ Er lachte wie Magnolien blüh’n/ Und meinte mich – tatsächlich mich“, heißt es zu Beginn des gleichnamigen Chansons von Georgette Dee und Terry Truck, dem genialen Komponisten und Begleiter der Diseuse im „Kleinen Schwarzen“. Ein sanft fließendes Samtkleid, das jeder ihrer Bewegungen schmeichelt – und aussieht wie ihr Bühnen-Outfit aus früheren Zeiten. Weiterlesen …

Der Clip zum Sonntag: Pigor – Bärte zählen in Mitte

Vollbart, Tattoo oder Dutt? Das Mekka der Hipster, der Nabel der Welt, das ist natürlich Berlin. „Der große Vorteil der Bärte liegt darin, dass man nicht mehr viel von den Gesichtern sieht.“ (John Wayne) – Thomas Pigor und Tim Fischer können ein Lied davon singen … Weiterlesen …

Keine Zeit für Sorgen – Sia Korthaus und Ariane Baumgartner – Premierenkritik

Sia Korthaus und Ariane Baumgartner: „komm ganz nah“

von Marianne Kolarik

KÖLN – Sie sehen aus wie aus einem Ethno-Bilderbuch für Erwachsene: die Musikerin Ariane Baumgartner und die – ausnahmsweise „nur“ als Sängerin agierende Sia Korthaus. Baumgartner mit dem vollen, dunkelbraunen Haarschopf und den bernsteinfarbenen Augen, und Korthaus, die blauäugige Blonde mit dem Schalk im Nacken und den flotten Sprüchen im Mund. Doch halt:

Davon ist auf der just erschienenen CD „komm ganz nah“ nichts zu hören. Vielmehr haben die beiden in Köln lebenden Künstlerinnen elf Songs ausgesucht, die sie – unter anderen – in Begleitung von Christina Fuchs (Saxophon und Klarinette) spielen. Weiterlesen …

Der Clip zum Sonntag: Mai Horlemann ist „Müde“

26. März 2017 3 Kommentare

… kein Wunder, da fehlt ja auch ne Stunde!
 

Punktlandung – Kritik Tim Fischer

23. März 2017 1 Kommentar

Tim Fischer: „Absolut!“

von Marianne Kolarik

„Ich werd‘ auf einmal kapieren, worum sich alles dreht“, heißt es in Ludwig Hirschs (1946 -2011) „Komm, großer schwarzer Vogel“, ein Lied, das Tim Fischer in seinem gefeierten Programm „Absolut!“ als Zugabe singt. Aber was heißt schon singen?

Der Chansonnier ist dort angekommen, wo alle hin wollen: im Himmel der theatralischen Umsetzung, einer zuvor noch nie erlebten Interpretation eines Textes, der im Zusammenklang mit der Musik neue, ungeahnte Dimensionen erhält: das Wissen um den Sinn des Lebens. „Ich werd‘ singen, ich werd‘ lachen, ich werd‘ endlich glücklich sein“, so die letzte Zeile des Liedes, mit der Fischer eine fern liegende Zukunft erreicht hat.
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